Fruchtlikör

Fruchtlikör ist die Bezeichnung für Liköre, deren Hauptgeschmack-geber diejenige Frucht ist, deren Namen sie tragen, und die mindestens 100 g Zucker/Liter und einen Alkoholgehalt von wenigstens 15% vol. (mit Ausnahmen) aufweisen. Wird die Zusatzbezeichnung Crème de bzw. -creme in Kombination mit der namengebenden Frucht verwendet, so sind mind. 250g/l Zucker vorgeschrieben. Die Verwendung natürlicher oder künstlicher Farb- und Aromastoffe ist dabei unterschiedlich geregelt (siehe unten).


Hintergrund

Fruchtliköre sind so vielfältig wie die erhältlichen und essbaren Früchte selbst. Frühe Vertreter dieser Gruppe bestanden vermutlich aus mit Honig gesüßtem Wein aus allen möglichen Früchten wie Trauben, Äpfeln, Birnen, Kirschen und verschiedenen Sorten Beeren. In späteren Jahrhunderten wurden diese Weine destilliert, mit einem Teil Fruchtsaft oder Fruchtwein, sowie Honig vermischt. Die Fruchtliköre an sich sind also schon recht alt, auch wenn sie lange Zeit natürlich nicht unbedingt unseren heutigen Maßstäben entsprochen haben. Sie lassen sich rechtlich noch in drei weitere Gruppen einteilen:


Fruchtsaftlikör

Der Gehalt an Fruchtsaft (der namengebenden Frucht) muss mindestens 20% betragen. Der Zusatz weiterer Fruchtsäfte sowie natürlicher Aromastoffe ist erlaubt. Künstliche Farb- und Aromastoffe sind unzulässig.

 

Fruchtaromalikör

Um den Geschmack der namengebenden Frucht zu erhalten, sind ausschließlich natürliche Aromastoffe erlaubt (Ausnahme: Ethylvanillin). Die Verwendung künstlicher Farbstoffe ist hingegen zulässig.


Fruchtbrandy

Fruchtbrandy – dieser Likör muss mindestens 5% Obstbrand (der namengebenden Frucht) mit einem Alkoholgehalt von 40% vol. enthalten. Weitere Zusätze wie künstliche oder natürliche Aromen und Farbstoffe sind erlaubt. Erlaubte Bezeichnungen sind u. a. Apricot Brandy, Cherry Brandy, Prune Brandy usw.

 

 

Für folgende Früchte und Pflanzen ist die Verwendung natürlicher oder künstlicher Aromastoffe in jedem Fall verboten, es dürfen also ohne Ausnahme nur frische Früchte bzw. Pflanzen verwendet werden: Schwarze Johannisbeeren, Kirschen, Himbeeren, Maulbeeren, Heidelbeeren, Zitrusfrüchte, Moltebeeren, amerikanische Taubeeren, gewöhnliche Moosbeeren, Preiselbeeren, Sanddorn, Ananas, Minze, Enzian, Anis, Gletscher-Edelraute und Wundklee.