Filtration

Filtration (auch “Filtrierung”, “Filterung”, “Filtern”) ist die Bezeichnung für ein Verfahren, das u. a. zur Reinigung von Spirituosen und anderen alkoholischen Getränken angewendet wird. Im Zuge dieses Reinigungsverfahrens werden die Flüssigkeiten von unerwünschten Bestandteilen wie Schwebstoffen, Farbstoffen, Fuselstoffen, Fetten und Verunreinigungen befreit.


Hintergrund

Das Prinzip der Filtration ist relativ simpel und dürfte schon seit der Frühzeit der Menschheitsgeschichte bekannt sein. Bei dem einfach anzuwendenden Verfahren werden verunreinigte Flüssigkeiten durch Filz, Papier, Textilgewebe o. ä. gegossen, wobei  Partikel, die größer als die Poren des jeweiligen Filters sind, beim Durchfließen abgehalten und ausgesondert werden. Durch die Nutzung anderer physikalischer Gesetzmäßigkeiten wie z. B. der Elektrostatik und des Trägheitsprinzips (feste Stoffe sinken aufgrund ihres Eigengewichts ab) können außerdem Partikel, die kleiner als die Poren des Filters sind, am Passieren desselbigen gehindert werden. Grundsätzlich gilt dennoch: Je kleiner die Poren des Filters, desto effektiver arbeitet dieser, aber desto länger dauert es auch, bis der Filterprozess abgeschlossen ist.

 

Auch natürliche Filter sind bekannt, wie bspw. im Falle von Regenwasser, das auf die Erde herabfällt, durch unterschiedlichste Gesteins- und Erdschichten absinkt, dabei gefiltert, aber auch mit Mineralstoffen angereichert wird.

 

Für die Filtration alkoholischer Flüssigkeiten ist vor allen Dingen die Verwendung von sog. Aktivkohle von besonderer Bedeutung. Aktivkohle  ist eine offenporige und feinkörnige Kohle, deren Poren wie bei einem Schwamm labyrinthartig miteinander verbunden sind und dadurch eine sehr hohe Oberfläche aufweisen. Die geringe Größe der Poren ist dabei dergestalt, dass ein Stück Aktivkohle mit nur 4 g Gewicht in etwa die Oberflächengröße eines Fußballfeldes besitzt. Je nach gewünschtem Effekt kann zwischen grob- oder feinporiger Aktivkohle gewählt werden. Der Grad der Porengröße lässt sich anhand der verwendeten Holzart bestimmen. Damit kann u. a. erreicht werden, dass selbst Farbstoffe aus dem Destillat herausgetrennt werden und nahezu nur Alkohol, Wasser und einige Aromastoffe den Filter durchdringen.

 

Vor allem bei klaren und neutralen Spirituosen wie Wodka ist es von hohem Interesse, dass sich im Endprodukt nichts weiter befindet als Alkohol, Wasser und verschwindend wenige Aromen, was ggf. durch mehrfach wiederholte Filterung erreicht wird. Indem das Destillat vor dem Filterprozess zudem stark abgekühlt wird, können darin enthaltene Fettsäuren konzentriert (das Destillat trübt sich) und somit leichter abgeschieden werden. Dieses Verfahren wird besonders bei Whiskey häufig angewandt (Kältefilterung).

 

Ganz gleich welche Art von Filter verwendet wird, in regelmäßigen Abständen muss dieser ausgetauscht werden, da die Poren mit der Zeit zunehmend verstopfen.