Ettaler

Ettaler ist der Name einer deutschen Kräuterlikör-Marke aus dem bayerischen Kloster Ettal im gleichnamigen Ort.


Hintergrund

Die Benediktinerabtei Ettal wurde im Jahre 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern gegründet. Seit je her befand sich im Kloster, wie in so vielen anderen, eine eigenständige Brauerei, doch vor allem die hier hergestellten Kräuterliköre trugen zum Weltruf der Abtei bei.

 

Die Alkoholproduktion begann spätestens im Jahr 1558, wie ein aus dieser Zeit erhalten gebliebenes Dokument belegt, das den Verkauf eines Branntweinkessels anführt. Im Vertrag des Braumeisters von 1610 wurde außerdem festgehalten, dass dieser nicht nur das Bier zu brauen habe, sondern auch den Weinbrandkessel bedienen müsse. Schon damals war von einem „Aqua abbatis“ die Rede, einem Stärkungstrunk, der in Form von “Gelben und Grünen Tropfen” verabreicht wurde. Die Kräuterliköre wurden früher nur in der näheren Umgebung des Klosters sowie in der Klosterapotheke als Heilmittel verkauft, heute sind sie deutschlandweit und auch in einigen anderen Ländern zu haben.

 

Im Jahr 1803 wurde der Status des Klosters als Folge der Säkularisation in Bayern aufgehoben, die Klosterapotheke zum freien Verkauf angeboten. Einer der Arzneischränke gelangte auf diese Weise in die Hände der Familie Byschl, die 1822 die erste Apotheke in Garmisch gründete. In eben diesem Schrank befand sich unentdeckter Weise die Rezeptur für einen der Ettaler Klosterliköre. Ab etwa 1850 produzierten und vermarkteten die Byschls diesen Likör unter dem Namen “Alt-Ettaler Abt-Liqueur”.

 

Als das Kloster im Jahr 1900 von den Mönchen des Klosters Scheyern wiederaufgebaut wurde, gab die Familie Byschl das Rezept freundlicherweise an den Benediktinerorden zurück, zudem wurde Pater Anselm Barth in der Herstellung des Kräuterlikörs unterwiesen. Unter seiner Anleitung wurde in den Kellern der Klosteranlage eine neue Destillerie eingerichtet und festgelegt, dass jeweils nur zwei Mönche über die Kenntnisse der Likör-Herstellung verfügen dürfen. In 1910 wurde die noch heute verwendete “Barockflasche” entworfen, rund 10 Jahre später zum Patent angemeldet und weltweit geschützt.

           

Die Bedeutung der Marke Ettaler für die Gastronomie ist eher gering einzuschätzen, Ettaler-Liköre finden sich fast ausschließlich in regionalen Gaststätten sowie in Souvenir-Shops wieder.

 

Die Destillerie in den altehrwürdigen Gemäuern verfügt über die modernste Ausstattung, so mag der gegensätzliche Anblick aus jahrhundertealten Bauwerken und darin befindlicher Technik der Gegenwart auf den Besucher etwas seltsam wirken. Dennoch wird hier auf bestmögliche Weise althergebrachte Tradition und Brennkunst mit moderner Technologie vereint, um hochwertige Liköre ohne künstliche Zusatz- oder Aromastoffe herzustellen. Nur zwei der Benediktinermönche verfügen jeweils über die nötigen Kenntnisse der Rezepturen und sind für den Brennvorgang verantwortlich.


Produkte


Ettaler Gelb

Kräuterlikör mit Safran und Honig; in Eichenfässern gereift; alc. 40% vol.


Ettaler Grün

Aus über 40 verschiedenen Kräutern; in Eichenfässern gereift; alc. 42% vol.


Ettaler Heidelbeere

Fruchtlikör aus Bergheidelbeeren; alc. 25% vol.


Ettaler Kloster-Geist

klares Kräuterdestillat ohne Zuckerzusatz; alc. 40% vol.


Ettaler Hopfen-Halbbitter

Aus verschiedenen Kräutern und Hopfen aus der Hallertau; alc. 38% vol.


Ettaler Kloster-Magenbitter

Aus verschiedenen Kräutern; in Eichenfässern gereift; alc. 45% vol.


Ammergauer Heulikör

Aus Kräutern und Pflanzen der Berghänge des unter Naturschutz stehenden Ammergebirges; diese Hänge werden nicht gedüngt und nicht beweidet und nur einmal im Jahr gemäht; aus dieser “Wiesmahd”, die die verschiedensten Pflanzen beinhaltet, entsteht dieser Likör; alc. 38% vol.


Ettaler Samos

Kräuterlikör mit limitierter Auflage; alc. 25% vol.


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