Pommeau

Pommeau ist die geschützte Bezeichnung für französischen Likörwein,  der aus 1/3 Calvados und 2/3 teilweise vergorenem Apfelmost (Saft) hergestellt wird und aus der Normandie (“Pommeau de Normandie”), der Bretagne (“Pommeau de Bretagne”) oder der Grafschaft Maine (“Pommeau du Maine”) stammen muss. Der Alkoholgehalt muss zwischen 16 und 22% vol.  betragen.


Hintergrund

Der Pommeau wurde zwischen 1948 und 1953 von Edmund Chort-Mutel, dem Sohn einer alteingesessenen Brennerfamilie aus der Normandie, in Pont Audemer erfunden. Ähnliche Produkte aus Branntwein, Wein und Most waren zu dieser Zeit aber schon seit Jahrhunderten in Frankreich und andernorts bekannt, es handelte sich also keineswegs um ein absolutes Novum. Warum Chort-Mutel seinen Likörwein ausgerechnet “Pommeau” (frz.: “Knauf”) nannte, bleibt sein Geheimnis. Vermutlich geschah dies jedoch als Verballhornung des Wortes “Pomme”, “Apfel”. Bei der Herstellung orientierte er sich vermutlich sehr eng am bereits seit Jahrhunderten bekannten Cognac-Likör Pineau des Charentes, der auf sehr ähnliche Weise hergestellt wird.

 

Lange Zeit blieb der Pommeau jedoch ein auf die Region beschränktes Produkt, da die staatlichen Behörden die Anerkennung und Reglementierung bis zum Jahr 1981 erschwerten und er deshalb nicht als eigenständige Spirituose zugelassen war und folglich auch nicht also solche vertrieben werden konnte. Erst seit 1991 ist “Pommeau” eine gesetzlich geschützte Bezeichnung, die nur für Likörweine aus den klassischen Apfelwein-Gebieten Normandie und Bretagne, sowie der ehemaligen Provinz Maine verwendet werden darf.

 

Auch heute noch ist er eine hauptsächlich auf diese Regionen begrenzte Spezialität, die außerhalb Frankreichs zwar durchaus erhältlich, doch nur wenig bekannt ist. Viele bekannte Calvados-Hersteller haben mittlerweile auch einen Pommeau im Angebot, der für gewöhnlich von ähnlich hoher Qualität ist wie die Apfelbrände selbst.

 

Pommeau trinkt man am besten leicht gekühlt vor oder nach dem Essen.


Herstellung

Pommeau darf nur in der gesetzlich definierten Normandie-, Bretagne- oder Maine-Region  aus Calvados sowie dem Most 30 zugelassener Apfelsorten hergestellt werden.

 

Der frisch gekelterte Apfelmost wird zunächst zu Wein vergoren. Bevor jedoch der Zucker vollständig in Alkohol und Kohlenstoffdioxid aufgespalten worden ist, wird die Gärung durch die Zugabe von mindestens 1 Jahr gereiftem, 65%igen Calvados gestoppt, um genügend Restzucker und damit die charakteristische Süße zu erhalten. Das Mischungsverhältnis muss dabei 1/3 Calvados und 2/3 Apfelmost betragen. Bevor der Likörwein abgefüllt werden darf, muss er mindestens 14 Monate in Eichenholzfässern reifen. Der Alkoholgehalt muss zwischen 16 und 22% vol. betragen.