Lemon Hart

Lemon Hart ist der Name einer ursprünglich englischen Rum-Marke.


Hintergrund

Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1720. Damals wanderte die aus dem Rheinland stammende deutsch-jüdische Familie Hart nach Penzance in Cornwall an der Südwestspitze Englands aus, um den Anfeindungen in ihrer Heimat zu entgehen und an der wirtschaftlichen Blüte der englischen Finanz- und Hafenstadt teilzuhaben. Das Oberhaupt der Familie, Abraham Hart, arbeitete dort zunächst als Goldschmied, eröffnete in späteren Jahren jedoch einen Gemischtwarenladen und handelte mit Zucker und Rum von der zum Empire gehörenden Karibikinsel Jamaika, aber auch mit Kleidung, Schmuck und anderen Dingen. Bis zu seinem Tod in 1784 wurde der Schwerpunkt des Familienbetriebs immer mehr auf den Import und den Verschnitt von jamaikanischen Rums verlagert.

 

Der Enkel Abrahams, Lemuel, kam im Jahr 1768 zur Welt und wurde schon früh mit den Geschäften der Familie vertraut gemacht. Er übernahm die Firma im Jahr 1803, änderte seinen Vornamen in das englisch klingende “Lemon” und gilt als einer der ersten Rum-Hersteller, der Handelskontrakte mit der britischen Royal Navy abschloss. Diese Lieferverträge waren ausgesprochen lukrativ, denn der Bedarf der Marine an Hochprozentigem war enorm, wurde das traditionelle Bier, das lange Reisen oft nicht allzu gut überstand, doch nach und nach durch das Rohrzuckerdestillat ersetzt.

 

Als offizielles Gründungsjahr der Firma gilt das Jahr 1804. Sieben Jahre später wurde der Firmensitz von Penzance nach London verlegt, um den Handel direkt vom Zentrum des Weltreiches aus zu leiten. Zudem bot der riesige Hafen von London deutliche Vorteile gegenüber der abgelegenen Kleinstadt. Bis zu seinem Tod im Jahr 1845 perfektionierte Lemon Hart sein Können im Verschneiden diverser Rums aus der Karibik und konnte die an die Navy gelieferten Mengen an Rum auf mehrere hunderttausend Liter im Jahr steigern.

 

In den Jahrzehnten danach entwickelten sich die Geschäfte jedoch zunehmend schwieriger. Um die Jahrhundertwende wurde der Rum-Handel von den aufstrebenden schottischen Whisky-Blendern verstärkt bedroht, was danach folgte waren zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise. Bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war der einst so erfolgreiche und auch bekannte Lemon Hart-Rum zu einem Schatten seiner einstigen Größe herabgesunken. Der Markenname selbst war unter Gästen wie Gastronomen kaum mehr bekannt, die erhältlichen Rums wurden bestenfalls noch zum Mixen von Cocktails genutzt.

 

Unter dem neuen Eigentümer, dem französischen Konzern Pernod-Ricard, besserte sich die Lage zwar wieder ein wenig, doch wurde der Export in viele Länder in den vergangenen Jahren eingestellt. Anfang des Jahres 2010 übernahm der kanadische Getränkehersteller Mosaiq die Marke Lemon Hart von Pernod-Ricard und unterzog sie einer grundlegenden Wandlung. Nicht nur das Flaschendesign wirkt nun hochwertiger, auch der Blend selbst besteht seither nicht mehr aus jamaikanischen, sondern guyanischen Rums. Seit dieser Neuauflage ist Lemon Hart auch wieder in Deutschland erhältlich.


Produkte


Lemon Hart Original Demerara Rum

Aus guyanischen Rums; mehrere Monate in Eichenfässern gereift; alc. 40% vol.; auch erhältlich als 151 Overproof mit alc. 75,5% vol.


Weiterführende Links