Sliwowitz

Sliwowitz (auch “Slivovic”, “Šljivovica”, “Slivovice” usw.) ist die im slawischen Sprachraum übliche, jedoch nicht geschützte Bezeichnung für Obstbrände, die aus Pflaumen hergestellt werden. Der Alkoholgehalt beträgt meist zwischen 37,5 und 50% vol. Siehe auch Obstbrand und Pálinka.


Hintergrund

Der Sliwowitz (von “Sliwa” = “Pflaume”) ist der traditionelle Obstbrand der südosteuropäischen Länder, in einigen gilt er sogar als Nationalgetränk, so z. B. in Tschechien, Kroatien, Serbien und Slowenien.

 

Die Pflaume selbst brachte vermutlich Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) durch seine Kriegszüge, die ihn quer durch den Orient bis an die Grenzen Indiens führten, nach Europa. Hauptumschlagplatz des Pflaumenhandels war über Jahrhunderte hinweg die Stadt Damaskus im heutigen Syrien. Unter Karl dem Großen (748 - 814 n. Chr.) wurden Pflaumenbäume in ganz Mitteleuropa systematisch angebaut und erreichten schätzungsweise spätestens ab dieser Zeit ihr Verbreitungsgebiet im Osten und Südosten Europas, möglicherweise sogar schon wesentlich früher.

 

Vor allem in den Balkanländern ist es bis heute üblich, Sliwowitz in kleinen Hausbrennereien für den eigenen Bedarf zu brennen. Mittlerweile existiert jedoch eine ganze Anzahl an Spirituosen-Firmen, die Sliwowitz in größeren Mengen produzieren und auch weltweit vermarkten. Pflaumenbrände sind auch in den anderen Ländern Europas seit langem bekannt und dürfen dort ebenfalls unter dem Namen Sliwowitz vertrieben werden, doch erreichten sie dort niemals dieselbe Beliebtheit wie in den slawischen Ländern.

 

Erstklassige Produkte werden ohne den Zusatz von Farb- oder Aromastoffen hergestellt und lagern bis zu 8 Jahren in Holzfässern, zumeist Eiche, Robinie oder Maulbeerbaum. In Deutschland wurde der Sliwowitz vor allem durch die zahlreichen kroatischen Restaurants bekannt, wo er gerne als Digestif nach dem Essen serviert wird.


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