Handbuch für Barmänner

Handbuch für Barmänner

In den 1860er Jahren erstmals erschienen und mehrfach überarbeitet, zählt Harry Johnsons Handbuch für Barmänner (Originaltitel "Bartenders' Manual") zu den Klassikern der Barliteratur und ist eines der ältesten Bücher zum Thema. Der Autor war einer der ersten Barkeeper überhaupt, der sich nicht nur ernsthafte und grundlegende Gedanken über seinen Beruf machte, sondern seine Erfahrungen und Ansichten auch zu Papier brachte und eine Form des professionellen Lehrbuches für Anfänger wie Profis verfasste. Er legte damit den Grundstein für viele nachfolgende Generationen und steht neben Jerry Thomas am Anfang einer langen Liste berühmter Bartender. Einige von ihnen sollten Jahrzehnte später nach seinem Vorbild ebenfalls Autoren von Fachbüchern werden, worunter im deutschen Sprachraum vor allen Dingen Franz Brandl und Charles Schumann zu nennen sind.

 

In seinem Werk entführt Harry Johnson den Leser in eine Zeit, da Bartender offenbar noch ermahnt werden mussten, bei einem Vorstellungsgespräch ja nicht auf einem Zahnstocher oder einer Zigarre herumzukauen, auf den Fußboden zu spucken oder anderen üblen Angewohnheiten nachzugeben. Er gibt Ratschläge zum Führen einer Bar ebenso wie zum Umgang mit Angestellten und Gästen, wie Bierfässer und Weinflaschen zu handhaben sind, wie eine Bar ausgestattet sein sollte, wie man die Geschäftsbücher führt, über welchen Warenbestand ein Lokal verfügen sollte und vieles mehr. Die zweite Hälfte des Buches setzt sich aus Rezepturen für Cocktails, Punches, Bowlen und anderen Drinks zusammen, die zur damaligen Zeit in Europa und den USA "in" waren. Die mutmaßlich älteste schriftliche Erwähnung des Martini Cocktails findet sich darin ebenso wie Anleitungen zum Mischen von Absinth und dem Frappieren von Champagner.

 

Das Handbuch für Barmänner ist nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, es zeigt außerdem auf, wie professionell einige Barkeeper schon damals ihrem Beruf nachgingen - eine Tatsache, die wir heutzutage nur allzu gerne vergessen oder ignorieren und die USA des 19. Jahrhundert stattdessen vielmehr mit staubigen Westernsaloons und schmutzigen Biergläsern in Verbindung bringen. Wenn auch vieles aufgrund des Alters nicht mehr zeitgemäß erscheinen mag (wer verwendet z. B. heute noch ganze Eisblöcke oder hält Spucknäpfe für die Gästeschaft bereit?), so ist dieses Buch dennoch ein Muss für Profis ebenso wie für enthusiastische Hobbymixer und gewährt wertvolle Einblicke in die Anfänge der Barkultur.

 

Die vorliegende Ausgabe ist eine vollständige Übersetzung der letzten Auflage von 1934 und erscheint zum ersten Mal überhaupt in deutscher Sprache.

 

 

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