Pyrat

Pyrat ist der Name einer englischen Rum-Marke, die auf der Karibikinsel Anguilla gelagert und abgefüllt wird.


Hintergrund

Die Ursprünge der Marke gehen zurück auf den englischen Seemann C. J. Planter, der nach einigen Jahren eines harten Lebens auf hoher See gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der britischen Karibikinsel Anguilla (span.: “Aal”) gelandet war. Noch immer bei guter Gesundheit und in den besten Jahren, lernte er dort einen ortsansässigen Zuckerrohrplantagen-Besitzer sowie dessen zauberhafte Tochter kennen. Der Plantagier nahm den Neuankömmling auf wie einen Sohn und gab ihm eine Anstellung auf der Plantage. Es dauerte nicht lange und der Seemann verliebte sich in die Tochter seines Dienstherrn, schon bald darauf heirateten die beiden.

 

Eines Tages geschah es nun, dass der Plantagenbesitzer bei einem tragischen Feuer in einem der zum Grundstück gehörenden Gebäude ums Leben kam. Die Erbschaft fiel nun seiner Tochter und C. J. Planter zu, der sich umgehend an die Errichtung einer eigenen Destillerie, die erste auf Anguilla überhaupt, machte. In Zusammenarbeit mit seiner Schwiegermutter, einer auf der ganzen Insel bekannten Voodoo-Zauberin, kreierte Planter einen einzigartigen und lange gereiften Rum, den er in üblicher Weise nach sich selbst “Planter's Rum” benannte. Der Markenname “Pyrat” tauchte erst einige Jahre später als Bezeichnung für einen Rum-Blend aus dem Hause C. J. Planter auf.

 

Planter's Rum wurde recht bald auch außerhalb der Karibik vertrieben, dort wurden ihm unter den Seefahrern aufgrund der mutmaßlichen Hexenkräfte der Schwiegermutter allerlei übernatürliche Wirkungen nachgesagt, doch erreichte er wohl nie allzu große Bekanntheit. Erst in jüngster Vergangenheit, nach einem Joint-Venture mit der in Las Vegas ansässigen The Patrón Spirits Company im Jahr 1996, wurde die frühere Produktbezeichnung “Pyrat” zum alleinigen Markennamen umfunktioniert. Die US-Firma setzte viel auf den umfangreichen Aufbau der Marke und tatsächlich erreichten die Pyrat-Rums schon nach einigen Jahren regelmäßig hohe Platzierungen auf internationalen Spirituosen-Wettbewerben.

           

Heute existiert auf Anguilla keine einzige Rum-Destillerie mehr, auch die alte Planters-Destillerie besteht nur noch in Form eines Museums. Nicht einmal Zuckerrohrplantagen finden sich noch auf der kleinen Karibikinsel. Stattdessen unterhält die C. J. Planter Company auf Anguilla lediglich einen Blending- und Lagerbetrieb, wo frisch gebrannte, aber auch bereits gelagerte Melasse-Rums von namhaften Fremdfirmen eingekauft und zur Reife eingelagert werden. Das Geheimnis der Pyrat-Rums und ihren hohen Auszeichnungen - unter vielen gilt die Marke Pyrat als eine der besten Rums überhaupt - liegt also in erster Linie in den verwendeten Holzfässern, der langen Reifezeit und der Kunst des richtigen Verschnitts.

 

Die Flaschen der Produkte “XO Reserve” und “Cask 1623” sind mundgeblasen und nummeriert. Zudem befindet sich an ihrem Hals ein Metallanhänger, auf dem der sog. “Hoti” abgebildet ist. Laut Herstellerangaben soll C. J. Planters Schwiegermutter auf die Idee gekommen sein, Hoti, den angeblichen, zen-buddhistischen “Schutzpatron der Barkeeper” bzw. “Gastwirte”, als Maskottchen für ihren Rum zu übernehmen. Ob wahr oder nicht, Hoti ist in jedem Fall ein passender Werbegag.


Produkte


Pyrat Rum Pistol

Ein Blend aus lange gereiften Rums, jedoch jünger als der XO Reserve; alc. 40% vol.


Pyrat Rum XO Reserve

Ein Blend aus bis zu 15 Jahren in französischen Limousin- und amerikanischen Weißeichenfässern gereiften Rums; die Flasche ist mundgeblasen und in der Form den klassischen Rum-Flaschen des 18. Jahrhunderts nachempfunden; alc. 40% vol.


Pyrat Rum Cask 1623

Ein Blend aus bis zu 40 Jahren in Eichenfässern gereiften Rums; nur ausgewählte Fässer von außergewöhnlicher Qualität werden für die Lagerung herangezogen; alc. 40% vol.


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