Linie Aquavit

Linie Aquavit ist der Name einer norwegischen Aquavit-Marke.


Hintergrund

Der Legende zufolge war im Jahre 1805 der Segler “Throndhiems Prøve” des Reeders Heinrich Meincke und dessen Schwester Catharina Lysholm, beladen mit Stockfisch, Speck, Käse und 5 Fässern norwegischem Aquavit, auf dem Weg von Trondheim nach Indonesien. Doch dort angekommen zeigte sich die ansässige Bevölkerung von dem rauen skandinavischen Getränk nicht sonderlich begeistert und der Kapitän konnte letztlich kein einziges der geladenen Fässer verkaufen. In 1807 gelangte das Schiff mit der vollkommen unangetastet gebliebenen Aquavit-Ladung wieder im Ausgangshafen von Trondheim an. Beim Öffnen der wiederum gelöschten Fässer stellte man erstaunt fest, dass sich der Geschmack des Aquavits stark verändert hatte - er war nun wesentlich milder und wohlschmeckender als zuvor. Man führte dies auf die ständige Bewegung auf hoher See, die wechselnden klimatischen Verhältnisse von tropischer Hitze, bis hin zu eisiger Kälte während der Reise, und die salzige Meeresluft zurück.

 

Trotz dieser Feststellung dauerte es noch bis 1821, bis Jørgen B. Lysholm, ein Sohn Catharina Lysholms, der von den Ereignissen im Jahr 1807 aus Erzählungen seiner Mutter wusste, in Trondheim eine Destillerie gründete und systematisch damit begann, Frachtschiffe, die vor allem Stockfisch geladen hatten und auf dem Weg nach Südamerika oder Asien waren, mit Aquavitfässern zu beladen. Doch schon kurz darauf machte Lysholm der Staat Norwegen einen Strich durch die Rechnung, denn die Herstellung und der Verkauf von alkoholischen Getränken wurden landesweit verboten. Es war im Jahr 1831, als das staatliche Monopol auf Alkoholika beschlossen wurde und die Regierung auch die Produktion von Linie Aquavit nach der hergebrachten und durch Jørgen B. Lysholm verfeinerten Methode übernahm.

 

An diesem Verfahren hat sich bis heute nichts verändert, lediglich die Reisedauer hat sich aufgrund des technischen Fortschritts von beinahe 2 Jahren auf nunmehr nur noch 19 Wochen verkürzt. Dabei wird der Äquator, der von den Norwegern die “Linie” genannt wird, 2 mal überquert, und im Schnitt werden etwa 35 Länder Amerikas und Asiens angelaufen. Auf dem Rückenetikett jeder Flasche sind der Name des Schiffes sowie die genaue Reisezeit angegeben. Die Marke wird auch heute noch vom staatlichen Konzern Arcus AS mit Sitz in Oslo hergestellt.

           

Der neutrale Alkohol, der als Ausgangsbasis für Linie Aquavit dient, wird auch heute noch aus Kartoffeln gewonnen. Nach der Zugabe von Kümmel, Dill, Anis, Fenchel, Koriander und anderen Gewürzen wird das Gemisch erneut destilliert und anschließend gefiltert. Um die charakteristische Farbe und den besonderen Geschmack zu erreichen, wird der Aquavit in alte spanische Oloroso-Sherry-Fässer gefüllt, in denen er schließlich seine Reise um die Welt antritt. Dabei werden die Fässer damals wie heute an Deck des jeweiligen Schiffes der Wilhelmsen Reederei festgemacht, denn mittlerweile gilt es als erwiesen, dass tatsächlich hauptsächlich die Luft für die positiven Auswirkungen verantwortlich ist. Das Schaukeln während der Fahrt sorgt zudem für einen optimalen Austausch zwischen Aquavit, Holz und Meeresluft. Nachdem die Frachtschiffe wieder in Norwegen angekommen sind, wird der Aquavit für weitere 12 bis 14 Monate in den Sherry-Fässern belassen. Da kein Fass völlig dem anderen gleicht, erstellt der Master-Blender aus allen vorhandenen Fässern eine Komposition, die eine gleichbleibende Qualität und einen konstanten Geschmack garantiert.


Produkte


Lysholm Fabrik Mærke Linie Aquavit

Aus neutralem Kartoffelalkohol, Kümmel, Dill, Anis, Fenchel, Koriander u. a.; rund 18 Monate in Oloroso-Sherry-Fässern gereift, davon 19 Wochen auf hoher See;  alc. 41,5% vol.


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