Glen Garioch

Glen Garioch ist der Name einer schottischen Whisky-Destillerie in Old Meldrum in der Highland-Region.


Hintergrund

Die Destillerie, nebst damals noch bestehender Brauerei, wurde im Jahr 1794 von den Brüdern John und Alexander Manson auf dem Gelände einer alten Gerberei in Old Meldrum gegründet. Der Name der Destillerie wie auch der Name des Ortes wurde damals noch zusammengeschrieben (sprich: Glengarioch, Oldmeldrum), erst Jahrzehnte später ging man aus unbekannten Gründen dazu über, die Namensschreibung zu trennen. 1837 trat Johns Sohn, ebenfalls John mit Namen, dem Unternehmen bei. Nach dem Tod seines Vaters nur ein Jahr später übernahm John Manson sowohl die Leitung der Destillerie, als auch die der anderen familiären Betriebe, darunter Farmen, eine Gerberei und eine Mühle. Er starb 1877 als wohlhabender Landbesitzer und Unternehmer.

 

Noch bis 1884 blieb die Glen Garioch-Brennerei im Besitz der Mansons, dann wurde sie von dem Handelshaus für Wein und Spirituosen J. F. Thomson & Co. in Leith übernommen. Teilhaber dieses Unternehmens und dank Mehrheitsbeteiligung faktisch der eigentliche Eigentümer von Glen Garioch war William Sanderson, der seine berühmte Blended-Scotch-Marke “Vat 69” zu einem wesentlichen Teil aus Glen Garioch Whisky zusammenstellte. Ab 1908 kümmerte sich dessen Sohn William Mark um den Ausbau des Exports, erschloss ferne Märkte in Australien und den USA, aber auch näher gelegene in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Belgien und Schweden. Dies erwies sich als Glücksfall, denn als wenige Jahre später der Erste Weltkrieg ausgebrochen war, gingen die Verkaufszahlen in Großbritannien und auf dem Kontinent auf ein Minimum zurück. Dank der Märkte in Übersee konnten die Absatzzahlen im Verlauf des letzten Kriegsjahres dennoch sogar verdoppelt werden.

 

Das Schicksal wollte es, dass 1919 in den USA die Prohibition ausgerufen wurde und damit das nunmehr wichtigste Abnehmerland nicht mehr zugänglich war. William Mark ahnte jedoch, dass das Alkoholverbot nicht ewig währen konnte und beschloss, die Krise einfach auszusitzen. Zudem erwarb er 1922 auch noch die übrigen Anteile der Brennerei. Tragischer Weise verstarb er in 1929, vier Jahre vor der Abschaffung des Verbots. Als auch noch die Weltwirtschaftskrise das ganze Land lähmte, verkaufte sein Sohn Kenneth Sanderson das Familienunternehmen 1933 an den Gin-Hersteller Booth. Kurz darauf liefen die Geschäfte wieder an, standen aber auch weiterhin auf wackeligen Füßen. 1937 traten sowohl Booth als auch deren Tochterfirma Sanderson der Kooperative DCL bei.

 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion um 2/3 gedrosselt, 1943/44 schließlich ganz eingestellt und die Glen Garioch-Anlage darüber hinaus vom britischen Militär beschlagnahmt und zur Herstellung von Seeminen umfunktioniert. Nach dem Krieg ging die Whisky-Produktion aufgrund der strengen Getreiderationierung nur in beschränktem Maße weiter und erreichte erst 1961 wieder den Vorkriegsstand. Zusätzlich traten in den 1960er Jahren Probleme mit der Wasserversorgung auf, da das Wasser aus den Percock Hills zu versiegen drohte, was 1968 auch tatsächlich geschah. Man behalf sich mit der Bohrung eines Tiefbrunnens auf einer benachbarten Farm.

 

1972 wurde Glen Garioch unter dem neuen Eigentümer Stanley P. Morrison (Bowmore) erstmals als Single Malt verkauft - bis dahin war er lediglich Bestandteil der Scotch-Marken Vat 69, Bell's und Grant's Standfast sowie des Whisky-Likörs Drambuie - die Brennerei außerdem renoviert und mit einem weiteren Brennkessel ausgestattet. Im Jahr 1995 wurde die Destillerie geschlossen, doch schon 1997 wiedereröffnet.


Produkte


Glen Garioch 10/15/21 Years Old Highland Single Malt Scotch Whisky

10/15/21 Jahre zu gleichen Teilen in Bourbon- und Sherry-Fässern gereift; alc. 40% vol. (15 und 21 Years mit 43% vol.)


Glen Garioch Archive Aged 46 Years Highland Single Malt Scotch Whisky

46 Jahre in speziell ausgewählten Fässern von überragender Qualität gereift; alc. 43% vol.


Glen Garioch Small Batch Release Highland Single Malt Scotch Whisky

Von Zeit zu Zeit werden außergewöhnliche Fässer beiseite genommen und gesondert beobachtet; sobald der Whisky nach Meinung der Experten seinen Höhepunkt erreicht hat, wird jedes Fass unverschnitten abgefüllt; Fassnummer, Tag der Destillation und Tag der Abfüllung, sowie der Alkoholgehalt sind auf dem jeweiligen Etikett angegeben


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