Wein

Wein ist die allgemeine Bezeichnung für alle alkoholischen Getränke, deren Ausgangsbasis der natürlich vorhandene zuckerhaltige Saft von Früchten und Beeren ist, der durch Gärung in Alkohol umgewandelt wird. In engerem Sinne und nach EU-Recht versteht man unter Wein ausschließlich den vergorenen Saft der Weinrebe, der im Nachfolgenden bevorzugt beschrieben wird. Der Alkoholgehalt von Wein muss mindestens 8,5% vol. betragen. Siehe auch Argentinischer Wein, Australischer Wein, Chilenischer Wein, Deutscher Wein, Französischer Wein, Griechischer Wein, Italienischer Wein, Portugiesischer Wein, Spanischer Wein, Ungarischer Wein und US-amerikanischer Wein.


Hintergrund

Wein gilt neben Met und Bier als eines der ältesten alkoholischen Kulturgetränke der Menschheit. Überlieferungen weisen darauf hin, dass die Weinrebe erstmals um 10.000 v. Chr. in den heutigen Ländern Iran und Georgien gezielt angebaut worden ist. Über Persien gelangte der Weinbau in die antiken Reiche Babylon und Sumer, bis er schließlich den Weg nach Griechenland fand. Die alten Griechen waren es denn auch, die den Weinbau durch die Gründung zahlreicher Kolonien im Mittelmeerraum weiter verbreiteten, so z. B. auf Sizilien, in Süditalien sowie Südfrankreich und Südspanien. Das erstarkende Römische Imperium sorgte dann durch seinen Expansionsdrang für die weitere Ausdehnung des in Italien zum wichtigen Wirtschaftszweig gewordenen Weinbaus in ganz Europa. Alle heute verbreiteten sprachlichen Bezeichnungen für Wein (engl. “Wine”, frz. “Vin”, span. “Vino” usw.) stammen vom lateinischen “Vinum” ab, dessen Ursprung wiederum nicht mehr rekonstruiert werden kann, mit hoher Wahrscheinlichkeit aber in persischen oder georgischen Sprachen wurzelt.


Ein Weinberg im Elsass
Ein Weinberg im Elsass

Bis zum Mittelalter gehörten ausgedehnte Weinberge bereits zum gewöhnlichen Landschaftsbild vieler europäischer Länder und Wein war das Volksgetränk Nr. 1. Der vergorene Traubensaft wurde zu allen denkbaren Gelegenheiten konsumiert, ganz gleich ob es sich dabei um festliche Anlässe oder das tägliche Abendbrot handelte, Wein gehörte stets auf den Tisch, beim Adel ebenso wie beim einfachen Volk. Von einigen Historikern wird sogar die Behauptung aufgestellt, dass in den traditionellen Weinbaugebieten Europas während des Mittelalters mehr Wein als Wasser bzw. Wasser nur selten pur, sondern meist mit Wein vermischt getrunken wurde.

 

Die schon damals erkennbaren Ansätze dessen, was wir heute Globalisierung nennen, führte zu einer erheblichen Steigerung des Handels und die Weine Italiens, Frankreichs und Spaniens gelangten auch in für den Weinbau weniger günstige Regionen wie England, Norddeutschland, Skandinavien und Russland. Da jedoch in den kühleren Gegenden Gerste und anderes Getreide praktisch überall angebaut werden konnte, hielten die Menschen dort vorwiegend an ihrem eigenen gewohnheitsmäßigen Getränk, dem Bier, fest und der Weinverbrauch erreichte dort nie dieselben Ausmaße wie der Bierkonsum.

 

Ein weiterer Meilenstein wurde mit der Erfindung der Glasflasche im 18. Jahrhundert gelegt, wodurch Wein (und andere Getränke) nun wesentlich einfacher zu lagern und zu transportieren war, darüber hinaus durch einige glückliche Umstände der Schaumwein entdeckt wurde.

 

Der Großteil der Weinberge befand sich dabei über Jahrhunderte hinweg in den Händen der Kirche, die das Land besaß, dank ihrer enormen Reichtümer fortwährend neues Land erwarb und die ortsansässigen Bauern darauf für sich schuften ließ. Verwaltet wurden diese Güter für gewöhnlich von nahegelegenen Klöstern, die von den Abgaben der Landbevölkerung versorgt wurden und somit über ausreichend Geld und Muße verfügten, die Weinreben zu kultivieren und an neuen Keltertechniken zu arbeiten. In vergleichbarer Weise verhielt es sich mit dem Adel.

 

All das änderte sich im frühen 19. Jahrhundert, als die industrielle Revolution immer mehr Länder erfasste und es selbst bis dahin einfache Leute zu bescheidenem Reichtum brachten. Wohlhabende Kaufleute, Industrielle oder gar die Bauern selbst erwarben Ländereien des verarmten Adels oder der stetig an Bedeutung verlierenden Kirche und waren von nun an die neuen Weingutbesitzer. Zudem sorgte das wachsende Eisenbahnnetz für schnelleren Transport und die Erschließung neuer Märkte.

 

Einen herben Rückschlag erlitten die Winzer um das Jahr 1860 durch den großflächigen Befall der Reblaus. Die sich über weite Flächen erstreckenden Monokulturen (= Anbauflächen mit nur einer einzigen Pflanzenart) erleichterten der aus Nordamerika stammenden Verwandten der Blattlaus die massenhafte Vermehrung und boten ihr Nahrung im Überfluss. Die heimischen Rebstöcke waren dem invasionsartigen Befall der fremden Reblaus schutzlos ausgeliefert. Europaweit wurden riesige Gebiete an Rebflächen zerstört, einige Rebsorten starben sogar völlig aus und sind unwiederbringlich verloren.

 

Neuartige Anbaumethoden und moderne Wege der Schädlingsbekämpfung sorgten jedoch bis zur Jahrhundertwende für einen erneuten Anstieg der Weinproduktion, die durch die beiden Weltkriege, die besonders die französischen Weingebiete der Champagne in einem nie dagewesenen Ausmaß verwüsteten, nur vorübergehend abgebremst wurde. Hinzu kamen der Beginn oder die Ausweitung der Weinherstellung in den USA und den im südlichen Weinbaugürtel gelegenen Ländern wie z. B. Chile, Argentinien, Südafrika und Australien.


Roter Rebstock
Roter Rebstock

Heute ist das Angebot an Weinen aus aller Herren Länder nicht mehr zu überschauen. Weltweit werden einige tausend unterschiedliche Rebsorten angebaut, die nicht selten allerdings nur regional von Bedeutung sind. Dennoch sind die mengenmäßig bedeutendsten Weine in Europa nach wie vor auch diejenigen der europäischen Länder selbst und von den zahllosen Rebsorten sind nur einige dutzend die wichtigsten weltweit.

 

Leider haben die wachsende Konkurrenz und die sinkende Zahlbereitschaft der Konsumenten viele Winzer dazu veranlasst, auf billigere Produktionsmethoden auszuweichen und die Reife des Weins z. B. durch die Beimischung von Holzchips zu imitieren. Trotz dieses teilweisen Absinkens der Qualität erfreut sich Wein ungebrochener, ja sogar steigender Beliebtheit und ist längst Teil des alltäglichen Lebens geworden. Für viele gehört das allabendliche Glas Wein ebenso zum Erhalt der gewohnten Lebensqualität wie für andere das Feierabendbier.

 

Kein anderes Getränk ist so vielfältig und individuell wie der Wein, das Spektrum an Geschmacksnuancen ist nahezu unerschöpflich; bislang konnten im Wein rund 1000 verschiedene Aromen nachgewiesen werden. Gerade als Begleitung von Speisen kann Wein verschiedene geschmackliche Eigenheiten verstärken, abschwächen oder gänzlich abwandeln. So ist auch die Weinkunde an sich ein ausgesprochen komplexes Thema, das viel Hingabe und umfassende Kenntnisse erfordert. Darüber sollte jedoch nicht vergessen werden, dass auch wenn Kenner, Sommeliers und Verkostungsspezialisten dem jeweiligen Wein unterschiedliche Geschmacksrichtungen zusprechen, die Menschen und deren Geschmackssinn mindestens ebenso individuell und einzigartig sind und nicht jeder den vorgegebenen Geschmack auch tatsächlich so empfindet. Am Ende bleibt es somit jedem selbst überlassen zu entscheiden, welchen Wein er bevorzugt, ganz gleich ob Billigprodukt oder Jahrhundertwein. Das gastronomische Personal kann lediglich unterstützende und beratende Funktionen wahrnehmen und durch möglichst umfangreiche Fachkenntnisse dem Gast zur Hand gehen.


Herstellung

Die Herstellungsmethoden gleichen sich im Wesentlichen, doch gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Rot-, Weiß- und Roséweinkelterung, die den Besonderheiten der jeweiligen Traubenart und dem gewünschten Endprodukt angepasst sind. Grundsätzlich wird der zuckerhaltige Traubensaft durch die Zugabe von Hefe vergoren, wodurch ein Alkoholgehalt von maximal 16% vol. erreicht werden kann. Über je mehr Zucker die Trauben verfügen, desto mehr Alkohol kann gewonnen werden und desto mehr Restzucker bleibt erhalten. Ist der Zuckergehalt sehr niedrig, z. B. aufgrund schlechter Klima- oder Wetterbedingungen, darf dem Most vor der Gärung je nach Länderrecht zusätzlicher Zucker oder Traubensaft beigemischt werden (“Anreicherung” oder “Chaptalisation” genannt).


Weißwein

Die hellen Trauben werden mitsamt der Stängel und Stiele eingemaischt (zerquetscht) und der abfließende Saft in Fässer oder Stahltanks eingeleitet. Dieser Traubensaft wird nun durch die Zugabe von Hefe (in manchen Fällen auch durch spontane Gärung) vergoren, d. h. die Hefe spaltet den im Traubensaft enthaltenen Zucker in Alkohol und Kohlenstoffdioxid, wobei die Kohlensäure (= in Flüssigkeit gelöstes Kohlenstoffdioxid) unerwünscht ist und man sie deshalb entweichen lässt. Der Alkohol hingegen ist Sinn und Zweck der Gärung, macht den Wein haltbar und sorgt als Geschmacksträger (ähnlich wie Fett) für die Erhaltung und Intensivierung der Duft- und Aromastoffe. Die ideale Trinktemperatur für Weißwein liegt bei 8 bis 12°C.


Rotwein

Die Stängel und Stiele der dunklen Trauben werden entfernt, damit nicht zu viele Gerb- und Bitterstoffe beim Einmaischen freigesetzt werden. Nun wird nicht nur der Saft, sondern die vollständige Maische, also auch Schalen, Kerne und Fruchtfleisch, vergoren. Über die Traubenkerne und Schalen gelangen nun ausreichend Bitter- und Gerbstoffe in den Wein, zudem löst der entstehende Alkohol die Farbstoffe aus der Schale, wodurch der Wein seine rote Farbe erhält. Durch Abpressen wird der fertige Wein zum Schluss von der Maische getrennt und ist bereit für die Einlagerung. Bei hochwertigen Produkten erfolgt nun eine oft jahrelange Reife in Holzfässern. Bei Rotwein sollte die Trinktemperatur etwa 14 bis 18°C betragen.


Roséwein

Roséwein ist nach Weißweinverfahren gekelterter Rotwein, d. h. die dunklen Trauben werden eingemaischt, der Saft wird abgeleitet und ohne Schalen und Kerne vergoren. Durch das Einmaischen gelangen nur wenige Farbstoffe in den Wein und er erhält so seine typische, klar-rötliche Farbe. Für optimalen Genuss wird wie bei Weißweinen eine Trinktemperatur von 8 bis 12°C empfohlen.

 

 

Je nachdem wie viel Zucker der in Flaschen abgefüllte Wein enthält, sind EU-weit folgende Geschmacksrichtungen geregelt:


Trocken/dry/sec

 

Halbtrocken/semi-dry/demi-sec

 

Liebich/halbsüß/semi-sweet

 

Süß/sweet/doux

Maximal 9 g/l Zucker

 

9 bis 18 g/l

 

18 bis 45 g/l

 

mehr als 45 g/l



Qualität

Was die Qualität eines Weins anbelangt, so hängt diese natürlich von dem Können und der Sorgfalt des jeweiligen Winzers ab. Darüber hinaus spielt jedoch die Herkunft des Weins, also die Region, in der er angebaut wurde, eine entscheidende Rolle. Sämtliche Umwelteinflüsse wie Boden-, Luft- und Wasserqualität, Wetter, Sonneneinstrahlung usw. schlagen sich im Geschmack des Weines nieder. Deshalb richten sich viele Ländervorschriften nach festgelegten Weinbauregionen. Dabei gilt als Faustregel: Je kleiner das auf dem Flaschenetikett angegebene Weingebiet ist (sofern überhaupt angegeben), desto individueller und oft auch hochwertiger ist der Wein. Weine, die aus den Trauben vieler unterschiedlicher Regionen verschnitten wurden, zeichnen sich hingegen durch einen unabhängig vom Jahrgang konstanten Geschmack aus, was natürlich keinesfalls negativ zu deuten ist. Beide Varianten bieten also ihre Vorteile.

 

In allen weinerzeugenden Ländern der Erde bestehen gewisse gesetzliche Vorschriften bezüglich der Anbaugebiete, Ertragsmengen und Qualitätsstufen (siehe die länderspezifischen Weinbeschrei-bungen). Grundsätzlich kann jedoch jeder Wein für sich, unabhängig davon, wie er rein rechtlich eingestuft wird, nach seinen sensorischen Eigenschaften bewertet werden. Hierbei ist es besonders bei Rotwein wichtig, dass der Wein vor der Verkostung wenigstens einige Minuten Zeit zum “Atmen” bekommen hat. Das Dekantieren (= Umgießen des Flascheninhalts in eine Glaskaraffe) sorgt dabei für den optimalen Luftkontakt, wodurch sich einige der im Wein enthaltene Bitterstoffe in Geschmacksstoffe umwandeln und evtl. vorhandener Weinstein in der Flasche ausgesondert werden kann. Auch die Form des verwendeten Trinkglases ist entscheidend.

 

Bei der Verkostung beurteilt man nun den Wein der Reihe nach entsprechend den drei lateinischen Begriffen “Color” (Farbe), “Odor” (Geruch) und “Sapor” (Geschmack). Die sich einstellenden Eindrücke sind sehr individuell und spiegeln sämtliche Phasen der Weinbereitung wieder: 1.) die verwendete Rebsorte, 2.) die Region, in der der Wein angebaut wurde, mit ihren Besonderheiten wie Boden, Klima etc., 3.) den Jahrgang und das zu dieser Zeit in der Region vorherrschende Wetter (viel/wenig Sonne, Regen etc.), 4.) die handwerkliche Sorgfalt, die bei der Verarbeitung der Trauben angewandt wurde, 5.) die evtl. Reife/Lagerung des Weines in Holzfässern.

 

Hochwertige Weine reifen bei idealen Lagerbedingungen (kühl, dunkel) auch in der Flasche noch mehrere Monate bis viele Jahre nach. Letztlich gibt auch der Preis zuverlässige Auskunft über die Qualität des Weins. Einem nur wenige Euro kostenden Wein kann unmöglich dieselbe Aufmerksamkeit bei seiner Entstehung zugekommen sein, wie einem teuren. Doch gibt es natürlich auch hierbei Produkte, die ihr Geld nicht einmal annähernd wert sind und deren Preis den unkundigen Käufer in die Irre führen können. Wie immer gilt auch hierbei “Probieren geht über Studieren” und der persönliche Geschmack sollte den Ausschlag geben. Der Gesetzgeber kann diesbezüglich lediglich Richtlinien schaffen.


Rebsorten

Nun folgt eine kurze Übersicht der international bekanntesten und bedeutendsten Rebsorten. Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass weltweit mehrere tausend unterschiedliche Rebsorten angebaut werden, die zum großen Teil aus Kreuzungen der unten genannten entstanden oder von nur untergeordneter Bedeutung sind. Weiterhin existiert für alle bekannten Reben eine Vielzahl an landesspezifischen Synonymen, die hier nicht alle angeführt werden können. Die beschriebenen Charaktereigenschaften sind als allgemein genommen anzusehen und können, je nach Weinherkunft und Hersteller, mehr oder minder stark variieren.


Weiße Rebsorten


Riesling

Die wahrscheinlich edelste deutsche Weißweinrebe, die auch den berühmtesten und besten Weißweinen Deutschlands ihren Namen gibt. Als ihr Ursprung gilt das Rheintal, wo sie vermutlich schon zu Römerzeiten aus mehreren Kreuzungen entstanden ist. Charakter: fruchtig, frisch, viel Säure, Aromen von Äpfeln und Zitrusfrüchten.


Müller-Thurgau/Rivaner

Die zweitwichtigste weiße Rebsorte in Deutschland, in anderen Ländern nur wenig verbreitet. Sie entstand 1882 durch die Kreuzung von Riesling- mit Silvanerreben durch den Weinbauprofessor Hermann Müller aus Thurgau. Charakter:  frisch, mild, wenig Säure, Muskataroma.


Silvaner

In Deutschland die Rebsorte auf Platz Nr. 3. Auch im Elsass, in Österreich oder dem Schweizer Wallis häufig angebaut. Sie gilt als eine der ältesten europäischen Rebsorten. Charakter: mild, lieblich, fruchtig, wenig Säure, spiegelt stark die Besonderheiten ihres Anbaugebietes wieder.


Weißburgunder/Pinot Blanc/Pinot Bianco/Klevner

Ursprünglich aus dem Frankreich des 14. Jahrhunderts stammend, wird diese weiße Rebsorte heute auch verstärkt in Italien, Deutschland und Österreich angebaut. Charakter: feinaromatisch, oft säurearm.


Chardonnay

Eine der großen Weißweinreben von internationaler Bedeutung, benannt nach der kleinen Gemeinde Chardonnay in Burgund. Neben Frankreich (Burgund, Champagne: Basiswein zur Champagner-Herstellung) findet sie auch in Italien, Österreich, Kalifornien, Südafrika und Australien Verwendung. Kann als einer der wenigen Weißweine auch in Holzfässern ausgebaut werden. Charakter: fein, körperreich, nussig.


Grauburgunder/Ruländer/Pinot Grigio/Pinot Gris

Im französischen Burgund beheimatet, wurde diese blau-rote Traube, die jedoch einen weißen Wein ergibt, im Jahr 1711 von dem Kaufmann Ruland erstmalig in Deutschland angepflanzt. Charakter: ausgeprägtes Aroma, säurearm, körperreich.


Sauvignon Blanc/Blanc Fumé

Die bedeutendste weiße Bordeaux-Rebe, die heute weltweit angebaut wird. In Frankreich zählt sie zu den edelsten Reben überhaupt. Charakter: leicht, frisch, mittlere Säure, Aromen von Gras und roten Beeren.


Traminer

Benannt nach Tramin in Südtirol. Vermutlich bereits von den Römern angebaut und in Mitteleuropa eingeführt, sind die weißen Trauben zuckerreich und würzig. Die aus ihr gekelterten Weine sind alkoholreich, fruchtig, kräftig und haben wenig Säure.


Gewürztraminer/Roter Traminer/Klevner

Zum größten Teil im Elsass und in Baden angebaut, ist sie doch international verbreitet. Charakter: kräftig, Aromen von Rosenblüten und Mandeln, säurearm.


Gutedel/Chasselas

Eine weiße Rebsorte, deren Ursprung wahrscheinlich in Ägypten oder der Türkei zu suchen ist. Über die Schweiz gelangte sie um 1800 nach Baden. Charakter: leicht, zart-fruchtig, frisch, süffig.


Kerner

Eine Schöpfung der neueren Zeit aus einer Kreuzung zwischen Riesling und Trollinger hervorgegangen. Da sie als besonders frostresistent gilt, nimmt ihre Verwendung stetig zu. Charakter: rieslingartig, fruchtig, frisch, Muskataroma.


Ortega

Ebenfalls eine Neuzüchtung, aus Müller-Thurgau und Siegerrebe. Charakter: fruchtig, ausgeprägtes Muskataroma.


Morio-Muskat

Eine Kreuzung aus Silvaner und Weißburgunder, benannt nach dem Züchter Peter Morio. Charakter: würzig, Muskataroma, viel Säure, Aromen von Zitrone und Holunderblüte.


Trebbiano/Ugni Blanc/Clairette/Rossola/Saint-Émilion

Eine ursprünglich in der Toskana beheimatete weiße Traube, die heute vorwiegend in ganz Italien, aber auch der französischen Charente (zur Cognac-Herstellung) angebaut wird. Sie ergibt sehr helle, säurereiche und alkoholreiche Weine und wird oft auch als Verschnittwein verwendet.


Aligoté

Aus Burgund stammend, eignet sie sich zur Erzeugung junger Weine, wird jedoch immer mehr von anderen Sorten verdrängt. Charakter: einfach bis neutral, leicht, säurebetont.


Torontés Riojano/Torrontel

Bedeutendste argentinische Rebsorte, nicht zu verwechseln mit der spanischen Torontés-Traube. Charakter: säurebetont, aromatisch, muskateller-ähnlich.


Chenin Blanc/Pineau de la Loire/Pinot Blanco/Steen

Seit dem 9. Jahrhundert aus Frankreich stammend, wird sie heute bevorzugt in Südafrika angebaut. Charakter: viel Säure, süß, fruchtig.


Viognier

Durch die Reblausplage im 19. Jahrhundert fast ausgestorbene französische Sorte. Charakter: kräftige Farbe, alkoholreich, Aromen von Aprikosen, Pfirsichen und Veilchen.


Sémillon

Eine der am häufigsten angebauten Edelreben, die hohe Erträge ergibt. Charakter: Aromen von Honig, Äpfel, Aprikosen, Zitrusfrüchten.


Colombard

Ursprünglich zur Cognac-Herstellung verwendete Sorte. Charakter: alkoholreich, säurearm.


Bacchus/Frühe Scheurebe

1933 aus den Sorten Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner gezüchtet. Vorwiegend in Deutschland vertreten. Charakter: aromatisch, fruchtig, säurearm.


Scheurebe

Eine Schöpfung von Georg Scheu aus dem Jahre 1916 aus Riesling sowie einer unbekannten Wildrebe. Oftmals für Süß- oder Dessertweine verwendet. Charakter: rassig, fruchtig, Aromen von Johannisbeeren und Zitrusfrüchten.


Marsanne

Nur in geringen Mengen angebaute französische Sorte, die krankheitsanfällig, aber sehr ertragsreich ist. Charakter: säurearm, Aromen von Weißdorn, Steinobst und Honig.


Rote Rebsorten


Spätburgunder/Pinot Noir/Pinot Nero/Blauburgunder

Eine edle rote Rebsorte aus Burgund, die auch zur Champagner-Herstellung verwendet wird. Weitere Anbaugebiete sind Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Kalifornien und Australien. Die Weine zählen zu den edelsten Rotweinen und sind meist recht alkoholreich.


Portugieser

Vermutlich kam diese rote Rebsorte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus dem portugiesischen Porto nach Bad Vöslau in Österreich. Heute wird sie überwiegend in Deutschland angepflanzt und zur Roséweinherstellung verwendet. Charakter: süffig, leicht, mild, fruchtig, vollmundig.


Trollinger/Vernatsch

Von den Römern in Mitteleuropa eingeführt, in Deutschland praktisch ausschließlich in Württemberg angebaut. Der Name stammt vermutlich von “Tirolinger” ab, was auf die Einführung aus Tirol schließen lässt. Charakter: süffig, frisch, saftig.


Cabernet Franc

Eine der beliebtesten Rotweine, vorwiegend in Frankreich, Italien und Kalifornien verbreitet. Sie dienen oftmals als Verschnittweine. Charakter: mild, leicht.


Cabernet Sauvignon

Zu den klassischen Bordeaux-Trauben gehörend, wird sie heute weltweit angebaut und gilt als besonders edle Rebsorte. Die Weine reifen zu hervorragender Qualität. Charakter: Aromen von schwarzen Johannisbeeren, fruchtig, säure- und tanninbetont.


Gamay

Beaujolais-Traube, die oftmals mit anderen Sorten vermischt gekeltert wird. Charakter: leicht, frisch, Aromen von Himbeeren und Kirschen.


Merlot

Weltweit angebaute rote Rebe, die nicht selten auch verschnitten wird. Charakter: voll, körperreich, fruchtig, weich, Aromen von Pflaumen.


Nebbiolo

Erstklassige, langsam reifende italienische Rebe aus dem Piemont. Aus ihr werden u. a. die  sortenreinen Weine Barolo und Barbaresco gekeltert. Charakter: tanninreich, ausdrucksstark, kräftig.


Barbera

Ebenfalls aus dem italienischen Piemont, ist sie heute vorwiegend in ganz Italien verbreitet. Charakter: dunkelrot, kräftig, herb, körperreich, Aromen von Pflaumen.


Sangiovese

Italienische Traube aus der Toskana, wo sie in verschiedenen Arten angebaut wird. Aus ihr werden u. a. Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano gekeltert. Charakter: fruchtig, edle und lagerfähige Weine, säure- und tanninbetont.


Canaiolo

Toskanische Rebsorte, die selten sortenrein gekeltert wird. Sie wird vor allem als Verschnittwein für Chianti verwendet. 


Syrah/Shiraz

Einzige rote Rebe der nördlichen Côtes du Rhône, die auch in Australien, Südafrika und Kalifornien häufig verwendet wird. Charakter: kräftig, farbintensiv, hoher Tanningehalt, Aromen von Johannisbeeren.


Tempranillo

Die wichtigste rote Rebsorte Spaniens, meist als Verschnittwein zur Herstellung von Rioja-Weinen verwendet.  Charakter: dunkelrot, würzig, kräftig.


Zinfandel/Primitivo

Vor allem in Kalifornien weit verbreitet, ist sie eine der wichtigsten Sorten der USA.  Charakter: alkoholreich, würzig, Aromen von dunklen Waldfrüchten.


Dornfelder

Eine Neuzüchtung aus dem Jahre 1955 aus den Rebsorten Helfensteiner und Heroldrebe. Benannt nach Immanuel Dornfeld, dem Gründer einer Weinbauschule, ist sie praktisch ausschließlich in Deutschland verbreitet. Charakter: schwarzrote Farbe, mittlere Säure, tanninbetont.


Malbec

Aus Südwestfrankreich stammend, besonders in Argentinien von großer Bedeutung. Charakter: tiefrot bis schwarz, fruchtig, würzig, Aromen von Pflaumen, Blaubeeren und Kirschen.


País

Vor allem in Südamerika in verschiedenen Unterarten vorkommende Sorte, die spät ausreift, sehr ertragreich ist und qualitativ schwache Weine hervorbringt.


Carménère

Eine der sechs Bordeaux-Trauben, die besonders auch in Chile gerne angebaut wird. Charakter: gehaltvoll, tanninarm, süffig, Aromen von Schokolade und roten Beeren.


Schwarzriesling/Pinot Meunier/Müllerrebe

Eine Mutation der Spätburgunder-Rebe, die vor allem in Frankreich (in der Champagne auch zur Champagner-Herstellung) angebaut wird. Da sie als frostresistent gilt, ist sie auch für den deutschen Weinbau attraktiv. Charakter: rubinrote Farbe, fruchtig.


Regent

Im Jahr 1967 aus Silvaner, Müller-Thurgau und Chambourcin gezüchtete, besonders gegen Pilzkrankheiten unempfindliche Traube. Charakter: intensive Farbe, kräftiger Geschmack.


Lemberger/Blaufränkisch

Eine vermutlich österreichische Sorte, die ein mildes Klima bevorzugt und heute in ganz Europa anzutreffen ist. Charakter: leicht, fruchtig, tanninreich, Aromen von Kirschen und Beeren.


St. Laurent/Laurenzitraube

Aus dem Elsass stammende Burgunderrebe, vor allem in Frankreich, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Deutschland angebaut. Charakter: aromatisch, mittlerer Körper, intensiver Duft nach Beeren und Kirschen.


Carignan

Ursprünglich spanische Rebsorte, die nur in sehr warmen Regionen gedeiht. Da sie sehr ertragsreich ist, wurde sie lange Zeit zur Herstellung von billigen Massenweinen verwendet; mittlerweile gilt sie als rehabilitiert. Charakter: kräftige Farbe, säurebetont, Aromen von roten Beeren, Gewürzen und Heidekraut.


Cinsaut

Überwiegend in Frankreich verwendete Traube, die ebenfalls lange Zeit für die kostengünstige Massenproduktion genutzt wurde. Sie wird oftmals als Verschnittwein verwendet oder zu Roséwein gekeltert. Charakter: mild, wenig Säure, Aromen von Pfirsich, Himbeeren und Erdbeeren.


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