Fee Brothers

Fee Brothers ist der Name eines US-amerikanischen Mixgetränke-, Bitter- und Sirup-Herstellers aus Rochester/NY.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1863 von der irisch stämmigen Familie Fee in Rochester im US-Bundesstaat New York gegründet. In diesem Jahr funktionierten sie die 1847 von ihrem mittlerweile verstorbenen Vater Owen Fee Sr. gegründete Metzgerei zu einem Saloon und Delikatessengeschäft um und versorgten die auf Anschlusszüge wartenden Passagiere des nahegelegenen Bahnhofs mit Getränken und Speisen.

 

Etwa zur selben Zeit eröffnete der älteste der vier Fee-Brüder, James, einen Spirituosen- und Lebensmittelladen. Einige Jahre später zum Polizeikommissar ernannt, wurde James bald der vielen Aufgaben nicht mehr Herr und beteiligte seine Brüder an dem wachsenden Geschäft. Das fortan “James Fee & Brothers” genannte Unternehmen befasste sich vor allem mit dem Vertrieb von kalifornischen und europäischen Weinen, aber auch Spirituosen und andere Alkoholika waren bereits Teil des Angebots.

 

Eine kleine Familienanekdote aus dieser Zeit berichtet von einem Mieter im selben Gebäude, der ein Loch in die Wand und durch eines der angrenzenden Fässer gebohrt haben soll – und sich so über mehrere Wochen hinweg auf Kosten des Hauses mit einem nie versiegenden Strom an Schnaps versorgte.

 

In 1883, 2 Jahre nach dem Tod von Owen jr., benannten die verbliebenen drei Brüder die Firma in ihren heutigen Namen “Fee Brothers” um. Im Februar 1908 brannte das Gebäude bei einem Feuer nieder, wurde jedoch schon bis August desselben Jahres wiederaufgebaut. Die elf Jahre später einsetzende Prohibition überstand man mit Hilfe des Rechts, Wein für den kirchlichen Messdienst zu verkaufen, sowie dank einer Gesetzesklausel, die Hausbesitzern die Herstellung von einer gewissen Menge Wein für den Eigenbedarf gestattete, und nicht zuletzt durch den schon fast genial zu nennenden Einfallsreichtum von John Fee Jr. So lieferte man bspw. an treue Stammkunden ganze Fässer voll konzentriertem Traubensaft, Wasser und Zucker, die diesen dann nur noch mit der mitgelieferten Hefe zu versetzen brauchten und auf diese Weise den Wein selbst herstellen konnten. Auf ganz ähnliche Art wurde mit dem von den Fee Brothers verkauften alkoholfreien Malz-Bier namens “Bruno”, verfahren. Schon der Etikettenaufdruck unter dem als Logo dienenden Bären “It's a Bear (sprich: “Beer”). Do not add yeast to this product as it is likely to ferment.” (zu Deutsch: “Das ist ein Bier. Fügen Sie keine Hefe hinzu, da es sonst wahrscheinlich zu gären beginnt.”) spricht für sich.

 

Darüber hinaus wurde zu dieser Zeit der vielleicht wichtigste Grundstein des späteren und auch heutigen Unternehmens gelegt, als man sich intensiv mit der Imitierung von bekannten Spirituosen wie Brandy, Rum, Whiskey, Bénédictine, Chartreuse usw. befasste. Die Aromen der jeweiligen Spirituose wurden dabei so gut wie nur irgend möglich in Form von alkoholfreien Sirups und Essenzen nachgeahmt, die an die Kunden verkauft und von diesen zu Hause nur noch mit selbst hergestelltem Alkohol vermischt werden mussten. Dieser Politik blieb man auch nach Aufhebung der Prohibition im Jahr 1933 treu und verlagerte den Schwerpunkt weiter auf die Entwicklung alkoholfreier Sirups und sog. “Cordial Mixer”.

 

In den nachfolgenden Jahren begann der Familienbetrieb mit enormer Geschwindigkeit zu wachsen, mehrere Umzüge innerhalb Rochesters waren vonnöten, um die schnell zunehmenden Kapazitätsbedürfnisse zu befriedigen. Ab den 1960ern erweiterte man die nunmehr vorherrschende alkoholfreie Sparte (Wein war seit den 50ern nicht mehr Teil des Warenangebots), um für die zu dieser Zeit auch in Europa erneut boomende Bar-Branche so wichtigen Würzbitters.

 

Fee Brothers wurde nun landesweit bekannt, belieferte Restaurants, Bars und Händler für Barbedarf. Steigende Umsätze und wachsende Verkaufszahlen machten eine umfangreiche Modernisierung des Betriebs erforderlich, doch wurden die in Papier eingewickelten Bitter-Fläschchen auch weiterhin von Hand eingepackt. Das Logo mit dem Fee Brothers Schriftzug aus den 1890er Jahren wurde 1995 mit den Portraits der vier Fee-Brüder Owen, John, James und Joseph kombiniert und ziert seither die Etiketten der Marke.

           

Im Angebot des auch heute noch in Familienbesitz befindlichen Hauses Fee Brothers befinden sich derzeit über 90 Produkte, darunter Bitters, Sirups und Cocktail-Mixer. Aus Platzgründen werden im folgenden Abschnitt lediglich die Bitters vorgestellt.


Produkte


Fee Brothers Bitters

Im Angebot finden sich klassische Würzbitter aus verschiedenen Kräutern, Gewürzen und Fruchtaromen; erhältlich sind Old Fashioned Bitter (alc. 17,5% vol.), Orange Bitters (mit den Aromen von Orangenschalen; 9%), Peach Bitters (mit Pfirsich-Aroma; 1,7%), Mint Bitters (mit Minz-Aroma; 35,8%), Lemon Bitters (mit den Aromen von Zitronenschalen und Zitronengras; 45,9%), Grapefruit Bitters (mit Grapefruit-Aroma; 17%), Rhubarb Bitters (mit Rhabarber-Aroma; 4,5%), Cherry Bitters (mit Kirsch-Aroma; 4,8%) und Whiskey Barrel Aged Bitters (in gebrauchten Tennessee-Whiskey-Fässern 1 Jahr gereift; in jährlich limitierter Zahl hergestellt; 17,5%)


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