Pusser's

Pusser's ist der Name einer englischen Rum-Marke.


Hintergrund

Die Marke ist wohl wie kein zweiter Rum aufs Engste mit der Geschichte der britischen Marine verwoben. Sie entstand, als die britische Admiralität im Jahr 1655 allmählich damit begann, das nur bedingt haltbare Bier auf den Schiffen durch karibischen Rum zu ersetzten, den die englischen Kolonien auf Jamaika, Barbados und anderswo in zunehmendem Maße lieferten. Ab 1731 war Rum letzten Endes auf sämtlichen Navy-Schiffen standardmäßig eingeführt und jedem einfachen Matrosen stand eine tägliche Ration von zweimal zwei Gills (2 Gills = ½ Pint = 0,284 l) zu.

 

Ausgegeben wurden die Rationen vom Zahlmeister (engl.: “Purser”), woraus im Matrosenjargon schon irgendwann zuvor die Verballhornung “Pusser” geworden war. Alles, was der Zahlmeister an die Besatzung ausgab, ganz gleich ob nun Werkzeug, Nähzeug oder die Heuer, wurde als “Pusser's” bezeichnet, was schließlich nicht anders auch auf die regelmäßigen Portionen Rum zutraf. Vor und nach Gefechten, sowie nach erfolgreichem Abschluss von Aufträgen, wurden die Mannschaften mit einer extra Ration “Pusser's” versorgt, um sie bei Laune zu halten, zu belohnen, zu betäuben oder um die überstandenen Qualen und das Leid vergessen zu machen.

 

Diese Tradition hatte über Jahrhunderte hinweg bestand, tatsächlich ist sie sogar eine der längsten Traditionen in der Geschichte der Seefahrt, bis sie am 31. Juli 1970 offiziell und endgültig abgeschafft wurde. Die britische Admiralität begründete ihre Entscheidung damit, dass in einer modernen Flotte kein Platz mehr für derartige Dinge sei, die letztlich aus einer Zeit stammen, zu der das Leben auf See rau und hart war und man den Feind nicht über mehrere Meilen hinweg bekämpfte, sondern ihm buchstäblich Auge in Auge gegenüberstand. Noch am selben Tag wurden auf jedem Schiff der britischen Navy überall auf der Welt die letzten Rationen Rum an die Matrosen ausgegeben und es wird gesagt, nicht wenige der sonst so starken Männer hätten dabei Sturzbäche an Tränen vergossen.

 

Im Jahr 1979 wurde die Idee von der alten Seemannstradition vom Unternehmer Charles Tobias aufgegriffen, der die Rechte sowie die Rum-Rezepte von der britischen Admiralität erwarb und ein Jahr später die Marke Pusser's ins Leben rief. Die Rezepturen halten sich dabei streng an die seit mehreren hundert Jahren bestehenden Vorgaben der Navy, die Rums aus Guyana, Trinidad und den British Virgin Islands (= britische Jungferninseln, bestehend aus 16 bewohnten Inseln) zu einem Blend vermischte.

 

Mit dem Verkauf jeder Flasche Pusser's Rum fließt ein Teil der Einnahmen in den Royal Navy Sailor's Fund, einem Wohltätigkeitsfond, der ehemaligen Matrosen zugutekommt. Bezeichnend für den Erfolg der Marke Pusser's ist die Tatsache, dass der Erlös aus dem Flaschenverkauf heute die Haupteinnahmequelle des Fonds darstellt.

           

Neben dem Mischungsverhältnis der verschiedenen Rum-Sorten von Guyana, Trinidad und den British Virgin Islands, wird auch die Destillation gemäß den traditionellen Vorgaben durchgeführt. Hierzu werden zwei altertümlich anmutende, über 200 Jahre alte hölzerne Pot-Still-Brennkessel verwendet, die weltweit einzigartig sind und seit jeher zur Navy-Rum-Produktion benutzt werden. In Anbetracht der Umstände, dass sie sehr alt und zudem aus Holz sind, ist die Destillation sehr ineffizient und teuer, was sich natürlich auf den Preis niederschlägt. Da die hölzernen Kessel jedoch das Aroma von 200 Jahren Rum-Produktion in sich aufgenommen haben, sprechen die Qualität und der Geschmack von Pusser's für sich. Es werden keinerlei künstliche oder natürliche Zusatzstoffe beigegeben.


Produkte


Pusser's Rum

Erhältlich als 108 Proof (alc. 54% vol.) und 84 Proof (alc. 42% vol.); mehrere Monate in Eichenfässern gereift


Pusser's Aged 15 Years

15 Jahre in Eichenfässern gereift; alc. 40% vol.


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