Suze

Suze ist der Name einer französischen Kräuterlikör-Marke auf Enzian-Basis.


Hintergrund

Die Entstehung der Marke ist von Widersprüchen begleitet und basiert auf zwei unterschiedlichen Versionen.

               

Eine davon beginnt im Jahre 1885, als Fernand Moureaux eine Destillerie in Maisons-Alfort, einem Vorort von Paris, vererbt wurde. Das Unternehmen war allerdings vom Bankrott bedroht und so suchte Moureaux verzweifelt nach einem Weg, die eben erst angetretene Erbschaft zu retten. Dies gelang ihm durch die Einführung des Kräuterlikörs „Picotin“, der anders als viele Konkurrenzprodukte der Zeit nicht auf Wein, sondern auf einem Enzian-Destillat basierte. Für seine Kreation erhielt Moureaux auf den Pariser Weltausstellungen von 1889 und 1900 die Goldmedaille, was der Marke einen enormen Aufschwung bescherte. Erst in 1898 änderte er den Markennamen um in „Suze“, inspiriert vom Spitznamen seiner Schwägerin Susanne Jaspert, die eine große Liebhaberin des Likörs gewesen sein soll. Soweit die offizielle Entstehungsgeschichte.

               

Die inoffizielle Variante handelt von einem gewissen Schweizer namens Hans Kappeler, der den ursprünglichen Kräuterlikör unter dem Namen „Gold der Alpen“ im Berner Jura erfunden haben soll. Kappeler vertrieb sein Produkt lediglich innerhalb der näheren Umgebung und versäumte es zudem, die Marke unter Schutz zu stellen. Im Jahr 1914 soll Kappeler dann vollkommen verarmt aus der Not heraus seine Rezeptur an einen französischen Industriellen verkauft haben begleitet von den Worten: „Sie werden sehen, Ihr Getränk fließt in Frankreich wie der Bach Suze zu unseren Füßen.“ Gestützt wird diese Version von drei Argumenten: 1. durch das Berner Jura fließt tatsächlich ein Fluss mit dem Namen Suze (der deutsche Name des Flusses lautet „Schüss“); 2. der Gelbe Enzian ist ebenfalls vornehmlich in der Westschweiz zu finden; 3. im Jahr 1955 bestätigte eine Tochter von Hans Kappeler, dass ihr Vater aus finanziellen Gründen einst genötigt war, seine Rezeptur an einen Franzosen zu verkaufen.

               

Der heutige Eigentümer der Marke, der Konzern Pernod-Ricard, favorisiert die erste Entstehungsgeschichte, bestätigt aber zugleich, dass Moureaux seinerzeit auf der Suche nach einem neuartigen Aperitif in der Schweiz fündig wurde und eine entsprechende Rezeptur erwarb. Offiziell ins Markenregister eingetragen wurde der Name Suze allerdings im Jahr 1912, was sich weder mit Variante eins, noch mit Variante zwei einwandfrei decken lässt.

               

Heute wird Suze in der Stadt Thuir in den Pyrenäen hergestellt, die auch als Herkunftsort des berühmten Aperitifs Byrrh bekannt ist. Tatsächlich werden Suze, Byrrh und Pernod in derselben Anlage produziert, die im 19. Jahrhundert von Gustave Eiffel (1832 – 1923) entworfen wurde.

               

Schon von beginn an pflegten die Eigentümer enge Kontakte zu verschiedenen Künstlern, so ist z. B. auf einer Collage von Pablo Picasso aus dem Jahr 1912 eine Flasche Suze zu sehen. Zudem werden seit 2001 immer wieder Sondereditionen veröffentlicht, die von bekannten Künstlern gestaltet werden.


Produkte


Suze Saveur d‘autrefois

Hergestellt aus den Wurzeln des gelben Enzians sowie weiteren Kräutern, Gewürzen und Pflanzenauszügen, Wasser und Zucker; alc. 20% vol.


Weiterführende Links

Website des Herstellers (Französisch)