Falernum

Falernum ist die Bezeichnung für einen sirupartigen Rumlikör, der ursprünglich von der rumproduzierenden Karibikinsel Barbados stammt. Er wird üblicherweise hergestellt aus Rum, Zucker, Mandeln, Limettensaft und verschiedenen Kräutern und Gewürzen. Falernum ist keine rechtlich geregelte Getränkebezeichnung und wird von Barmännern oftmals selbst zusammengemischt. Aus diesem Grund gibt es auch keinen vorgeschriebenen Inhaltsstoffe, keinen Mindestalkoholgehalt, keine Vorschriften in Bezug auf Aroma- und Farbstoffe usw.


Hintergrund

Über den Ursprung des Falernum gibt es widersprüchliche Angaben, als relativ gesichert gilt lediglich, dass er erstmals auf Barbados gemischt worden ist. Einige Hersteller datieren ihre Marke auf das 18. Jahrhundert zurück, in anderen offiziellen und nachprüfbaren Quellen, wie z. B. Zeitungen, wird erst im ausgehenden 19. Jahrhundert von einem Getränk namens Falernum berichtet. Verschiedene Rezepte für diesen Rumlikör waren vermutlich schon im 18. Jahrhundert unter der Bevölkerung von Barbados verbreitet, wobei wohl jede Familie ihre ganz eigene Zusammenstellung besessen hat.

 

Lange Zeit ausnahmslos für den alltäglichen Hausgebrauch aus dem hergestellt, was die Insel hergab, begann man erst um 1930 den Falernum auch kommerziell in größeren Mengen zu produzieren. Zwischenzeitlich wieder in Vergessenheit geraten, erlebt der fruchtig süße Rum-Sirup seit etwa 10 Jahren eine Renaissance und findet allmählich seinen Weg zurück in die Regale der internationalen Bars.

 

Über die Entstehung des eigenwilligen Namens kursieren bestenfalls Gerüchte und Vermutungen. Eine Legende besagt, dass eine alte Kreolin, die von einem Zeitungsreporter nach dem Rezept gefragt wurde, in starkem einheimischen Dialekt antwortete: “Haf a learn um” - “Have to learn it” (engl.: “Sie müssen es lernen”). Der Journalist verstand offenbar nicht und übernahm das gehörte wortwörtlich in seinen Artikel. “Falernum” war auch der Name einer antiken römischen Weinbaugemeinde in der Provinz Kampanien im Südwesten Italiens, der von dort stammende “Falerner” ein in ganz Rom beliebter Wein. Ein Namensursprung aus dieser Richtung mag jedoch weit hergeholt erscheinen und bleibt bloße Spekulation. Man wird sich wohl damit abfinden müssen, dass große Teile der Geschichte des Falernum niemals ganz geklärt werden können.

           

Falernum kann sowohl als Fertigprodukt gekauft, als auch auf einfache Weise selbst hergestellt werden. Auch als alkoholfreier Sirup ist er mittlerweile zu haben. In heutigen Cocktailbars spielt Falernum bislang nur eine untergeordnete Rolle, für einige exotische Tropical-Drinks ist er jedoch unentbehrlich.


Herstellung

Um Falernum selbst herzustellen bedarf es einiger weniger Zutaten, die wohl in jeder gewöhnlichen Bar zu finden sein sollten. Die unterschiedlichen Rezepte variieren mehr oder weniger stark voneinander, Ausgangsbasis ist jedoch immer weißer oder brauner Rum, Zucker und Limettensaft. Diese Basiszutaten werden mit Mandelextrakt oder -sirup, Nelken, Ingwer und Würzbitter, wie z. B. Angostura, und anderen Kräutern und Gewürzen vermischt und zwischen 24 Stunden und 1 Woche stehen gelassen. Die festen Bestandteile müssen danach nur noch ausgesiebt und der fertige Falernum evtl. mit kohlesäurefreiem Wasser etwas verdünnt werden.