Marchesi de' Frescobaldi

Marchesi de' Frescobaldi ist der Name eines italienischen Weinherstellers aus Florenz in der Toskana.


Hintergrund

Die Geschichte des Unternehmens begann um das Jahr 1000 n. Chr., als die ersten Mitglieder der Familie Frescobaldi aus dem Val de Pesa nach Florenz übersiedelten, um sich im Bank- und Textilgewerbe zu betätigen. Diese Geschäfte erwiesen sich als überaus profitabel und die Frescobaldis häuften die folgenden Generationen über enorme Reichtümer an, erwarben viele Ländereien und gehörten bald zu den reichsten Familien der Stadt.

 

Mit Berto de' Frescobaldi begann die Familie um 1300 erstmals damit, sich auch im Weinbau zu etablieren. Unter den weitläufigen Besitzungen befanden sich zu dieser Zeit neben Wäldern, Mühlen, Äckern und Gutshöfen auch einige Weingüter. Die Familie exportierte ihren Wein bis nach Flandern und England und erwarb sogar den Titel eines Hoflieferanten für den englischen Königshof. Zu den prominenten Kunden des Unternehmens zählte der Vatikan ebenso wie der berühmte Bildhauer Donatello oder Heinrich VIII.

 

Unterdessen blieb das Bankgeschäft das wichtigste Standbein und dank des unverändert fließenden Geldstromes konnte man sich sogar Forschungsunternehmungen bis nach Indien und China leisten. Doch die mächtigen, Kunst und Kultur fördernden Frescobaldis sorgten auch für so manchen Skandal. So hatten die geladenen Gäste eines Balls in der Villa di Montecastello – von den Gesichtsmasken einmal abgesehen - vollkommen nackt getanzt, woraufhin Bartolomeo Frescobaldi mit dem Kirchenbann belegt wurde und zur Strafe unter anderem 40 Kirchen im Val di Pesa stiften musste (was nur einen weiteren Beweis für dessen enormes Vermögen darstellt).

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbte der aus Burgund stammende Marchese Vittorio degli Albizzi die toskanischen Besitztümer seiner florentiner Verwandten und brachte seine in Frankreich erworbenen Erfahrungen im Weinbau in das Unternehmen ein. Er gilt als einer der Ersten in Italien, der sich auf nur wenige Rebsorten festlegte und vor allem auf Chardonnay, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Pinot Nero, Cabernet und Merlot setzte. Im Jahr 1995 gründete man zusammen mit Robert Mondavi Winery den Weinbaubetrieb Luce della Vite und erwarb einige der besten Lagen um Montalcino in der Toskana.

           

Heute blickt das Familienunternehmen auf eine über 700jährige Geschichte zurück, ist im Besitz von über 1200 ha Weinbergen verteilt auf 7 Weingüter in den besten Lagen und ist der bedeutendste Weinerzeuger der Toskana und damit auch unter den ganz Großen der Welt.


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