Whisk(e)ylikör

Whisk(e)ylikör ist die Bezeichnung für Liköre, die aus Whisk(e)y und Zucker hergestellt werden. Oft beinhalten sie zudem noch weitere Zusätze wie Honig, Fruchtextrakte, Kräuterauszüge usw. Der Zuckergehalt muss wenigstens 100 g/l, der Alkoholgehalt mindestens 15% vol. betragen.


Hintergrund

Whisk(e)yliköre haben selbstverständlich dort ihren Ursprung, wo auch der Whisk(e)y selbst beheimatet ist. In Irland wird Whiskey bereits seit dem 12. Jahrhundert hergestellt, in Schottland sind Belege aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert überliefert. Es liegt auch hier im Dunkel der Vergangenheit verborgen, wer zum ersten Mal das beliebte Gerstendestillat mit Honig oder Zucker süßte, doch gibt es Hinweise, dass der erste Whisk(e)ylikör der Geschichte aus den beiden traditionellen Getränken Irlands und Schottlands entstanden ist.

 

Met, also Honigwein, war den keltischen Ureinwohnern der britischen Inseln bereits seit der Römerzeit, wenn nicht schon früher bekannt, und als der Whisk(e)y viele Jahrhunderte später begeistert von der Bevölkerung als neues Nationalgetränk aufgenommen wurde, dürfte es nur eine Frage der Zeit gewesen sein, bis jemand auf die Idee kam, diese beiden Getränke miteinander zu kombinieren. Frühe Whisk(e)yliköre dürften also vermutlich aus Whisk(e)y, Honig und/oder Honigwein bestanden haben. Die zusätzliche Beimengung weiterer Kräuter, Früchte und sogar Milch oder Sahne ist schon für die Frühzeit der Whisk(e)yentstehung durchaus wahrscheinlich. Doch blieben diese frühen Rezepte lange Jahrhunderte vermutlich nur im Besitz einiger weniger Auserwählter, die daraus ihre streng gehüteten Zauber- und Stärkungstränke brauten.

 

Ebenfalls gut möglich ist es, dass viele Familien Irlands und Schottlands über ihre eigenen Rezepturen verfügten, die jedoch nur für den familiären Hausgebrauch eine Rolle spielten. Erst relativ spät jedenfalls, im 19. oder sogar 20. Jahrhundert, begannen einige dieser Familien damit, ihren Whisk(e)ylikör in größeren Mengen zu produzieren und kommerziell zu vertreiben. Der bis dahin dem engeren Familienkreis vorbehaltene Trunk wurde endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wenige Jahrzehnte danach zum festen Bestandteil der regionalen Trinkkultur.

           

Heute gibt es vergleichsweise wenige Marken von internationaler Bedeutung, allen voran wohl der schottische Drambuie und der irische Irish Mist. Aber auch die USA, deren Nationalgetränk ja ebenfalls der Whiskey ist, haben eine Reihe bedeutsamer Whiskeyliköre aufzuweisen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Produkte ganz erheblich voneinander, denn nicht nur der verwendete Whisk(e)y (Bourbon, Scotch Single Malt, Irish usw.)  ist von entscheidender geschmacklicher Bedeutung, sondern auch die weiteren Zutaten wie Honig, Kräuter, Gewürze und Früchte.

 

Whisk(e)yliköre sollten in erster Linie pur genossen werden, um den nicht selten ausgesprochen vielschichtigen Geschmack auch richtig auskosten zu können, doch auch zum Mixen einiger klassischer Cocktails, die nur 2 bis 4 Zutaten aufweisen (z. B. Rusty Nail), eignen sie sich ganz hervorragend.