Limonade

Limonade ist die Bezeichnung für alkoholfreie Getränke, die aus Wasser, Zucker oder Süßstoffen (mind. 7%), Aromastoffen, Frucht- und Kräuterauszügen und sog. Genusssäuren (Zitronen-, Wein-, Apfelsäure) hergestellt werden. Der Zusatz von Kohlensäure, Koffein (max. 32mg/100ml), Chinin oder natürlichen Farbstoffen (Karamell) ist ebenfalls üblich, muss jedoch auf dem Flaschenetikett eigens angegeben werden. Die Verwendung künstlicher Aroma- und Farbstoffe ist nicht zulässig.


Hintergrund

Die ersten Belege für ein als “Limonata” bezeichnetes Getränk stammen aus dem späten 16. Jahrhundert aus Spanien. Diese frühe Bezeichnung leitete sich ganz einfach vom spanischen Wort für Zitrone, Limón, ab und wurde für ein Getränk verwendet, das schlicht aus Zitronensaft, Wasser und evtl. noch Zucker zusammengemischt wurde. Zucker war zu dieser Zeit jedoch sehr teuer, musste aus tropischen Ländern und der Karibik importiert werden, und war deshalb für einige Jahrhunderte nur den Wohlhabenden vorbehalten. Die durchschnittliche Bevölkerung dürfte also darauf verzichtet oder stattdessen Honig verwendet haben.

 

Geschichtswissenschaftlich ist schon seit längerem bekannt, dass man Ende des 17. Jahrhunderts an den Tafeln des europäischen Adels bereits Limonaden aus anderen Früchten als Zitronen, wie z. B. Himbeeren, Orangen, Quitten, Erdbeeren usw., getrunken hat. Es handelte sich hierbei also von der Wortherkunft gesehen eigentlich nicht um Limonaden, doch hatte sich diese Bezeichnung für Fruchtsaft-Wasser-Zucker-Gemische bereits in Adelskreisen ganz allgemein durchgesetzt.

 

Die klassische Limonade aus Zitrusfrüchten war lange Zeit vor allem wegen ihrer erfrischenden Wirkung ganz besonders in südlichen Ländern, die ja außerdem Zitronen- und Orangenbäume buchstäblich vor der Haustüre stehen hatten, sehr beliebt. Die Verbilligung des Zuckers durch die Nutzbarmachung des Rübenzuckers im 19. Jahrhundert gab zudem auch der Limonaden-Industrie einen enormen Schub nach vorn. Hinzu kam die bereits damals in Ansätzen erkennbare Globalisierung, wodurch exotische Früchte, Kräuter und Gewürze allgemein erhältlich und fortwährend billiger wurden.


Selbstgemachte Limonade
Selbstgemachte Limonade

Ein weiterer Punkt war die Entwicklung eines Verfahrens, mithilfe dessen es fortan möglich war, Wasser unter Druck mit Kohlensäure anzureichern, wodurch die erfrischende Wirkung von Limonaden erstmalig enorm gesteigert werden konnte. Zu dieser Zeit entstanden weltberühmte Marken wie Coca-Cola, auch wenn deren ursprüngliche Rezeptur mit der heutigen nur noch sehr wenig gemeinsam hat.

 

Im 20. Jahrhundert entwickelten sich die Limonaden zum allgemeinen Volksgetränk der westlichen Welt und waren ganz besonders aus dem American Way of Life nicht mehr wegzudenken. Von hier aus verbreiteten ins Gigantische angewachsene Konzerne wie Coca-Cola ihre Produkte über den gesamten Erdball. In den 1960er Jahren war letztlich ein derartiger Grad an Globalisierung der Limonaden erreicht, dass Coke, Sprite oder Pepsi selbst in entlegenen Weltgegenden zu haben waren bzw. noch heute zu haben sind.

           

Heute zählen die Limonaden zu den vielfältigsten alkoholfreien Getränken und haben oft nur noch sehr wenig mit der Urform von gesüßtem Zitronenwasser zu tun. Die Geschmacksrichtungen sind ebenso zahlreich wie die Genussmöglichkeiten. Limonaden trinkt man pur, in der Verbindung mit anderen Limonaden oder Fruchtsäften, gemischt mit Bier, oder als Filler für die unüberschaubare Bandbreite an Longdrinks, sei es Cuba Libre, Gin-Tonic, Wodka-Lemon oder Southern-Ginger.


Limonaden und Untergruppen


Brausen

Brausen sind zwar ebenfalls kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, bestehen aber nur zum Teil (oder gar nicht) aus natürlichen Aroma- und Farbstoffen, sondern sind überwiegend künstlich und damit keine Limonaden. Eine Ausnahme bildet hierbei die vor allem in den östlichen Bundeländern Deutschlands beliebte Fassbrause , die trotz ihres Namens aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird und daher eine Limonade ist.

 

Cola-Getränke

Die erste Cola wurde 1886 vom US-Apotheker J. S. Pemberton zur Bekämpfung von Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen erfunden. Der Name “Cola” geht auf das in der Limonade enthaltene Extrakt der Kolanuss zurück, die von Natur aus bereits viel Koffein enthält. Des Weiteren beinhalten Cola-Getränke Kohlensäure, Phosphorsäure (max. 70mg/100ml), Karamell zur Farbgebung, und Zucker oder Süßstoffe in größeren Mengen.

 

Energy-Drinks

Die Vorläufer der heute als Energy-Drinks bezeichneten Getränke stammen aus Asien, wo sie unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Mode wurden. Erst in den späten 1980er Jahren schwappte dieser Trend von Asien nach Europa und Amerika herüber. Charakteristisch für als “Energy-Drinks” bezeichnete Limonaden sind Inhaltsstoffe, die den Kreislauf anregen und die Leistungsfähigkeit steigern. Hierzu zählen vor allem Koffein, Taurin und Guarana (ebenfalls Koffeinhaltig). Dem Taurin selbst werden keine leistungssteigernden Eigenschaften zugewiesen, doch verstärkt es die Wirkung des Energielieferanten Zucker und des Kreislaufstimulans Koffein.