Lutter & Wegner

Lutter & Wegner ist der Name eines deutschen Sekt-Herstellers aus Berlin.


Hintergrund

Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1811 mit der Eröffnung der Weinstube Lutter & Wegner am Berliner Gendarmenmarkt durch die beiden Kaufleute Christoph Lutter und August Friedrich Wegner. Dort, im Herzen der Stadt am Königlichen Nationaltheater gelegen, entwickelte sich das Gasthaus schon bald zum Treffpunkt für Schauspieler, Musiker, Komponisten und zahlreiche Größen aus Kunst und Kultur. Zu den ersten und zugleich berühmtesten Stammgästen zählte der berühmte Schriftsteller, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Zeichner und Karikaturist E.T.A. Hoffmann, der gleich um die Ecke seine Wohnung hatte und dem Lokal bis zu seinem Tod im Jahr 1822 treu blieb.

 

In 1827 trennte sich Wegner geschäftlich von seinem Partner Lutter und stieg damit aus der Firma aus, doch wurde der vollständige Name aus Bekanntheits- und Prestigegründen auch weiterhin von Christoph Lutter beibehalten. 1851 wurde das inzwischen weithin bekannte Unternehmen zum Hoflieferanten des Preußischen Prinzen und späteren Kaisers Friedrich Wilhelm ernannt, doch zählten zu dieser Zeit bereits andere prominente Persönlichkeiten, wie z. B. Otto von Bismarck, zu den Stammkunden von Lutter & Wegner.

 

In den 1920er Jahren war die Weinstube Anlaufpunkt für Viele, die das Leid und die Schmach des Ersten Weltkrieges zu vergessen suchten, indem sie sich den vielfältigen Vergnügungen der schillernden Hauptstadt hingaben und sich kopfüber ins nicht selten zwielichte und maßlose Nachtleben Berlins stürzten. Hier traf man nicht nur Musiker, Dichter, Regisseure und Revuegirls nebst kleinen Schauspielern und Statisten, sondern auch wahre Weltstars des Showgeschäfts wie Marlene Dietrich, Josephine Baker und viele andere.

 

Der Zweite Weltkrieg ging beinahe bis zuletzt am Lutter & Wegner vorbei, ohne größere Schäden zu verursachen. Dies änderte sich tragischerweise am 25. August 1944 bei einem massiven Luftangriff der Alliierten Bomberverbände auf das Zentrum Berlins. Dabei wurde nicht nur das Gebäude, das die Weinstube beherbergte vollkommen zerstört, auch der angrenzende Gendarmenmarkt samt Theater und der beiden Dome gleichte danach einem einzigen Trümmerfeld. Lediglich die tiefen Keller des Gebäudes ließen einen sehr improvisierten Geschäftsbetrieb auch weiterhin zu. Während im April 1945 im Schauspielhaus die letzte Oper aufgeführt wurde, war die Rote Armee bereits tief ins Zentrum der Stadt vorgestoßen - am Gendarmenmarkt konnte man schon den näherkommenden Gefechtslärm vernehmen – und das vorläufige Ende des Lutter & Wegner wurde mit Pauken und Trompeten eingeläutet.

 

In der völlig zerstörten Stadt hatten die in Ruinen hausenden Menschen weder das Geld, noch die Zeit für Zerstreuungen gleich welcher Art, und das Weinlokal schloss 1947 für lange Zeit seine Pforten. Im Jahr 1975 wurde das zerstörte Gebäude bei den Wiederherstellungsarbeiten des Gendarmenmarktes komplett abgerissen. Erst 1997, nach 50jähriger Abwesenheit, kehrte das Lutter & Wegner unter der Führung von Josef Laggner in die Charlottenstraße 56 zurück, nur zwei Straßenecken vom ursprünglichen Standort entfernt.

           

Im Lutter & Wegner wurde einer überlieferten Geschichte zufolge 1825 der Begriff “Sekt” für deutschen Schaumwein erfunden. Demnach soll der Stammgast und Hofschauspieler Ludwig Devrient nach der Aufführung von Shakespeares “Heinrich IV.”  das Lokal  betreten und dem Kellner noch unter dem nahen Eindruck seiner Rolle als Fallstaff “Bring' er mir Sec, Schurke!” zugerufen haben. “Sec” war eigentlich die bei den Engländern übliche Bezeichnung für spanischen Sherry (“Vino Seco”), doch war sich der Kellner durchaus im Klaren darüber, dass Devrient Champagner meinte, da dies das übliche Stammgetränk des Schauspielers war. So bürgerte sich “Sekt” in Deutschland recht schnell ein, doch wurde diese Bezeichnung erst 1925, also gut einhundert Jahre nach dieser Episode, landesweit gesetzlich festgeschrieben.


Produkte


Lutter & Wegner Gendarmenmarkt Trocken

Nach dem Tankgärverfahren hergestellt; mit 28 g Zucker/Liter und alc. 11% vol.


Lutter & Wegner Sekt Rot Halbtrocken

Aus Rotweinen nach dem Tankgärverfahren hergestellt; mit 48 g Zucker/Liter und alc. 11% vol.


Lutter & Wegner Riesling Extra Trocken

Aus deutschen Rieslingweinen nach dem Tankgärverfahren hergestellt; mit 17 g Zucker/Liter und alc. 11,5% vol.


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