Ratafia

Ratafia ist die geschützte Bezeichnung für  Liköre, die zum Einen aus grünen Walnüssen und Kräutern hergestellt werden und aus Katalonien stammen müssen (Ratafia Catalana), zum Anderen für solche, die aus Traubenmost (Saft) und Tresterbrand bzw. Marc de Champagne hergestellt werden und aus der Champagne stammen müssen (Ratafia de Champagne). Der Zusatz natürlicher oder künstlicher Farb- und Aromastoffe ist erlaubt. Für beide gelten ein Zuckergehalt von mindestens 100 g/l, sowie ein Alkoholgehalt von wenigstens 15% vol.


Hintergrund

Obwohl beide oben genannten Liköre denselben Namen tragen, so handelt es sich doch um zwei grundverschiedene Produkte. Der gemeinsame Namensursprung soll in der Champagne des 16. Jahrhundert liegen, wo Kaufleute ein erfolgreich abgeschlossenes Handelsabkommen üblicherweise mit einem Schluck mit Traubenmost vermischten Tresterbrand besiegelten. Angestoßen wurde mit den lateinischen Worten “rata fiat conventio”, was so viel bedeutet wie “im Sinne des Handels” und woraus später die Verballhornung “Ratafia” wurde.

 

Im Laufe der Zeit wurde diese Bezeichnung auch für viele andere alkoholische Getränke übernommen, die typischerweise meist recht süß waren - heute würde man vielleicht von Likören sprechen - und aus den verschiedensten Früchten und auch Kräutern und Weinen hergestellt wurden. Tatsächlich hat sich die Bezeichnung Ratafia bis heute vor allem in Spanien, Frankreich und auch Italien für die verschiedensten Spirituosen erhalten, doch stehen bislang nur der Ratafia de Champagne und der Ratafia Catalana unter rechtlichem und geographischem Schutz. Die Bedeutung sämtlicher Produkte ist ohne Ausnahme regionaler Natur und nicht selten nur für den Eigenverbrauch der Erzeuger relevant. Auf den länderübergreifenden Märkten sind sie kaum zu finden.


Die Region

Die geographischen Gebiete, in denen Ratafia hergestellt bzw. als solcher bezeichnet werden darf, entsprechen exakt den Flächen der Region Champagne in Frankreich bzw. der Provinz Katalonien in Spanien.



Herstellung


Ratafia de Champagne

Das französische Produkt gleicht im Wesentlichen dem Pineau des Charentes, mit dem Unterschied, dass anstelle von Cognac der Tresterbrand Marc de Champagne verwendet wird. Es gibt sowohl weißen als auch roten Ratafia de Champagne, je nachdem, welche der auch für Champagner zugelassenen Rebsorten für den Most herangezogen werden. Einige Hersteller verwenden nur den Saft der ersten Pressung, doch ist ein diesbezüglicher qualitativer Unterschied sehr umstritten. Die Gärung des Traubenmosts wird durch die Zugabe des hochprozentigen Tresterbrandes rechtzeitig gestoppt, sodass noch genügen Restzucker erhalten bleibt. Die Reifezeit vor der Flaschenabfüllung muss auch hier mindestens 18 Monate betragen.


Ratafia Catalana

Grüne Walnüsse sowie verschiedene Kräuter wie z. B. Kamille, Zimt, Anis, Oregano usw. werden für mindestens 2 Monate in hochprozentigen neutralen Alkohol eingelegt und ausgelaugt (mazeriert). Nach dem Herausfiltern der festen Bestandteile wird das Destillat für mindestens 3 Monate in Holzfässer zur Reife eingelagert. Anschließend wird der Ratafia mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt, mit Zucker gesüßt und in Flaschen abgefüllt.


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