Riemerschmid

Riemerschmid ist der Name eines deutschen Sirup-Herstellers aus Erding.


Hintergrund

Der Grundstein des heutigen Unternehmens wurde gelegt, als im Jahr 1835 der Färbermeister Anton Riemerschmid Teilhaber der “Königlich-Bayerischen privilegierten Weingeist-, Spiritus-, Likör- und Essigfabrik Tip & Bigl” in der münchner Maximilianstraße wurde. Bis 1852 waren die Firmengründer Tip und Bigl allerdings aus dem Unternehmen ausgestiegen und Anton Riemerschmid wurde zum alleinigen Eigentümer.

 

Aus Platzgründen ließ Riemerschmid auf der Praterinsel eine neue Essigfabrik erbauen, die 1870, zur Zeit der Fertigstellung, zu den modernsten und größten Europas zählte. In 1878, nach dem Tod Anton Riemerschmids, übernahmen dessen Söhne Eduard und Heinrich die Geschäfte, die ihrerseits 1905 von ihren Söhnen Dr. Carl Riemerschmid und Richard Riemerschmid abgelöst wurden. Ihnen ist auch die Errichtung des Schauspielhauses zu verdanken, das heute die Münchner Kammerspiele beherbergt und bis in die 1930er Jahre von der Familie betrieben wurde. Im Jahr 1911 rückte Dr. Robert Riemerschmid in die Unternehmensführung auf, der den Kräuterlikör Escorial erfand und an der Gründung der Radiosendung “Die deutsche Stunde in Bayern” (dem Vorläufer des Bayerischen Rundfunks) beteiligt war.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg brachen auch für die Firma Riemerschmid schwere Zeiten an, wurde Alkohol doch sehr hoch besteuert, um sicherzustellen, dass Kartoffeln und Getreide zu Brot und nicht zu Schnaps verarbeitet wurden. Nach der überstandenen Weltwirtschaftskrise im Anschluss folgte ein erneuter Aufschwung, der noch bis 1943 anhielt. Bombenschäden durch Luftangriffe und Plünderungen durch amerikanische Besatzungstruppen trieben das Unternehmen einmal mehr an den Rand des Ruins. Das Verbot der Herstellung von Trinkalkohol ließ der Firma keine andere Wahl, als sich mit der Produktion von Essig und medizinischem Klostergeist über Wasser zu halten, bis das Verbot im Jahr 1948 endlich gelockert wurde.

 

Zur Zeit des Wirtschaftswunders wurde Heinrich Riemerschmid neuer Chef. Unter seiner Führung wurden der Fruchtsaft-Hersteller Donath und die Wolfra-Kelterei übernommen und der Firmensitz zwecks Modernisierung und Erweiterung in 1984 nach Erding verlegt. Riemerschmid war 1957 das erste Unternehmen, das Tequila nach Deutschland importierte und das damals als ausgesprochen exotisch geltende Getränk erstmals auf dem hiesigen Markt anbot. Seit 1996 ist Riemerschmid Teil des Underberg-Konzerns.


Produkte

Das Sortiment von Riemerschmid umfasst derzeit 25 Bar- und 10 Fruchtsirups. Während die Fruchtsirups aus Fruchtsaft, -mark und Zucker hergestellt werden, ist bei den Barsirups der Fruchtanteil geringer, um eine flüssigere Konsistenz zu erreichen und damit die Arbeit hinter dem Tresen zu erleichtern. Als Ausgleich enthalten diese hochkonzentrierte Aromastoffe, um die Ergiebigkeit zu erhöhen.


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