Noyaux

Noyaux (auch “Noyau”, “Noyeaux” oder “Noyeau”) ist die nicht geschützte, jedoch in Frankreich übliche Bezeichnung für einen ursprünglich vermutlich ebenfalls aus Frankreich stammenden Likör, der aus Weinbrand oder neutralem Alkohol und den Kernen von Steinobst (z. B. Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen) und evtl. Nüssen hergestellt wird. Der Alkoholgehalt beträgt meist zwischen 15 und 24% vol.


Hintergrund

Die Ursprünge des Noyaux-Likörs oder Crème de Noyaux (frz.: “Noyaux” = “Steinobstkern”) liegen völlig im Dunkeln und tatsächlich kennt ihn heute kaum jemand. Die Bezeichnung ist keineswegs in irgendeiner Weise rechtlich geschützt, doch legt allein der Name die Vermutung nahe, dass der Likör irgendwann in Frankreich entstanden sein muss. Es gibt nicht einen bekannten Hersteller, der sich mit einer über Generationen währenden Noyaux-Tradition rühmt, so wie dies bei fast allen Spirituosen der Fall ist, und so bleibt die Geschichte dieser seltenen Spezialität reine Spekulation.

 

Es ist sehr wohl möglich, dass es den Noyaux schon seit Jahrhunderten gibt, denn seine Herstellung ist alles andere als aufwendig und das natürliche Bedürfnis der Menschen, auch noch die letzten Reste und vermeintlichen Abfälle sinnvoll zu verwerten, findet sich auch bei anderen Produkten wieder – Trester, Grappa und Marc sind hierfür nur einige Beispiele. Gut vorstellbar also, dass Obstbauern und Obstbrenner die ihres bereits verarbeiteten Fruchtfleisches entledigten Pfirsich- und Aprikosenkerne sammelten, aufknackten und die essbaren Kerne in die landestypischen Brände wie Cognac, Armagnac usw. einlegten. Hinzu kamen möglicherweise noch weitere Zutaten aus der jeweiligen Umgebung wie Kräuter, Nüsse, Honig oder Gewürze.

 

Die wenigen heute erhältlichen Noyaux-Liköre unterscheiden sich zum Teil beträchtlich voneinander. Allen gemein sind lediglich die namengebenden Steinobstkerne, alles weitere wie die Verwendung von Cognac, Weinbrand oder neutralem Alkohol, die Zugabe von Nüssen oder anderen Fruchtauszügen, sowie Alkohol- und Zuckergehalt sind Sache der Hersteller, die sich diesbezüglich an keine gesetzlichen Vorgaben halten müssen.