Leseprobe: Bartenders' Guide: Wie man alle Arten von einfachen und ausgefallenen Getränken mixt

THE BARTENDER‘S GUIDE

 

ODER

 

WIE MAN ALLE ARTEN

 

VON

 

EINFACHEN UND AUSGEFALLENEN GETRÄNKEN MIXT

 

DIESES BUCH BEINHALTET KLARE UND VERLÄSSLICHE ANWEISUNGEN ZUR ZUBEREITUNG ALLER IN DEN USA ÜBLICHEN MIXGETRÄNKEN, ZUSÄTZLICH DAZU DIE BELIEBTESTEN BRITISCHEN, FRANZÖSISCHEN, DEUTSCHEN, ITALIENISCHEN, RUSSISCHEN UND SPANISCHEN REZEPTUREN, PUNCHES, JULEPS,

COBBLERS ETC., ETC., IN ENDLOSEN VARIATIONEN.

 

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VON JERRY THOMAS

 

Ehemaliger Chef-Bartender des Metropolitan Hotels, New York, sowie des Planters‘ House, St. Louis.

 

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EINE VOLLSTÄNDIG NEUE UND ERWEITERTE AUSGABE

 

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NEW YORK

 

DICK & FITZGERALD, HERAUSGEBER

 

Nr. 18 Ann Street.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingetragen gemäß Bundesgesetz im Jahr 1862 durch

 

DICK & FITZGERALD

 

im Standesamt des Bezirksgerichts der Vereinigten Staaten

für den südlichen Bezirk von New York.

 

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Eingetragen gemäß Bundesgesetz im Jahr 1876

 

durch DICK & FITZGERALD

 

in das Register der Kongressbibliothek, Washington, D. C.

 

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Copyright, 1887, by

DICK & FITZGERALD.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

V O R W O R T.

 

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Dies sind Zeiten des Fortschritts; neue Ideen und neue Erfindungen folgen einander in rascher Abfolge. Einfallsreiche Geistesgrößen sehen sich beim Erdenken neuer Inventionen bis aufs äußerste beansprucht, nicht nur wenn es um Gegenstände von Nutzen oder Notwendigkeit geht, sondern auch darum, der ständig wachsenden Nachfrage nach Neuheiten gerecht zu werden, die der Bequemlichkeit dienen und den anspruchsvollen Geschmack befriedigen sollen.

Ein neuartiges Getränk ist der ganze Stolz eines Bartenders, die Wertschätzung und Übernahme desselben durch andere die Krönung seines Erfolgs.

In dieser vollständig neuen Ausgabe sind all die jüngsten Anstrengungen der berühmtesten und erfolgreichsten Gastronomen zu finden, die dem Geschmack derjenigen gerecht zu werden versprechen, die die führenden Bars und Weinlokale in Amerika bevölkern, wie auch die alten und allseits beliebten Standardgetränke, nach denen stets eine grundsätzliche Nachfrage herrscht.


 


I N D E X.

 

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“Arf and Arf”

“Jerry Thomas’” eigener Decanter Bitter

 

Absinthe and Water

Absinthe Cocktail

Ale Punch

Ale Sangaree

Apple Punch

Apple Toddy

Arrack Punch

 

Baltimore Eggnog

Barbadoes Punch

Bimbo Punch

Bishop

Black Stripe

Blue Blazer

Boonekamp and Whiskey

Bottle Cocktail

Brandy and Ginger Ale

Brandy and Gum

Brandy and Rum Punch

Brandy and Soda

Brandy Champerelle

Brandy Cocktail

Brandy Crusta

Brandy Daisy

Brandy Fix

Brandy Fizz

Brandy Punch

Brandy Sangaree

Brandy Scaffa

Brandy Shrub

Brandy Sling

Brandy Smash

Brandy Sour

Brandy Straight

Burnt Brandy and Peach

 

California Milk Punch

Canadian Punch

Catawba Cobbler

Century Club Punch

Champagne Cobbler

Champagne Cocktail

Champagne Punch

Cider Punch

Claret Cobbler

Claret Punch

Coffee Cocktail

Cold Brandy Flip

Cold Brandy Toddy

Cold Gin Flip

Cold Gin Toddy

Cold Irish Whiskey Toddy

Cold Ruby Punch

Cold Rum Flip

Cold Whiskey Flip

Cold Whiskey Punch

Cold Whiskey Toddy

Columbia Skin

Copenhagen

Curaçao Punch

Currant Shrub

 

Dry Punch

Duke of Norfolk Punch

 

Egg Milk Punch

Egg Sour

Eggnog

Eggnog für eine Feier

El Dorado Punch

English Bishop

English Milk Punch

 

Faivre’s Pousse Café

Fancy Vermouth Cocktail

Französische Methode Absinth zu servieren

 

General Harrison’s Eggnog

Gin and Pine

Gin and Tansy

Gin and Wormwood

Gin Cocktail

Gin Crusta

Gin Daisy

Gin Fix

Gin Fizz

Gin Julep

Gin Punch

Gin Sangaree

Gin Sling

Gin Smash

Gin Sour

Golden Fizz

Gothic Punch

 

Half and Half

Hock Cobbler

Hot Brandy and Rum Punch

Hot Brandy Flip

Hot Brandy Sling

Hot Brandy Toddy

Hot Eggnog

Hot English Ale Flip

Hot English Rum Flip

Hot Gin Flip

Hot Gin Sling

Hot Gin Toddy

Hot Irish Whiskey Punch

Hot Milk Punch

Hot Rum

Hot Rum Flip

Hot Scotch Whiskey Punch

Hot Spiced Rum

Hot Whiskey Flip

Hot Whiskey Sling

 

Imperial Arrack Punch

Imperial Brandy Punch

Imperial Punch

Improved Brandy Cocktail

Improved Gin Cocktail

Improved Whiskey Cocktail

Irish Whiskey Skin

 

Japanese Cocktail

Jersey Cocktail

Jersey Sour

 

Knickerbocker

 

La Patria Punch

Light Guard Punch

Locomotive

 

Manhattan Cocktail

Manhattan Milk Punch

Maraschino Punch

Martinez Cocktail

Medford Rum Punch

Milk Punch

Mint Julep

Mississippi Punch

Morning Glory Cocktail

Mulled Cider

Mulled Wine

Mulled Wine without Eggs

Mulled Wine, with Eggs

 

Nectar Punch

Non-Such Punch

Nuremburg Punch

 

Old Tom Gin Cocktail

Orange Punch

Orgeat Punch

Oxford Punch

 

Parisian Pousse Café

Peach and Honey

Philadelphia Fish-House Punch

Pineapple Julep

Pineapple Punch

Pony Brandy

Port Wine Flip

Port Wine Negus

Port Wine Sangaree

Porter Sangaree

Porteree

Pousse l’Amour

Punch à la Ford

Punch à la Romaine

Punch Grassot

Punch Jelly

 

Quince Liqueur

 

Raspberry Shrub

Regent’s Punch

Rhine Wine and Seltzer Water

Rochester Punch

Rock and Rye

Rocky Mountain Punch

Roman Punch

Royal Punch

Rum Shrub

 

Santa Cruz Fix

Santa Cruz Fizz

Santa Cruz Rum Daisy

Santa Cruz Rum Punch

Santa Cruz Sour

Santina’s Pousse Café

Saratoga Brace Up

Saratoga Cocktail

Saratoga Pousse Café

Sauterne Cobbler

Sauterne Punch

Scotch Whiskey Skin

Seventh Regiment National Guard Punch

Shandy Gaff

Sherry and Bitters

Sherry and Egg

Sherry and Ice

Sherry Cobbler

Sherry Eggnog

Sherry Punch

Sherry Sangaree

Sherry Wine Flip

Silver Fizz

Sixty-Ninth Regiment Punch

Sleeper

Soda Negus

Soyer’s Gin Punch

Split Soda and Brandy

St. Charles’ Punch

Stone Fence

 

Tea Punch

The Real Georgia Mint Julep

The Spread Eagle Punch

Thirty-Second Regiment oder Victoria Punch

Tip-Top Brandy

Tom and Jerry

Tom Collins Brandy

Tom Collins Gin

Tom Collins Whiskey

 

United Service Punch

 

Vanilla Punch

Vermouth Cocktail

 

Wedding Punch

West India Couperee

West Indian Punch

Whiskey Cobbler

Whiskey Cocktail

Whiskey Crusta

Whiskey Daisy

Whiskey Fix

Whiskey Fizz

Whiskey Julep

Whiskey Sling

Whiskey Smash

Whiskey Sour

White Lion

White Plush

White Tiger’s Milk

Wie man einen Tom and Jerry serviert

 

 

TEMPERANCE DRINKS

 

Egg Lemonade

Feine Limonade für Feiern

Milk and Seltzer

Nectar for Dog Days

Orgeat Lemonade

Plain Lemonade

Saratoga Cooler

Soda Cocktail

Soda Lemonade

Soda Nectar

 

 

ENGLISH FANCY DRINKS

 

Balaklava Nectar

Bishop à la Prusse

Bottled Velvet

Champagne Cup, à la Brunow

Claret Cup

Claret Cup, à la Brunow

Claret Cup, à la Lord Saltoun

Crimean Cup, à la Marmora

Crimean Cup, à la Wyndham

English Curaçao

Italian Lemonade

Mulled Claret, à la Lord Saltoun

Porter Cup

Rumfustian

 

 

SIRUPS, ESSENZEN, TINKTUREN, FÄRBUNGEN &c 

 

Aromatische Tinktur

Capillaire (I)

Capillaire (II)

Cognac-Essenz

Einfacher Sirup

Gommesirup

Karamell

Ratafia

Solferino-Färbung

Tinktur von Enzian

Tinktur von Orangenschale

Tinktur von Piment

Tinktur von Zimt

Tinktur von Zitronenschale

Zitronenessenz

Zitronensirup

 

 

VORBEREITETE PUNCHS UND PUNCH-ESSENZEN 

 

Duke of Norfolk Punch

Empire City Punch

Essenz von Arrak Punch

Essenz von Bourbon Whiskey Punch

Essenz von Brandy Punch

Essenz von Claret Wine Punch

Essenz von Kirschwasser Punch

Essenz von Punch D’Orsay

Essenz von Regent Punch

Essenz von Roman Punch

Essenz von Rum Punch

Essenz von St. Domingo Punch

Essenz von Wine Punch

Imperial Raspberry Whiskey Punch

 

 

VORBEREITETE COCKTAILS ZUM ABFÜLLEN

 

Bourbon Cocktail

Brandy Cocktail

Gin Cocktail



 


 

HINWEISE UND REGELN

F Ü R  B A R T E N D E R .

 

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1. Der oberste Anspruch eines ausgezeichneten Bartenders sollte darauf abzielen, seine Gäste zufriedenzustellen, wobei er besonders darauf achten sollte, die individuellen Wünsche derjenigen zu berücksichtigen, deren Geschmack und Vorlieben er bereits beobachten und zuordnen konnte; bei denjenigen, deren Besonderheiten kennenzulernen er noch nicht die Gelegenheit hatte, sollte er sich höflich danach erkundigen, auf welche Weise diese ihr Getränk zubereitet wünschen und sodann sein bestes Urteilsvermögen heranziehen, um dieses Anliegen zu ihrer vollsten Zufriedenheit zu erfüllen. Auf solche Weise wird er nicht fehl darin gehen, Beliebtheit und Erfolg zu erlangen.

2. Eis ist vor dem Gebrauch zu reinigen und darf sodann niemals mit den Händen berührt werden, sondern ist stattdessen mit einer Eisschaufel oder Zange in das Glas zu geben.

3. Modische Mixgetränke werden üblicherweise mit Früchten der Saison garniert. Sofern ein Getränk in ein Glas abgeseiht wird, sind die Früchte erst nach dem Abseihen hinzuzugeben; sollte dies jedoch nicht der Fall sein, werden die Früchte sofort ins Glas gegeben. Früchte dürfen selbstverständlich nicht mit den Händen angefasst werden, sondern sind mit einem Silberlöffel oder einer Gabel handzuhaben.

4. Bei der Zubereitung jedweder Art von Heißgetränk sollte das Glas zuvor kurz mit heißem Wasser ausgespült werden; wird dies vernachlässigt, ist es unmöglich das Getränk in einer angemessenen Temperatur zu servieren um auch dem Anspruch eines peniblen Gastes gerecht zu werden. Nebenbei sei erwähnt, dass das Glas durch vorhergehendes Erhitzen vor dem Platzen bewahrt wird, sobald man es plötzlich mit kochendem Wasser befüllt.

5. Bei der Zubereitung von kalten Getränken ist dem verwendeten Eis höchste Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Als Grundregel dabei gilt, dass auf geschabtes Eis zurückgegriffen werden sollte, sobald das Getränk aus einer Hauptspirituose besteht und kein Wasser hinzugefügt wird. Werden Eier, Milch, Wein, Wermut, Seltzer oder andere Mineralwässer verarbeitet, so ist es besser, kleine Eisstücke zu verwenden, die vor dem Servieren wieder zu entfernen sind.

6. Zucker lässt sich in Spirituosen nur sehr ungenügend auflösen; deshalb ist bei der Zubereitung von Heißgetränken dazu geraten, vor der Hinzugabe von Spirituosen etwas kochendes Wasser in das Glas zu gießen um den Zucker darin aufzulösen.

7. Bei der Zubereitung von kalten Mixgetränken ist es für gewöhnlich besser, den Zucker mit ein wenig kaltem Wasser aufzulösen bevor die Spirituose hinzugegeben wird. Dies ist jedenfalls nicht notwendig, sobald eine ausreichende Menge geschabtes Eis verwendet wird. Bei der Herstellung von Cocktails hat der Gebrauch von Sirup weißen Zucker fast vollständig verdrängt.

8. Sobald Getränke mit Eiern oder Milch, oder beidem, zubereitet werden und heißer Wein oder Spirituosen damit gemixt werden, so muss letzteres stets allmählich auf ersteres gegossen und die Mixtur währenddessen kräftig gerührt werden; andernfalls werden Eier und Milch gerinnen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn große Menge derartiger Mixturen zubereitet werden sollen. Getränke wie “English Rum Flip”, “Hot Eggnog” und “Mulled Wine” werden ohne diese Vorsorgemaßnahme mit Sicherheit nicht gelingen.

9. Bei der Zubereitung von Milk Punch oder Eggnog in größeren Mengen sollten Milch oder Eier allmählich auf den Wein oder die Spirituosen gegeben und die Mixtur dabei fortwährend kräftig geschlagen werden, um die Zutaten gründlich miteinander zu vermengen.

10. Wird ein kalter Punsch zubereitet, so sollte die Schüssel in einem Gefäß aus Blech oder Metall platziert werden, das genauso tief wie die Schüssel hoch ist, wobei der Freiraum zwischen Schüssel und Gefäß mit Eis und darüber gestreutem Steinsalz aufgefüllt wird, wodurch ein frierender Effekt erzeugt wird, der eine viel kältere Temperatur aufweist als bloßes Eis. Handservietten können um die Außenseite des Gefäßes drapiert und Früchte oder Blätter auf die Oberseite des Eises gelegt werden, um dem Ganzen ein ansprechendes Erscheinungsbild zu verleihen.

11. In solchen Fällen, da Brandy, Whiskey oder andere Spirituosen direkt aus dem Fass gezapft werden, sollte man dieses Fass auf einem robusten Gestell platzieren, das eigens zu diesem Zweck angefertigt wurde, und an einem Ort unterbringen, wo eine gleichmäßig moderate Temperatur herrscht.

12. Flaschen, die Spirituosen beinhalten, sollten liegend aufbewahrt werden, damit die Korken feucht bleiben und sich der Alkoholgehalt nicht vermittels Verdunstung reduziert.

13. Fässer mit Ale oder Porter sollten angestochen werden, bevor man sie auf dem Gestell platziert, und sodann genügend Ruhezeit erhalten, damit sich die Schwebstoffe ablagern und sich der Inhalt vor dem Gebrauch klären kann.

14. Champagner erfordert eine vorsichtige Handhabung. Es ist nicht ratsam, mehr davon auf Eis zu lagern als voraussichtlich benötigt wird, denn sollte dieser vom Eis genommen werden und sich erneut erwärmen, so wird eine zweite Abkühlung sowohl dessen Geschmack als auch dessen Stärke beeinträchtigen.

15. Gut gekühlte Champagnerflaschen bedürfen ausgesprochen vorsichtiger Handhabung; Kälte lässt das Glas spröde und weniger widerstandsfähig gegenüber dem herrschenden Innendruck werden.

16. Flaschen, die Champagner oder andere perlende Weine enthalten, müssen liegend aufbewahrt werden; befinden sie sich für längere Zeit in einer aufrechten Position, werden die Korken trocken und das Gas kann entweichen.

17. Während des Kühlens von Schaumweinen sollten die Flaschen nicht in direkten Kontakt mit dem Eis stehen, da derjenige Teil der Flasche, der das Eis berührt, schneller abkühlt als der Rest und dadurch ungleiche Spannungen auslöst werden, die zu einem Bruch führen könnten.

18. Wird ein Schaumwein in der Flasche serviert, sollte diese in einen Kühler gestellt werden, wobei der Freiraum zwischen Flasche und Kühler mit kleingebrochenem Eis aufzufüllen ist. Sofern die Flasche vollständig von Eis umgeben ist, besteht keine Gefahr des Bruches aufgrund ungleichmäßig auftretender Spannung.

19. Sobald Champagner des Öfteren verkauft wird, stellt es eine gute Vorgehensweise dar, die Flasche mit dem Hals schräg nach unten abfallend auf einem Regal zu platzieren und ein Champagner-Siphon, das mit einem Stutzen oder Zapfen versehen ist, durch den Korken einzuführen, wodurch sich jederzeit eine geringe Menge entnehmen lässt, ohne dass dabei etwas von dem Gas entweichen kann.

20. In Siphons aufbewahrte Mineralwässer sollten langsam heruntergekühlt werden und sich nicht in direktem Kontakt mit Eis befinden. Obschon Siphons aus sehr dickem Glas bestehen, so führt doch gerade diese Materialstärke, die dem Gasdruck im Inneren zu widerstehen vermag, vermehrt dazu, dass es aufgrund ungleichmäßiger Spannung bricht, sobald nur ein Bereich des Siphons mit Eis in Berührung steht.

21. Liköre, Bitter und Sirups sollten allmählich heruntergekühlt und nicht auf Eis gelegt werden. Eine mäßig kalte Temperatur ist für diese Zutaten ausreichend, da sie lediglich in kleinen Mengen zum Mixen und Aromatisieren verwendet werden.

22. Rotwein, Rheinwein, Sherry, Port usw. erfordern besondere Aufmerksamkeit. Sie sollten nicht zu kalt gelagert werden; beim Eingießen in ein Glas sollte die Flasche langsam und gleichmäßig geneigt werden, damit ein sich möglicherweise in der Flasche befindlicher Bodensatz nicht aufgewirbelt wird. Flaschen, die derartige Weine beinhalten, sollte man beim Einlagern auf die Seite legen, um die Korken feucht zu halten.

23. Whiskey wird üblicherweise direkt auf Eis gelagert, doch erfordern Brandy und andere Spirituosen lediglich eine moderate Temperatur. Guter alter Cognac büßt seine „Weichheit“ ein, sobald er einer Kühlung unterzogen wird.

24. Die erfrischenden Eigenschaften und der Geschmack von Lagerbier hängen in hohem Maße von dessen Lagerung und Handhabung ab. Fässer oder Fässchen mit solchem sollten bei einer Temperatur von 40° (Fahrenheit; entspricht etwa 4,4° C; Anm. d. Übersetzers) aufbewahrt werden. Lager befindet sich stets dann im besten Zustand, wenn es aus dem Kühlhaus der Brauerei angeliefert wird. Sobald es an einem heißen Sommertag durch die Straßen gekarrt wird, erhöht sich schnell dessen Temperatur und es muss sodann für drei oder vier Tage in einem Kühlraum eingelagert werden, um es vor dem Ausschank auf eine angemessene Temperatur herunter zu kühlen.

25. Wird ein Fass Bier üblicherweise zügig aufgebraucht, so ist es das Beste, dieses direkt aus dem Fass zu zapfen, wobei das erste Glas hiervon wegzuschütten ist. Der Zapfhahn muss vor dem Gebrauch gründlich gereinigt werden; sobald das Bier nicht mehr ungestört läuft, ist ein Ventil im Spundloch anzubringen.

Wenn jedenfalls ein Fass einige Zeit in Gebrauch ist bevor es zur Neige geht, so wird beim Öffnen des Ventils jedes Mal eine beträchtliche Menge Gas entweichen und das Bier jedenfalls für den Gast bald „schal, flach und ungenießbar“ werden. Um dies zu vermeiden und das Bier bis zum Schluss ausreichend frisch zu erhalten, wird kein Ventil benutzt sondern stattdessen ein Rohr in das Ventilloch eingeführt, das zu einem Kessel oder Zylinder mit Luft führt, die entweder durch Wasserkraft oder durch eine Handpumpe komprimiert wird. Dies übt einen fortwährenden Druck auf die Oberfläche des Bieres aus und verhindert das Aufsteigen des Gases. Ein zu großer Luftdruck sollte jedoch vermieden werden, da hierdurch das Bier zu kräftig durch den Zapfhahn gedrückt und das Glas mit mehr Schaum als Bier befüllt werden würde, als selbst ein durstiger Trinker zu bezahlen bereit wäre.

Die Luft im Zylinder sollte aus einer sauberen Quelle stammen, die falls erforderlich mittels eines Rohres nach draußen führt. Die Luft in einem Keller oder auch einem engen Raum ist nur selten frisch und würde einen entschieden nachteiligen Einfluss auf das Bier ausüben.

26. Flaschenbier sollte an einem kühlen Ort oder in einem Kühlschrank gelagert werden, sich dabei jedoch nicht in Kontakt mit dem Eis befinden. Die Flaschen müssen stets aufrecht stehen, damit sich ein etwaiger Bodensatz ablagern kann. Daher ist es außerdem nicht ratsam, auch den letzten Rest aus einer solchen Flasche in das Glas zu gießen.

27. Sirups üben eine besondere Anziehungskraft auf Ameisen, Fliegen und andere Insekten aus; sie sollten deshalb in fest verkorkten Gefäßen aufbewahrt werden; und, wenn sie für den Gebrauch in Flaschen umgefüllt wurden, an einem kühlen Ort gelagert und dicht verschlossen werden, wobei ein Gummipfropf höchst nützlich ist, und die Flaschen aufrecht in Wasser stehen. Auf diese Weise befinden sich die Flaschen außerhalb der Reichweite jedweder Art von Insekt.

 

 

 

JERRY THOMAS’

 

BARTENDER’S GUIDE

 

ODER

 

WIE MAN GETRÄNKE MIXT.

 

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Brandy Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 3 oder 4 Spritzer Gommesirup[i].

2 Spritzer Bitter (Boker’s oder Angostura).

1 Weinglas (11,8 cl) Brandy.

1 oder 2 Spritzer Curaçao.

Das Glas zu einem Drittel mit geschabtem Eis befüllen, gut schütteln und in ein Cocktailglas abseihen. Ein kleines Stück Zitronenschale darüber ausquetschen und servieren.

 

Improved Brandy Cocktail.

 

(Man verwende ein gewöhnliches Barglas.)

 

Man nehme 2 Spritzer Boker’s (oder Angostura) Bitter.

3 Spritzer Gommesirup.

2 Spritzer Maraschino.

1 Spritzer Absinth.

1 kleines Stück gelbe Zitronenschale, ausquetschen um das Öl zu extrahieren.

1 kleines Weinglas (11,8 cl) Brandy.

Das Glas zu einem Drittel mit geschabtem Eis auffüllen, gut schütteln und in ein modisches Cocktailglas abseihen, die Zitronenschale in das Glas geben und servieren.

Der Geschmack kann zusätzlich verbessert werden, indem man den Rand des Cocktailglases mit einem Stück Zitrone befeuchtet.

 

Whiskey Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 3 oder 4 Spritzer Gommesirup.

2 Spritzer Bitter (Boker’s).

1 Weinglas (11,8 cl) Whiskey.

Das Glas zu einem Drittel mit feinem Eis auffüllen; schütteln und in ein modisches Rotweinglas abseihen. Ein Stück ausgequetschte Zitronenschale in das Glas geben und servieren.

 

Improved Whiskey Cocktail.

 

Wird auf die gleiche Weise zubereitet wie Improved Brandy Cocktail, wobei Brandy durch Bourbon oder Rye Whiskey zu ersetzen ist.

 

Gin Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 3 oder 4 Spritzer Gommesirup.

2 Spritzer Bitter (Boker’s).

1 Weinglas (11,8 cl) Holland Gin[ii].

1 oder 2 Spritzer Curaçao.

Das Glas zu einem Drittel mit geschabtem Eis auffüllen, gut schütteln und in ein Cocktailglas abseihen. Ein kleines Stück Zitronenschale darüber ausquetschen, in das Glas geben und servieren.

 

Old Tom Gin Cocktail.

 

Entspricht der vorangehenden Rezeptur, wobei Holland Gin durch Old Tom Gin zu ersetzen ist.

 

Improved Gin Cocktail.

 

Wird auf die gleiche Weise zubereitet wie Improved Brandy Cocktail, wobei Brandy durch Holland oder Old Tom Gin zu ersetzen ist.

 

Bottle Cocktail.

 

Um eine vortreffliche Flasche (0,95 l) Brandy Cocktail zuzubereiten, verwende man die folgenden Zutaten:

Man nehme Brandy.

Wasser.

1 Ponyglas (2,96 cl) Boker’s Bitter.

1 Weinglas (11,8 cl) Gommesirup.

½ Ponyglas (1,48 cl) Curaçao.  

Der Autor hat diese Rezeptur stets dazu genutzt, um mit diesem Getränk auch einem Feinschmecker gerecht zu werden.

Abgefüllte Whiskey und Gin Cocktails können durch Nutzung obiger Rezeptur ebenfalls zubereitet werden, indem Brandy durch die entsprechenden Spirituosen ersetzt wird.

 

Champagne Cocktail.

 

(Eine Pint-Flasche Wein genügt für drei Kelche.)

 

(Pro Glas.)

 

Man nehme 1 Stück Zucker.

1 oder 2 Spritzer Angostura Bitter.

1 kleines Stück Eis.

Den Kelch mit Wein auffüllen, mit einem Löffel umrühren und mit einem dünnen Stück ausgepresster Zitronenschale servieren.

Eine Quart-Flasche (0,95 l) Wein ergibt sechs Cocktails.

 

Coffee Cocktail.

 

(Man verwende ein großes Barglas.)

 

Man nehme 1 Teelöffel weißen Pulverzucker.

1 frisches Ei.

1 großes Weinglas (11,8 cl) Portwein.

1 Ponyglas (2,96 cl) Brandy.

2 oder 3 Stücke Eis.

Das Ei ins Glas schlagen, Zucker und zuletzt Portwein, Brandy und Eis hinzugeben.

Sehr kräftig schütteln und in einen mittelgroßen Barkelch abseihen. Vor dem Servieren etwas Muskat darüber reiben.

Der Name dieses Getränks ist eine Fehlbezeichnung, da sich Kaffee und Bitter nicht unter den Zutaten befinden, doch wirkt sein Erscheinungsbild wie Kaffee, sofern es korrekt zubereitet wird, woher vermutlich auch der Name rührt.

 

Vermouth Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 2 Spritzer Boker’s Bitter.

1 Weinglas (11,8 cl) Wermut.

1 viertel Scheibe Zitrone.

Bitter und Wermut zusammen mit einem kleinen Stück Eis schütteln und in ein Cocktailglas abseihen, in welches zuvor die Zitrone gegeben wurde. Sollte der Gast einen sehr süßen Geschmack bevorzugen, gebe man zwei Spritzer Gommesirup hinzu.

 

Fancy Vermouth Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 2 Spritzer Angostura Bitter.

2 Spritzer Maraschino.

1 Weinglas (11,8 cl) Wermut.

1 viertel Scheibe Zitrone.

Das Glas zu einem Viertel mit geschabtem Eis auffüllen, gut schütteln und in ein Cocktailglas abseihen; mit der Zitrone garnieren.

 

Absinthe Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 2 Spritzer Anisette.

1 Spritzer Angostura Bitter.

1 Ponyglas (2,96 cl) Absinth.

Man gieße etwa ein Weinglas (11,8 cl) Wasser in einem dünnen Strahl aus einem Krug mit Eiswasser oder vorzugsweise aus einem Absinthglas in den Tumbler. Sehr gründlich mit Eis schütteln und in ein Rotweinglas abseihen.

 

Japanese Cocktail.

 

(Man verwende ein kleines Barglas.)

 

Man nehme 1 Tafellöffel Mandelsirup.

2 Spritzer Boker’s Bitter.

1 Weinglas (11,8 cl) Brandy.

1 oder 2 Stücke Zitronenschale.

Den Tumbler zu einem Drittel mit Eis auffüllen, mit einem Löffel gut umrühren und in ein Cocktailglas abseihen.

 

Jersey Cocktail.

 

(Man verwende ein großes Barglas.)

 

Man nehme 1 Teelöffel feinen weißen Zucker.

2 Spritzer Bitter.

3 oder 4 Stücke Eis.

Den Tumbler mit Cidre auffüllen und gründlich mit einem Löffel umrühren, das Eis vor dem Servieren entfernen.