Teinacher

Teinacher ist der Name eines deutschen Getränke-Herstellers, der vor allem für seine Mineralwasser- und Fruchtsaft-Marken bekannt ist.


Hintergrund

Eine erste urkundliche Erwähnung der Wasserquellen “Sauerbrunnen” in Überkingen und “Wildbad” in Teinach ist aus dem 12. und 13. Jahrhundert überliefert. Zunächst waren diese Quellen nur von regionaler Bedeutung und die Bevölkerung der näheren Umgebung nutzten sie als Badegelegenheit und Trinkwasserbrunnen. Eine erste wirtschaftliche Nutzung ist ab dem 16. Jahrhundert belegt, als die sog. “Sauerbrunnenträger” das Wasser aus Überkingen überregional bis ins benachbarte Bayern hinein transportierten und verkauften. Zu dieser Zeit zeichnete sich bereits eine erste Verwendung als Heilwasser ab, da so mancher Arzt seinen Patienten Trinkkuren verschrieb.

 

Der entscheidende Aufschwung kam im Jahr 1896 mit der Übernahme der bereits bestehenden Bade-, Hotel- und Abfülleinrichtungen durch den Geislinger Kommerzienrat Karl Haegele. Er sorgte für Modernisierung, Erweiterung und den Anschluss an das Bahnnetz. In 1918 wurde die “Bad Überkinger Kurhaus- und Mineralwasserbetrieb deutscher Gastwirte GmbH” gegründet und fünf Jahre später erfolgte der Zusammenschluss mit den Eigentümern der Teinacher Mineralquellen zur “Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG”. In den nachfolgenden Jahren bewerkstelligte man weitere Zusammen-schlüsse bzw. Übernahmen, so z. B. mit Bad Ditzenbach (1926) und der Remstalquellen GmbH (1927).

 

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Unternehmen recht unbeschadet und wurde nach der Währungsreform von 1948 neustrukturiert und bald darauf umfangreichen Erweiterungen unterzogen. 1957 erschloss man die Apollo-Quellen in Bad Imnau.

 

Bei Tiefenbohrungen Ende der 1960er Jahre in Bad Überkingen stieß man bis in 1020 m Tiefe vor und erreichte dabei 6 verschiedene Wasserbahnen, die stockwerkartig übereinanderliegen und Wasser mit jeweils anderer Zusammensetzung aufweisen – eine in ganz Europa einzigartige geologische Formation.

 

Im Jahre 1970 übernahm man die im allgäurischen Kislegg befindlichen Krumbach-Quellen. Es folgte das Heraustrennen der Bad Ditzenbacher Quellen (1982) und der Erwerb der staatlichen Quellen inklusive Grundstücke in Fachingen in Rheinland-Pfalz. Weiterhin übernahm Teinacher die Marken Bluna (1994), Afri-Cola (2001) sowie die Tucano-Holding samt deren Marken Niehoffs, Vaihinger, Merziger und Lindavia.

 

Teinacher zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Mineralwasser-, Fruchtsaft- und Softdrink-Herstellern.


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