Royal Oporto

Royal Oporto ist der Name einer Portwein-Marke.


Hintergrund

Die Ursprünge der Marke gehen auf das Jahr 1756 zurück, als nach einem Erlass des ersten Ministers von Portugal, Sebastião José de Carvalho e Mello Marquês de Pombal (1699 – 1782), eine staatliche Einrichtung geschaffen wurde, die den Anbau und die Verarbeitung der Weine des oberen Douro-Tals kontrollieren sollte. Diese königliche Kommission wurde auf den Namen “Real Companhia Velha” (port.: “Alte königliche Kompanie”) getauft und sollte qualitative Standards für Portwein festlegen und durchsetzen, da er in den Jahrzehnten zuvor aufgrund des harten Konkurrenzkampfes und Preisabfalls enorm an Qualität und Prestige verloren hatte. Die Leitung der Kompanie, die auch “Royal Oporto Wine Company” genannt wurde, übertrug man den führenden Winzern und einigen wichtigen Leuten der Stadt Oporto, die somit nicht nur eine Kontrollfunktion ausübten, sondern gleichzeitig auch selbst Portwein herstellten.

 

Die Vorteile und Privilegien, die der Status einer staatlich geförderten Instanz mit sich brachten, waren von unschätzbarem Wert, wurde die Kompanie doch mit einigen exklusiven Marktrechten ausgestattet, zudem stand sie unter dem Schutz des portugiesischen Königs und war deshalb über jeden Zweifel erhaben. Die Folge daraus war, dass die Real Companhia Velha eine überragende Stellung errang und über lange Zeit hinweg weite Teile des Portweingeschäfts kontrollierte und dominierte. Die Macht war sogar in 1762 schon soweit angewachsen, dass man sich veranlasst sah, eine eigene Marineschule zu gründen und zusätzlich zahlreiche neue Kriegsschiffe auf Kiel zu legen, um die von Piraten heimgesuchten Handelswege zu schützen. Die hierfür anfallenden Kosten waren enorm und von Privatleuten praktisch nicht aufzubringen, doch wird dadurch erst recht die unglaubliche Machtposition der Companhia deutlich.

 

Erst 1865 entzog König Fernando II. (1816 – 1885) der Kompanie alle Privilegien und enthob sie ihres Amtes als oberste Kontrollinstanz für sämtliche Belange der Portwein-Industrie. Seither ist sie ausschließlich als privates Unternehmen tätig, das sich trotz dieser Degradierung bis heute als Familienbetrieb erhalten hat und immer noch als eines der führenden Hersteller von Portwein anzusehen ist. Außerdem verfügt die Firma über einige der besten Weingüter des gesamten Douro-Tals. Auch der Name ist dem Haus geblieben, dem trotz des Verlusts aller Privilegien immer noch der Ruhm und das Ansehen vergangener Zeiten anhaftet.


Produkte


Royal Oporto Extra Dry White

Aus den Rebsorten Donzelinho, Esgana-Cão, Gouveio, Malvasia Fina und Viosinho; mindestens 3 Jahre in Holzfässern gereift; auch erhältlich als White (entspricht der Geschmacksrichtung süß); alc. 19% vol.


Royal Oporto Ruby

Aus den Rebsorten Tinta Francisca, Tinta Carvalha, Tinta Roriz, Touriga Francesa und Tinto Cão; mindestens 3 Jahre in Holzfässern gereift; süß; alc. 19% vol.


Royal Oporto Tawny

Aus den Rebsorten Tinta Francisca, Tinta Carvalha, Tinta Roriz, Touriga Francesa, Touriga Nacional und Bastardo; mindestens 5 Jahre in Holzfässern gereift; süß; alc. 19% vol.


Royal Oporto 10, 20, 40 Years Old Tawny

Aus den Rebsorten Tinta Francisca, Tinta Carvalha, Tinta Roriz, Touriga Francesa und Touriga Nacional; mindestens 10 (bzw. 20 und 40) Jahre in Eichenfässern gereift; alle süß und alc. 20% vol.


Royal Oporto Late Bottled Vintage

Jahrgangsportwein unterschiedlicher Jahrgänge; mindestens 6 Jahre in Eichenfässern gereift; Rebsorten, Zucker- und Alkoholgehalt variieren je nach Jahrgang


Royal Oporto Colheita

Jahrgangsportwein unterschiedlicher Jahrgänge; mindestens 8 Jahre in Eichenfässern gereift; Rebsorten, Zucker- und Alkoholgehalt variieren je nach Jahrgang


Royal Oporto Vintage

Jahrgangsportwein unterschiedlicher Jahrgänge; mindestens 10 Jahre in Eichenfässern gereift; Rebsorten, Zucker- und Alkoholgehalt variieren je nach Jahrgang


Royal Oporto Single Quinta

Ein “Single Quinta” stammt von nur einem Weingut, dessen Namen er trägt und wird jahrgangsweise produziert; er reift mindestens 7 Jahre in Eichenfässern; Rebsorten, Zucker- und Alkoholgehalt variieren je nach Wein


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