G & J Greenall

G & J Greenall ist der Name eines englischen Gin- und Wodka-Herstellers aus Loushers Lane in der Grafschaft Lancashire.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1761 von Thomas Dakin auf dem Gelände einer alten Baumwollspinnerei in Warrington gegründet. Dakin hätte mit der Produktion eigentlich bereits 1760 beginnen können, doch war aufgrund vorangegangener Missernten die Herstellung von Gin und anderen Spirituosen aus Getreide per Gesetz bis auf weiteres verboten worden.

 

Die Destillerie war zur Zeit ihrer Inbetriebnahme eine der wenigen Gin-Brennereien im Norden Englands, da sich die gesamte Gin-Produktion des Landes fast ausnahmslos auf die Metropole London beschränkte. Neben der Brennerei betrieb Dakin zusammen mit seiner Frau Margaret außerdem eine Handlung für Wein und Spirituosen.  Der Standort in der Bridge Street in Warrington zeichnete sich vor allem durch seine verkehrsgünstige Anbindung aus, da Durchreisende hier oft Halt machten, um auszuruhen und die Pferde zu wechseln. Ihren heutigen Namen erhielt die Destillerie erst rund einhundert Jahre nach ihrer Gründung, als sie einige Zeit nach Dakins Tod in 1860 an Edward Greenall, dem Abkömmling einer eingesessenen Brauer-Familie aus Warrington, verpachtet wurde. Dessen beiden jüngeren Brüder, Gilbert und John, wandelten zehn Jahre später den Pacht- in einen Kaufvertrag um, brachten ihre Namen in die Firma ein und nannten sie schließlich fortan “G & J Greenall”.

 

Im Jahr 1960, zum 200jährigen Bestehen der Destillerie, verlegte man den Standort aus Platz- und Modernisierungsgründen von Warrington ins nahegelegene Loushers Lane, wo eine der modernsten Anlagen Europas neu aufgebaut wurde. Seither schmückt das Familienwappen der Greenalls jede Flasche Greenall's Gin. Um die Tradition zu bewahren und den bekannten und von der Kundschaft geschätzten Geschmack des Gins nicht unnötig zu gefährden, fertigte man aus zwei alten Brennkesseln der Firma aus dem Jahr 1831 einen einzigen großen, der bis zum heutigen Tag ohne größere Unterbrechung in Betrieb ist.

 

In den folgenden Jahren etablierte sich die Marke mit “Greenall's Original Gin” und der Einführung von “Vladivar Vodka” auch erstmals auf dem internationalen Spirituosen-Markt, zuvor spielte fast ausschließlich der Binnenmarkt eine wichtige Rolle. In den späten 70er und frühen 80er Jahren konnten die Marktanteile derart gesteigert werden, dass sie beachtliche 30% des in Großbritannien konsumierten Gins betrugen. 2005 beschädigte ein Feuer die Produktionsanlagen, doch konnte man nach nur 6 Tagen den Schaden größtenteils beheben und mit der Produktion fortfahren.

 

Heute zählt G & J Greenall noch immer zu den wichtigsten Gin-Marken in England, zusätzlich gewinnt der asiatische Markt eine zunehmend große Bedeutung.


Produkte


Greenall's London Dry Gin

Nach dem nahezu unveränderten Rezept von Thomas Dakin aus dem Jahr 1761; dreifach destilliert; mit den Auszügen von 8 Pflanzen, darunter Wacholder, Kamille, Koriander und Schwertlilien-Wurzeln; alc. 40% vol.


Greenall's Bloom London Dry Gin

Dreifach destilliert; mit den Auszügen von Wacholder, Kamille, Pomelo, Geißblatt u. a.; alc. 40% vol.


Cristalnaya Vodka

Dreifach destilliert; alc. 38% vol.


Pink 47 London Dry Gin

Eine neuere Kreation der letzten Jahre von der Destilliermeisterin Joanne Simcock; mit den Auszügen von 12 Pflanzen; 4-fach im Pot-Still-Verfahren gebrannt; alc. 47% vol.


Berkeley Square Authentically Superior London Gin

Aus den 8 Botanicals Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Salbei, Lavendel, Kubebenpfeffer, Kaffir-Limettenblätter und Basilikum, die in Musselin eingewickelt für 48 Stunden in dreifach destillierten Neutralalkohol eingelegt werden (das sog. "Bouquet-Garni-Vefahren"); alc. 40% vol.


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