Laphroaig

Laphroaig ist der Name einer schottischen Whisky-Destillerie auf der Insel Islay.


Hintergrund

Die Destillerie wurde um das Jahr 1810 von den Brüdern Donald und Alex Johnston, deren Vater John der Gründer der Lagavulin-Brennerei war, auf ihrer Farm auf der Insel Islay in Betrieb genommen. Damals war es ein offenes Geheimnis, dass die Menschen auf ihren Höfen illegal Whisky brannten, doch hatte die Laphroaig-Destillerie (gäl.: “Laphroaig” = “Die schöne Niederung an der breiten Bucht”) nach wenigen Jahren einen weithin reichenden Ruf erlangt, wodurch sich die Johnstons in 1815 letztlich gezwungen sahen, eine staatliche Lizenz zu erwerben; der heimliche Weiterbetrieb hätte aufgrund der Bekanntheit ohnehin nicht mehr länger aufrechterhalten werden können.

 

Donald wurde im Jahr 1836 Alleineigentümer, starb jedoch 1847 - er soll schwer betrunken in einen Bottich halbfertigen Whiskys gefallen sein -  sodass bis zur Volljährigkeit seines Sohnes Dugald der damalige Betreiber von Lagavulin, der Farmer Graham, die Leitung übernahm.

 

In den Jahren von 1837 bis 1868 existierte auf demselben Gelände außerdem noch eine weitere Brennerei, die Ardenistiel- bzw. Kildalton- bzw. Islay-Distillery.

 

Ein Großteil der Produktion von Laphroaig ging an Mackie & Co., die Eigentümer von Lagavulin, die den Whisky verschnitten und daraus u. a. ihren Blend “White Horse” herstellten. In 1887 löste man bei Laphroaig diesen Vertrag jedoch auf, was die Mackies sehr erzürnte und zu langwierigen Streitereien führte. So versperrten die Mackies im Jahr 1907 die Wasserquelle mit Steinen und leiteten sogar den Fluss um, 1908 ließen sie mit Hilfe des ehemaligen Brennmeisters die Brennblasen von Laphroaig kopieren und nachbauen. Obwohl die Destillerie von Mackie & Co. praktisch um die Ecke lag, man also auf demselben Stück Land saß, dieselbe Wasserquelle nutzen konnte und darüber hinaus sogar den Brennmeister von Laphroaig abgeworben hatte, so war es ihnen doch nicht möglich, diesen einzigartigen Whisky exakt zu kopieren. Der Verlust dieses dominanten Whiskys für ihren Blend hatte die Familie Mackie schwer getroffen und zu so mancher Dummheit verleitet.

 

1921 übernahm der Unternehmer Ian Hunter die von aufzehrenden Prozessen und Streitereien gebeutelte Destillerie und führte sie zu neuer Größe. Er war es, der 1923 erstmals amerikanische Bourbon-Fässer zur Reifung seines Whiskys einsetzte und den Export stark ausbaute. Hunter gelang es sogar, trotz Prohibition die USA zu beliefern, da er vorgab, der stechend nach Seetang und Jod riechende Whisky diene medizinischen Zwecken - die offenkundige Besonderheit des Laphroaig-Whiskys räumte schließlich auch die letzten Zweifel der US-Behörden aus.

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Brennerei vom Staat requiriert und diente zeitweilig als Militärdepot. In 1954, nach dem Tod Hunters, übernahm dessen Sekretärin Bessie Williamson als erste Destillerie-Besitzerin der Geschichte die Laphroaig-Brennerei, verkaufte sie jedoch 1967 an die Firma Long John International. 1990 übernahm Allied Domecq die Destillerie. 1994 wurde Laphroaig als einzige Single-Malt-Destillerie zum Hoflieferanten des Prince of Wales, sprich Charles Mountbatten-Windsor ernannt. Nachdem Allied Domecq im Jahr 2005 von Pernod-Ricard aufgekauft worden war, gelangte Laphroaig in den Besitz von Beam Global Spirits & Wine.

           

Die Lagerhäuser von Laphroaig liegen direkt am Meer und werden bei hohem Seegang vom Wasser umspült. Das Zusammenspiel von Salzwasser, der salzigen Luft, des torfhaltigen Wassers aus dem Kilbride Dam sowie der zum Trocknen des Malzes verwendete mooshaltige Torf aus der Umgebung verleihen dem Whisky ein einzigartiges Aroma. Aus diesen Gründen ist Laphroaig bislang der einzige Whisky, der bereits sieben Preise gewonnen hat. Sämtliche Whiskys der Laphroaig-Destillerie reifen in alten Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche, die vor der Befüllung innen ausgekohlt werden.


Produkte


Laphroaig Quarter Cask

Den zweiten Teil der 10jährigen Reife verbringt dieser Whisky in kleineren Fässern als gewöhnlich, wodurch sich der Kontakt des Whiskys mit dem Holz um etwa 30% erhöht, was wiederum ein intensiveres Aroma zur Folge hat; alc. 48% vol.


Laphroaig Cask Strength

10 Jahre gereift; in Fassstärke abgefüllt; alc. 55,7% vol.


Laphroaig 10/15/30 Years Old

Die entsprechende Anzahl an Jahren gereift; alc. 40 bzw. 43% vol.


Laphroaig 40 Years Old

40 Jahre gereift; in sehr geringen Mengen  von einigen hundert Flaschen hergestellt; alc. 42,4% vol.


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