Fürst von Metternich

Fürst von Metternich ist der Name einer deutschen Riesling-Sekt-Marke aus Johannisberg/Geisenheim im Rheingau.


Hintergrund

Bereits seit 817 wird auf dem Johannisberg im Rheingau bei Wiesbaden Wein angebaut. Karl der Große soll mit eigenen Augen von seiner Pfalz in Ingelheim aus beobachtet haben, wie der Schnee auf dem Johannisberg bereits schmolz, während das Land ringsum noch in blendendes Weiß gekleidet war. So beschenkte er im Jahr 772 die Abtei Fulda mit den Ländereien rund um den Ort Geisenheim, die daraufhin ein Kloster samt Weingut auf dem Berg errichten ließ.

 

In den kommenden Jahrhunderten ging das Weingut von einer Hand zur anderen bis  im Jahr 1716 unter der Leitung des Fuldaer Fürstabts Konstantin von Buttlar mit dem Bau des noch heute erhaltenen Schlosses, das in weiten Teilen auf den Resten der alten Klosteranlage basiert, begonnen wurde. Ebenfalls zu dieser Zeit begann man erstmals mit dem Anbau der Riesling-Traube, die heute die einzige verwendete Rebsorte des Weinguts ist. Damit ist der Johannisberg der älteste Riesling-Weinberg der Welt.

 

Der Einmarsch französischer Truppen in 1803 bescherte dem Schloss einige turbulente und unruhige Jahre. Wie überall in den eroberten Gebieten ließ Napoleon die kirchlichen Güter enteignen und verlieh nach einigem Hin und Her den Weinberg als Belohnung seinem getreuen Marschall François-Christophe Kellermann. Dessen Gutsverwalterin sah sich nach einigen überaus schlechten Erntejahren dazu gezwungen, den kompletten Jahrgang von 1811 noch am Stock an den Frankfurter Bankier Peter Arnold Mumm zu verkaufen. Ein tragischer Irrtum wie sich herausstellen sollte, denn gerade der 1811er ging als der sogenannte “Kometenjahrgang” als der beste Jahrgang des gesamten Jahrhunderts in die Geschichte ein - Mumm erhielt rund das fünffache seines eingesetzten Kapitals als Verkaufserlös!

 

Nach dem Ende der Befreiungskriege gegen Napoleon ging der Johannisberg als Kriegsbeute an Österreich und wurde daraufhin im Jahr 1816 dem weltberühmten österreichischen Außenminister Klemens von Metternich, dessen Familie ursprünglich vom Rhein stammte und der einige Jahre zuvor aus Geldnot seine ererbten Besitzungen in Geisenheim und Rüdesheim hatte verkaufen müssen, als Belohnung für seine Dienste überreicht. Als Gegenleistung versprach Metternich Kaiser Franz I. eine jährliche Abgabe von 10% des Ertrags – eine Abmachung, die interessanterweise bis heute noch immer eingehalten wird (seit 1945 allerdings in Form von Geld).

 

Im Jahr 1865 ging man eine Geschäftsverbindung mit der Sektkellerei Söhnlein aus Wiesbaden ein und lieferte fortan die Grundweine für deren Schaumweine. Aus dieser Partnerschaft heraus entstand letzten Endes auch die Sekt-Marke “Fürst von Metternich”.

 

Während die Schaumwein-Kelterung von damals eher als Nebenerwerb angesehen werden kann, erzielten bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs die Schloss Johannisberger Weine Rekordpreise, die erstaunlicherweise sogar noch über denjenigen der erlesensten Bordeaux-Weine lagen. Erst 1915, also wesentlich später als anderswo, wurden an den Stöcken Rebläuse festgestellt. Ein schnelles Pfropfen auf resistente Wurzelstöcke verhinderte jedoch katastrophale Auswirkungen wie auf vielen anderen Weingütern Europas.

 

Dank der klugen und umsichtigen Gutsverwaltung konnte der Johannisberg erfolgreich durch die nun folgenden schweren Zeiten manövriert werden. 1942 aber geschah das unfassbare: Bei einem Bombennotwurf eines britischen Fliegerverbands, dessen Angriff eigentlich der Stadt Mainz gegolten hatte, wurde der Weinberg samt Schloss schwer verwüstet. Noch bis 1964 dauerte der Wiederaufbau.

 

Bis zum Jahr 1980 war der Johannisberg Eigentum der Familie von Metternich-Winneburg, dann ging er und damit auch die Marke Fürst von Metternich in den Besitz der Henkell & Söhnlein Sektkellereien KG über, die ihrerseits zur Oetker-Gruppe gehört.


Produkte


Fürst von Metternich Trocken

Mit 24 g Zucker/Liter und alc. 11,5% vol.; auch erhältlich als Extra Trocken (18 g Zucker/Liter und alc. 12,5% vol.)


Fürst von Metternich Brut mit Jahrgang

Ausschließlich aus Rieslingweinen des Johannisbergs eines Jahrgangs; durch Flaschengärung hergestellt; mit 12 g Zucker/Liter und alc. 12,5% vol.


Fürst von Metternich Rosé

Aus Riesling-Trauben und nach dem Weißwein-Verfahren gekelterten Spätburgunder-Trauben; mit 22 g Zucker/Liter und alc. 12,5% vol.


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