Veuve Clicquot Ponsardin

Veuve Clicquot Ponsardin ist der Name eines Champagner-Herstellers aus Reims.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1772 von Philippe Clicquot als Weinhandelsfirma in Reims gegründet. Im Jahre 1777 brachte Clicquot den allerersten Roséchampagner der Welt auf den Markt. Dessen Nachfolger und Sohn, Francois Clicquot, starb schon 1805 an den Folgen eines Fiebers. Zurück blieb seine Witwe (frz.: “Veuve”), die erst 27jährige Barbe Nicole Ponsardin, die entgegen den Gewohnheiten der Zeit die Zügel in die Hand nahm und die Geschäfte allein weiterführte. Als Zeichen ihres Selbstbewusstseins und Widerstandes gegen die überkommenen Konventionen der Gesellschaft benannte sie die Firma in 1810 in “Veuve Clicquot Ponsardin” um.

 

Einige Jahre später erfand sie in enger Zusammenarbeit mit ihrem schwäbischen Kellermeister Anton Müller die Methode des Rüttelns (frz.: “Remuage”). Bis dahin kannte man kein Verfahren, wodurch die Hefe nach der 2. Gärung aus der Flasche entfernt werden konnte, und so war der Champagner ein trübes Getränk, das vor dem Genuss dekantiert werden musste. Dieses innovative Novum wurde innerhalb kürzester Zeit von sämtlichen Champagner-Häusern übernommen und ist heute unverzichtbarer Bestandteil des Produktionsablaufs.

 

1841 zog sich die älter werdende Witwe, sie war zu dieser Zeit 64 Jahre alt, aus der aktiven Unternehmensführung zurück und überließ ihrem neuen Kellermeister, dem ebenfalls aus Deutschland stammenden Eduard Werle, das Feld. Als sie 1866 im Alter von 89 Jahren starb, hatte sie den Grundstein für eines der namhaftesten und bedeutendsten Champagner-Häuser gelegt, das auch nicht ohne Einfluss auf die deutsche Sektindustrie geblieben war. So hatte z. B. Georg Kessler von 1807 bis 1826 im Hause Clicquot-Ponsardin gearbeitet und mit seinem dort angeeigneten Wissen im Jahr 1826 in Esslingen die erste Sektkellerei auf deutschem Boden gegründet.

 

1884 wurde Werles Sohn Alfred neuer Manager. Er sorgte für umfangreiche Modernisierungen und erweiterte die Rebflächen des Hauses um zusätzliches Land.

 

Seit 1989 ist das Haus Veuve Clicquot Ponsardin Teil der LVMH-Gruppe (Louis-Vuitton-Moët-Hennessy).

 

Zum Unternehmen gehören rund 280 ha eigener Weinberge. Die Marke gehört zu den bekanntesten Champagnern überhaupt und belegt mit jährlich ca. 10 Mio. verkauften Flaschen einen der vordersten Plätze.


Produkte


Veuve Clicquot Brut Yellow Label

Die Hauptmarke des Hauses; aus den Rebsorten Pinot Noir (50 – 55%), Chardonnay (28 – 33%) und Pinot Noir (15 – 20%), davon etwa 40% Reservéweine mit einem Alter von bis zu 20 Jahren; mit 10 g/l Zucker und alc. 12% vol.


Veuve Clicquot Demi-Sec

Aus den Rebsorten Pinot Noir (40 – 45%), Pinot Meunier (30 - 35%) und Chardonnay (20 – 25%), davon 20 bis 30% Reservéweine; mit 45 g/l Zucker und 12% vol.


Veuve Clicquot Rosé

Aus derselben Cuvée wie der Brut Yellow Label, wobei 12% der Trauben zu Rotwein verarbeitet werden; alc. 12,5% vol.


Veuve Clicquot Vintage Brut

Jahrgangschampagner unterschiedlicher Jahrgänge; nur in besonders guten Erntejahren hergestellt; die verwendeten Rebsorten variieren; der Restzuckergehalt beträgt meist 9 g/l; auch erhältlich als Rosé (aus 15% Rotwein)


Veuve Clicquot Vintage Rich

Jahrgangschampagner unterschiedlicher Jahrgänge; nur in besonders guten Erntejahren hergestellt; die verwendeten Rebsorten variieren; der Restzuckergehalt beträgt meist 28 g/l


Veuve Clicquot La Grande Dame Brut

1972 zum 200jährigen Jubiläum des Hauses geschaffen; benannt nach der “Großen Dame” Barbe Nicole Ponsardin-Clicquot; Jahrgangs-champagner; nur in hervorragenden Erntejahren hergestellt; aus den Rebsorten Pinot Noir (64%) und Chardonnay (36%) der 8 besten Grand Crus des Hauses; 8 Jahre auf der Hefe gereift


Veuve Clicquot La Grande Dame Rosé

Jahrgangsroséchampagner; nur in hervorragenden Erntejahren hergestellt; aus den Rebsorten Pinot Noir (60%) und Chardonnay (40%) der 6 besten Grand Crus des Hauses; 15% der Trauben werden zu Rotwein verarbeitet; 8 Jahre auf der Hefe gereift


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