Mumm

Mumm ist der Name einer deutschen Sektkellerei in Hochheim am Main, sowie der eines französischen Champagner-Herstellers aus Reims.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1827 von den aus Deutschland stammenden Brüdern Gottlieb, Jacobus und Philipp Mumm in der französischen Stadt Reims als Champagnerkellerei P. A. Mumm gegründet. Als Namensgeber diente ihr Vater, Peter Arnold Mumm, der als erfolgreicher Kaufmann in Frankfurt am Main zu Geld gekommen war.

 

In 1852, nach dem Tode Gottliebs, konnte man sich nicht auf eine gemeinsame Geschäftspolitik einigen und spaltete das Unternehmen in zwei voneinander unabhängige Firmen auf: G. H. Mumm & Co., unter der Leitung Gottliebs Sohnes Georges Hermann, und Jules Mumm & Co., benannt nach Jacobus' Sohn Julius Engelbert.

 

Um die Jahrhundertwende unterhielt man bei G. H. Mumm rund 20 Niederlassungen in aller Welt wie z. B. den USA, Russland und Brasilien, und exportierte Champagner sogar in die entferntesten Winkel Asiens. U. a. wurde die Firma zum Hoflieferanten des englischen Königshauses ernannt und war Anfang des 20. Jahrhunderts mit rund 3 Mio. verkauften Flaschen jährlich sogar zum größten Champagner-Haus der Welt aufgestiegen. 1910 wurde die Bruderfirma Jules Mumm aufgekauft und nach 58 Trennungsjahren wieder unter einem Dach mit G. H. Mumm vereint. 

 

Nur vier Jahre später, nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurde die deutsche Familie Mumm von der französischen Regierung enteignet und sah sich gezwungen, nach Deutschland zurückzukehren. Das Champagnerhaus in Reims wurde unterdessen von Georges Robinet, einem engen Mitarbeiter von Mumm, verwaltet und zum Verkauf angeboten, wonach gleich mehrere Parteien, darunter Dubonnet und René Lalou, unterschiedlich große Anteile erwarben und die Geschäfte fortführten.

 

Nach Ende des Krieges gründeten die Mumms im Jahr 1922 in Frankfurt am Main die Sektkellerei Godefroy H. von Mumm & Co., doch versuchten die Franzosen ihnen die Verwendung des Namens Mumm zu verbieten. Nach sich über Jahre hinziehenden Prozessen vor Gericht behielt die deutsche Sektkellerei auch weiterhin das Recht, den Namen Mumm zu verwenden. Die einzige, etwas seltsam anmutende Bedingung des Gerichts war, dass man lediglich die Farben Schwarz und Weiß für die Etikettierung der Flaschen verwenden durfte.

 

Um das Jahr 1970 wurde sowohl das französische Champagner- als auch das deutsche Sekt-Haus Mumm von Seagram übernommen und fand sich somit einmal mehr in ein und demselben Konzern vereint. Die französische Champagner-Marke wurde 1999 jedoch von einer US-Investmentgesellschaft übernommen (seit 2005 gehört sie zu Pernod-Ricard), während sich die deutsche Sektmarke seit 2002 im Besitz der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien befindet.

 

Mumm-Champagner ist mit beinahe 8 Mio. verkauften Flaschen jährlich in über 100 Ländern der Erde vertreten und das drittgrößte Champagner-Haus überhaupt. Zudem besitzt die Firma 219 ha Weinberge in den besten Lagen, womit etwa 20% des Traubenbedarfs gedeckt werden kann. Mumm-Sekt hingegen zählt zu den bekanntesten deutschen Sekt-Marken.


Produkte

Auch wenn die beiden Firmen heute nichts mehr miteinander gemein haben und  lediglich ihr Ursprung sie verbindet, so werden sie doch an dieser Stelle der Einfachheit halber zusammen behandelt.


Mumm Sekt

Im Tankgärverfahren hergestellt; erhältlich in den Geschmacks-richtungen Extra Dry, Dry und als Rosé Dry; alc. 11,5% vol.


Mumm Jules Mumm Sekt

Im Tankgärverfahren hergestellt; erhältlich in den Geschmacks-richtungen Dry, Medium Dry und als Rosé Dry; alc. 11% vol.


G. H. Mumm Cordon Rouge

Seit 1876 mit einem Anteil von über 80% die Hauptmarke des Hauses; aus den Rebsorten Pinot Noir (45%), Chardonnay (30%) und Pinot Meunier (25%) von 77 verschiedenen Lagen gemischter Crus; 10 – 15% davon sind gereifte Reservéweine; 3 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 12% vol.


G. H. Mumm Demi-Sec

Aus den Rebsorten Pinot Meunier (55%), Pinot Noir (35%) und Chardonnay (10%), davon 20 bis 25% Reservéweine; 3 Jahre auf der Hefe gereift; mit einem Restzuckergehalt von 44 g/l und alc. 12% vol.


G. H. Mumm Cordon Rosé

Roséchampagner aus den Rebsorten Pinot Noir (60%), Chardonnay (22%) und Pinot Meunier (18%) von 77 verschiedenen Lagen gemischter Crus; 3 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 12% vol.


G. H. Mumm Grand Cru

Aus den Sorten Chardonnay und Pinot Noir der fünf besten Lagen Aӱ, Bouzy, Avize, Verzenay und Cramant; 3 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 12% vol.


G. H. Mumm Millésimé

Jahrgangschampagner; nur in außergewöhnlich guten Erntejahren hergestellt; die Cuvée entspricht derjenigen des Cordon-Rouge, die Reifezeit auf der Hefe beträgt mindestens 3 Jahre; alc. 12% vol.


G. H. Mumm de Cramant

Seit 1960 erhältlich (ab 1882 zunächst nur für den Familienkreis hergestellt); ausschließlich aus Chardonnay-Weinen der Spitzenlage Cramant; 3 Jahre auf der Hefe gereift; mit einem Restzuckergehalt von 6 g/l und alc. 12,5% vol.


G. H. Mumm Cuvée R. Lalou

Nach René Lalou, der von 1920 bis 1973 (ab 1939 als Präsident) für das Haus Mumm tätig war, benannter Jahrgangschampagner; seit 1966 nur äußerst selten hergestellt; bestehend aus Weinen von 8 verschiedenen Grand Crus; die Zusammensetzung der Grundweine variiert; die Reifezeit auf der Hefe beträgt zwischen 7 und 10 Jahren; mit einem Restzuckergehalt von 6 g/l


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