Ginger Ale

Ginger Ale ist die Bezeichnung für alkoholfreie Limonaden, die aus Ingwer, weiteren Pflanzenauszügen, Zuckerkulör (Karamell) und mit Kohlensäure versetztem Wasser hergestellt werden. Siehe auch Ginger Beer.


Hintergrund

Der Vorläufer der Ginger Ale Limonade ist das im 18. Jahrhundert in England erfundene Ginger Beer. Dieses wird ganz ähnlich wie Bier gebraut und hat einen Alkoholgehalt von unter 2 bis maximal 11% vol. und einen ausgeprägten Ingwer-Geschmack.

 

Vor allem in Englands nordamerikanischen Kolonien, bzw. nach deren Unabhängigkeitserklärung in den USA, war das Ginger Beer sehr beliebt. Das änderte sich erst durch die Einführung der Prohibition während der Jahre 1919 bis 1933. Mit wenigen Ausnahmen wurde allen Brauereien und Brennereien durch das Verbot, alkoholische Getränke herzustellen oder zu verkaufen, die Lebensgrundlage entzogen, woraufhin neben gewöhnlichen Bieren auch das Ginger Beer zwangsläufig vollständig vom US-Markt verschwand. Auch wenn es bis heute nicht vollständig ausgestorben und auch als alkoholfreie Variante erhältlich ist, trat das mildere Ginger Ale ab etwa 1920 die Nachfolge des Ginger Beers an, sowie auch andere Softdrinks durch das Alkoholverbot verstärkt auf den Markt drängten.

 

Wann genau das erste Ginger Ale auf der Bühne erschienen ist, ist nicht genau bekannt, vermutlich entstand es schon vor 1850 aus alkoholfreiem Ginger Beer, das sich von diesem unter Umständen nur sehr geringfügig unterscheidet; vermutlich wurde der Namensteil “Beer” ganz einfach durch “Ale” ersetzt. Als erster brachte wahrscheinlich der US-Apotheker Dr. Thomas Cantrell in Zusammenarbeit mit dem Getränkehersteller Grattan & Company im Jahr 1851 eine als Ginger Ale bezeichnete Limonade auf den Markt. Spätestens ab etwa 1860 existierten bereits weitere Marken und das Ginger Ale entwickelte sich zu einem der beliebtesten Getränke der USA.

 

Zu Zeiten der Prohibition wurde neben der klassischen süßen, dunklen und kräftigen Variante noch eine trockene, relativ klare und milde Abwandlung des Ginger Ales populär. Es entstand vor allem aus dem Wunsch heraus, die in den berüchtigten Speakeasies illegal ausgeschenkten harten Spirituosen mit einer milden Limonade zu verdünnen, ohne den Geschmack des Alkohols allzu sehr zu überdecken. Auch heute noch sind vor allem in Kanada und den USA beide Arten Ginger Ale, meist als “Golden” und “Dry” bezeichnet, überaus beliebt. Daneben existieren mittlerweile auch weitere Geschmacksrichtungen wie Minze, Cranberry usw., doch sind diese in Europa kaum bekannt.

           

Der Namensteil “Ale” ist irreführend, da Ginger Ale (engl.: “Ingwer Bier”) nichts mit der hellen englischen Biersorte Ale zu tun hat, sondern eine alkoholfreie Limonade ist. Hauptgeschmack- und Namensgeber ist Ingwer, abgerundet mit weiteren Aromastoffen und Zuckerkulör, der auch für den bräunlichen Farbton verantwortlich ist. Geschmacklich besteht eine gewisse Ähnlichkeit zur Berliner Fassbrause, die zur Kategorie der Kräuterlimonaden zählt.

 

Bekannte Ginger Ale-Marken sind z. B. Schweppes, Canada Dry und Glashäger. Ginger Ale wird nicht nur pur getrunken, sondern  auch gern als “Filler” für Longdrinks verwendet. Die wohl bekanntesten mit Ginger Ale oder Ginger Beer aufgegossenen Cocktails sind Moscow Mule und Pimm's N°1 Cup.