Hefebrand

Hefebrand (auch “Brand aus Trub”) ist die Bezeichnung für Spirituosen, die aus Wein- oder Fruchttrub hergestellt und zu weniger als 86% vol. destilliert werden. Die Zugabe von Alkohol, Aroma- oder Farbstoffen (Ausnahme: Karamell) ist nicht erlaubt. Der Alkoholgehalt muss mindestens 38% vol. betragen.


Hintergrund

Hefebrände haben eine ähnliche Tradition und Geschichte wie Tresterbrände und entstanden vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert aus dem Bestreben heraus, auch die letzten Reste und “Abfallprodukte” der Weinherstellung möglichst effektiv zu nutzen.

 

Bei der Vergärung von Wein, ganz gleich ob es sich hierbei nun um Wein aus Trauben, Äpfeln oder anderen Früchten handelt, bleibt am Ende des Gärprozesses stets der sog. Trub zurück, der sich aus der Gärhefe sowie Bestandteilen der Frucht, wie Proteine, Gerbstoffe usw., zusammensetzt. Diese sind beim weiteren Keltervorgang unerwünscht und werden wie auch der Trester vom Wein getrennt. Dieser Trub wird nun destilliert und gelangt mit dem Namenszusatz der Ausgangsfrucht (z. B. “Hefebrand aus Trauben”, “Brand aus Apfeltrub” etc.) in den Handel.

 

Hefebrände sind in unserer Zeit leider stark aus der Mode gekommen, ganz ähnlich wie das bis vor wenigen Jahrzehnten auch noch bei Tresterbränden der Fall war. Es handelt sich hierbei also um ein kaum mehr anzutreffendes Nischenprodukt, dem eine Renaissance bislang versagt geblieben ist.