Kräuterlikör

Kräuterlikör (auch “Bitter”, “Magenbitter”, “Kräuterbitter”, “Bitterlikör”, „Abteilikör“, „Klosterlikör“) ist die Bezeichnung für Liköre, die aus mit Kräutern, Gewürzen und Wurzeln aromatisiertem neutralen Alkohol hergestellt werden. Die Verwendung sowohl natürlicher, als auch künstlicher Farb- und Aromastoffe ist erlaubt. Der Zuckergehalt muss wenigstens 100 g/l, der Alkoholgehalt mindestens 15% vol. betragen.


Hintergrund

Kräuterliköre waren zweifellos unter den ersten von Mönchen und Medizinern im 13. Jahrhundert erfundenen Likören. Doch mischten auch bereits die Griechen und Römer der Antike ihren Weinen neben Früchten auch verschiedene Kräuter und Pflanzenteile bei. Im Vordergrund stand zunächst zweifellos eine medizinische, gesundheitsfördernde Wirkung, die mit Hilfe von bekannten Heilpflanzen erreicht werden sollte. Den oft sehr bitter und streng schmeckenden Tränken wurde zur Genießbarmachung Zucker oder Honig beigemischt, wodurch es den Patienten wesentlich leichter fiel, das Gebräu einzunehmen.

 

Vor allem in Klöstern entstanden so im Laufe der Jahrhunderte viele der noch heute erhältlichen Marken. Dies ist damit zu begründen, dass sich nahezu das gesamte Wissen des Mittelalters in den Händen der Kirche befand und von dieser streng gehütet wurde. Die Klöster bildeten somit ein Zentrum des damaligen Wissens, verfügten über eigene Kräutergärten und besaßen dank der Zwangsabgaben, zu denen die Bauern der umliegenden Dörfer verpflichtet waren, über ausreichende Geldmittel. So waren Mönche oft als einzige mit genügend Muße, Wissen und Geld ausgestattet, um Experimente durchzuführen und an Rezepten für einzigartige Liköre zu arbeiten.

 

Auch heute noch werden einige der berühmtesten Liköre in mittlerweile hochmodern ausgestatteten klösterlichen Destillerien hergestellt, doch haben die unzähligen Kräuterliköre kaum noch medizinische Bedeutung, vielmehr steht heute der Genuss im Vordergrund. Unter ihnen gibt es einige, die ausschließlich pur getrunken werden, andere wiederum verwendet man praktisch ausnahmslos zum Mixen.

 

Die Palette an Kräuter- und Gewürzlikören ist groß und aufgrund ihres oft bitteren Geschmacks werden sie nicht selten auch als “Bitter”, “Kräuterbitter”, “Bitterlikör”, “Bitter-Aperitif” usw. bezeichnet.