Geldermann

Geldermann ist der Name einer deutschen Sektkellerei in Breisach am Rhein.


Hintergrund

Die Geschichte des Unternehmens geht zurück bis ins Jahr 1830. Damals entsandte der Rittergutsbesitzer Alwin Freiherr von Amelunxen die beiden Aachener Bürgersöhne Wilhelm Deutz und Peter Geldermann in die Champagne, um die Weineinkäufe für sein herrschaftliches Anwesen zu erledigen.

 

In Frankreich angekommen, waren Deutz und Geldermann von der wunderbaren Landschaft und der französischen Lebensart derart angetan, dass sie sich kurzerhand im Städtchen Aÿ niederließen und sich einige Jahre beim Champagner-Haus Joseph Jacob Bollinger als Verkäufer verdingten. Während ihrer achtjährigen Anstellung machten sich die beiden intensiv mit der Herstellung von Champagner vertraut und gründeten im Jahr 1838 dann die eigene Kellerei Deutz & Geldermann.

 

Aufgrund der recht teuren Einfuhrzölle nach Deutschland beschlossen die Enkelkinder der beiden Gründer, Pierre Geldermann und Marie Deutz, in 1904 eine Niederlassung im elsässischen Hagenau zu gründen, das damals wie die ganze Provinz Elsass-Lothringen zum Deutschen Reich gehörte. Dort ließ das Haus Deutz & Geldermann den Schaumwein nach der Méthode Champenoise aus teils heimischen, teils aus der Champagne importierten und wesentlich billiger verzollten Weinen herstellen. Die Anlage in Hagenau entwickelte sich schon nach wenigen Jahren zu einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Sektkellereien auf deutschem Boden.

 

Nachdem Deutschland den Ersten Weltkrieg verloren hatte, wurde das Elsass gemäß den Vertragsbedingungen von Versailles wieder Frankreich angegliedert und die deutsch-französische Grenze bis an den Rhein nach Osten verschoben. So verlegte man die bis dahin deutsche Niederlassung von Deutz & Geldermann in Hagenau, die nun ganz plötzlich in Frankreich lag, nach ihrem heutigen Standort ins badische Breisach. Als offizielles Gründungsdatum dieser ungeplant verlagerten Sektkellerei gilt das Jahr 1925, als die Familie Lallier/Deutz die über 600 Jahre alten Kellergewölbe unter dem Breisacher Schlossberg erworben und die Sektproduktion in Deutschland wieder aufgenommen hatte.

 

Der Zweite Weltkrieg hinterließ aufgrund der alliierten Bombardements schwere Schäden an der Sektkellerei, doch konnte die Produktion dank der geschickten und unermüdlichen Führung von Jean Lallier schon im Jahr 1947 wieder aufgenommen werden. Lange Zeit blieb die Kellerei in Breisach mit dem Haus Deutz & Geldermann vereint, doch wurde das Unternehmen 1995 nach dem Tode Jean Lalliers wirtschaftlich und rechtlich in die Kellereien Deutz in Aÿ und Geldermann in Breisach geteilt.

 

Im Jahr 2003 wurde das Haus Geldermann von den Rotkäppchen-Mumm-Sektkellereien übernommen. Sämtliche Sorten Geldermann-Sekt werden jedoch auch unter dem neuen Firmendach ohne Ausnahme nach dem traditionellen Flaschengärverfahren  hergestellt.


Produkte


Geldermann Carte Blanche

Vorwiegend aus Pineau de Loire-Trauben gekeltert; 2 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 11,5% vol.


Geldermann Carte Noire

Halbtrocken; 1 Jahr auf der Hefe gereift; alc. 11,5% vol.


Geldermann Brut

Aus Chardonnay-, Pineau de Loire- und Pinot-Trauben; 2 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 11,5% vol.


Geldermann Brut Nature

Ohne Dosage extra trocken; 2 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 11,7% vol.


Geldermann Rosé

Aus Pineau de Loire- und Chardonnay-Trauben sowie Kaiserstühler Rotwein; 2 Jahre auf der Hefe gereift; alc. 11,5% vol.


Geldermann Brut mit Jahrgang

Aus französischen Spitzenweinen eines Jahrgangs; 5 Jahre auf der Hefe gereift; auch erhältlich als Rosé mit Jahrgang; alc. 11,5% vol.


Geldermann Cuvée 01

Aus Pineau-de-Loire-Weinen; 5 Jahre auf der Hefe gereift; in limitierter Auflage hergestellt; alc. 11,5% vol.


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