Izarra

Izarra ist der Name einer französischen Kräuterlikör-Marke, die ursprünglich aus dem Baskenland im Südwesten des Landes stammt.


Hintergrund

Das Rezept für Izarra stammt Überlieferungen zufolge aus dem Jahr 1835, wurde lange Zeit jedoch nicht für den kommerziellen Vertrieb genutzt. Erst der Botaniker Joseph Grattau, der es Ende des 19. Jahrhunderts von einer unbekannten Quelle erworben hatte, begann in 1904 in der kleinen Hafenstadt Hendaye mit der umfangreichen Produktion und Vermarktung des baskischen Likörs. Für sein Produkt verwendete er Rohstoffe, welche typisch für den französischen Teil des Baskenlandes sind: Gereiften Armagnac, verschiedene Pflanzen, die vorwiegend in den Pyrenäen wachsen, Zucker und Akazienhonig.

 

Im Jahr 1912 waren die Produktionsanlagen in Hendaye bereits zu klein geworden und Grattau ließ am Ufer des Adour in Bayonne eine größere Fabrik errichten. In den 1920ern wurde die Marke “Izarra” (baskisch: “Stern”) erstmals auch außerhalb des Baskenlandes, Frankreichs und Spaniens bekannt, was nicht zuletzt auch einer Erwähnung des Likörs in Ernest Hemingways erstem Roman “The Sun Also Rises” von 1926 zu verdanken ist. In 1934 wurden die ersten Produktionsstätten außerhalb Frankreichs in den Vereinigten Staaten von Amerika gegründet, gefolgt von weiteren in Spanien, Mexiko, Argentinien, Kolumbien und Venezuela ab 1960. Die jährliche Produktion betrug damals rund 1,2 Mio. Flaschen.

 

Im Jahr 1981 erwarb die Firma Cointreau die Rechte an der Marke Izarra und verlegte Ende der 90er den Fertigungsort von Bayonne nach Angers. Nachdem die Familie Grattau ihre Rechte veräußert hatte, war der Stern des Izarra allerdings sehr schnell im Sinken begriffen und die Bedeutung der Marke schwand zusehends. Nach Jahren der Rezession beschloss man in 2011 in der Zentrale des Konzerns Rémy-Cointreau das Ruder endlich wieder herumzureißen und die Marke neu zu beleben. Zu diesem Zweck verlegte man den Herstellungsort wieder zurück an seinen angestammten Ort nach Bayonne im Baskenland.

 

Die Marke Izarra ist heute nach Jahren der Misswirtschaft international nicht mehr sonderlich bekannt und mehr von regionaler Bedeutung. Ob der einst weltbekannte Likör nach dem Umdenken der Konzernleitung seine Größe von damals jemals wird wieder erreichen können, bleibt abzuwarten.

           

An dem von Grattau übernommenen und verfeinerten Herstellungsverfahren aus dem Jahr 1904 hat sich bis heute praktisch nichts verändert: Die Pflanzenteile werden zunächst für einige Zeit in neutralen Alkohol eingelegt (mazeriert) und anschließend destilliert. Dieses Extrakt vermischt man nun in geringen Mengen mit Armagnac, Zucker und Akazienhonig. Der Prozess des Unterrührens wird auf 24 Stunden ausgedehnt, im Anschluss der Likör gefiltert und zur Reife für 6 Monate in Eichenfässer gefüllt.


Produkte


Izarra Grün/Verte

Aus gereiftem Armagnac, Neutralalkohol, 48 verschiedenen Kräutern, Gewürzen und anderen Pflanzenteilen, Zucker und Akazienhonig; alc. 48% vol.


Izarra Gelb/Jaune

Aus gereiftem Armagnac, Neutralalkohol, 32 verschiedenen Kräutern, Gewürzen und anderen Pflanzenteilen, Zucker und Akazienhonig; deutlich milder als die grüne Variante; alc. 40% vol.


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