Dujardin

Dujardin ist der Name eines deutschen Weinbrand- und Spirituosen-Herstellers aus Uerdingen am Rhein.


Hintergrund

Das Haus Dujardin wurde im Jahr 1810 unter dem Namen “Dujardin et Compagnie vorm. Gebr. Melcher” (Dujardin & Partner) gegründet. Es entstand aus der Zusammenarbeit der deutschen Familie Melcher, die sich mutmaßlich als eine der ersten in Deutschland mit dem Brennen von Wein befasste, und der charentaiser Winzerfamilie Dujardin.

 

Bereits seit 1780 besaß die Familie Melcher eine königliche Konzession zur Herstellung von Branntwein und produzierte vor allem Korn und Wacholderbranntwein. 1810 begann Henry Melcher während der Besatzungszeit des Rheinlands durch napoleonische Truppen erstmals damit Cognac zu brennen, die hierfür benötigten Brennweine bezog er vom Weingut Château des Mérigots der französischen Winzerfamilie Dujardin. Diese Kooperation verlief über Generationen hinweg sehr erfolgreich und gereichte beiden Seiten zum Vorteil. Selbst als Deutschland nach dem 1. Weltkrieg im Versailler Vertrag offiziell verboten wurde, seine Branntweine als “Cognac” zu bezeichnen, und zu allem Überfluss auch noch der langjährige Handelspartner A. Dujardin starb und damit aus der Kooperation ausschied, behielten die Melchers den längst etablierten Firmennamen Dujardin bei.

 

Trotz der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, von der kaum ein Bereich des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens unangetastet blieb, florierte das Unternehmen wie eh und je und stieg erstaunlicherweise sogar zum größten deutschen Weinbrand-Hersteller auf. Im Jahr 1943 wurde die Destillerie in Uerdingen am Rhein bei einem Luftangriff der Alliierten fast vollständig zerstört, doch hatte die vorausschauende Unternehmensführung dafür Sorge getragen, dass große Bestände an Weinbrand bereits zuvor ausgelagert und in Sicherheit gebracht worden waren. Dank dieser Vorsorgemaßnahme konnte die Produktion auch weiterhin behelfsmäßig aufrechterhalten werden.

 

1947, fast zwei Jahre nach Kriegsende, erfolgte endlich der Wiederaufbau und bald darauf war Dujardin wieder die Nr. 2 der deutschen Weinbrenner. Bald ging es dem Unternehmen wieder so gut, dass man sich ein eigenes Frachtschiff, die M.S. Imperial, leisten konnte, das im 14tägigen Turnus über Rhein und Nordsee die französischen Weinhäfen am Atlantik ansteuerte.

 

1983 erfolgte der Zusammenschluss des Hauses Dujardin mit dem Wein-, Sekt- und Spirituosen-Hersteller Racke, der sich 2006 jedoch vollständig aus dem Spirituosengeschäft zurückzog. Im Jahr 2003 wurden die Vertriebsrechte an die Firma Schwarze & Schlichte übertragen, die sich um eine Aufwertung des Flaschen- und Etikettendesigns bemühte. Auch heute ist Dujardin noch immer im Besitz der Familie Melcher und nach Jahrzehnten auf dem zweiten Platz wieder die größte unter den deutschen Weinbrennereien.

           

Sämtliche Brennweine des Hauses Dujardin werden wie eh und je in der französischen Charente eingekauft und nach Uerdingen verschifft. Dort werden sie auf traditionelle Weise gebrannt und in Limousin-Eichenfässern gelagert.


Produkte


Dujardin Imperial V.S.O.P.

Hergestellt aus Weinen der Charente; mindestens 4 Jahre in Limousin- Eichenfässern gereift; alc. 36% vol.


Dujardin Fine X.O.

Hergestellt aus Weinen der Grande und Petite Champagne; mindestens 8 Jahre in Limousin-Eichenfässern gereift; alc. 36% vol.


Melcher's Rat

Benannt nach Wilhelm Heinrich Melcher, dem Stammvater des Unternehmens; alc. 36% vol.


Uerdinger

Doppelt gebrannter Wacholderbranntwein; alc. 38% vol.


Melcher's Klar Hell

Weizenkorn; alc. 32% vol.


Orlow

Wodka nach einem 150 Jahre alten Rezept der befreundeten moskauer Familie Koscheleff;  alc. 40% vol.


Curaçita

Triple Sec-Likör aus Bitterorangenschalen; alc. 41% vol.


Weiterführende Links