Drambuie

Drambuie ist der Name einer schottischen Whiskylikör-Marke.


Hintergrund

Die Ursprünge der Marke reichen zurück bis in die Zeit der Kelten, die das heutige Schottland bereits zur Zeit der Römer bewohnten. Der “Met” genannte Honigwein hatte bis zum Jahr 43 n. Chr., als Kaiser Claudius den südlichen Teil Britanniens erobert hatte und die Expansion in den Norden der Insel ihren Anfang nahm, unter den Völkern des nördlichen Europas eine lange Tradition und war auch auf dem Kontinent weithin verbreitet.

 

Der zweite wichtige Bestandteil von Drambuie, Whisky, erreichte Schottland allerdings erst wesentlich später, wahrscheinlich irgendwann im 15. Jahrhundert. Als gesichert gilt, dass spätestens ab Ende des 16. Jahrhunderts Whiskybrennereien über das ganze Land verteilt waren. Der Tag, an dem irgendjemand auf die Idee kam, diese beiden traditionellen Getränke miteinander zu vermischen, dürfte nur unwesentlich später erfolgt sein, lässt sich jedoch nicht bestimmen.

 

Die Legende besagt nun, dass im frühen 18. Jahrhundert der Anwärter auf den schottischen Thron, Prinz Charles Edward III. Stuart (1720 – 1788), im Besitz einer solchen Rezeptur gewesen sein soll, die vornehmlich aus schottischem Whisky und Met bestand. Im Jahr 1745 verließ der Prinz das Familienexil in Rom und landete in Schottland, um den rechtmäßigen Thron für sich und seine Nachkommen zurückzuerobern. Wie Edward III. in den Besitz der Rezeptur gekommen war - aller Wahrscheinlichkeit nach geschah dies erst nach seiner Ankunft in Schottland – bleibt wohl für immer im Dunkeln, doch wurde von mehreren Einheimischen unabhängig voneinander beobachtet, wie der Prinz stets eine Flasche mit geheimnisvollem Inhalt an seiner Seite trug. Während der Thronanwärter aus dem Hause Stuart das schottische Hochland durchkreuzte, um die ihm freundlich gesinnten Clans für seine Armee zu rekrutieren, sorgte der königliche Apotheker für ausreichenden Nachschub an dem sagenumwobenen Trank. Viele der einfachen Leute glaubten sogar, dem Trank wohnten magische Kräfte inne und er mache denjenigen, der in seinen Genuss kam, unverwundbar und nicht zu bezwingen.

 

Trotz aller fantastischer Nachrede wurde Edward III. bei der Schlacht von Culloden im Jahre 1746 von den Engländern vernichtend geschlagen, konnte jedoch wie durch ein Wunder der Gefangennahme entrinnen. Unmittelbar an diese Niederlage schloss sich eine fünf Monate dauernde Flucht, die sich über das gesamte schottische Hochland und sogar einige der Inseln erstreckte. Trotz eines fürstlichen Kopfgeldes von 30.000 Pfund, einer geradezu utopischen Summe, erklärte sich kein einziger der Unterschlupfbietenden bereit, den Flüchtigen zu verraten und an die Häscher auszuliefern. Als Frau verkleidet gelangte Edward mit Hilfe der heute als Nationalheldin verehrten Flora MacDonald auf einem Ruderboot vom Festland auf die Insel Skye. Dort fand er Obdach bei einem Mann namens John MacKinnon, der die nötigen Vorbereitungen für ein Übersetzen nach Frankreich traf. Als Dank überreichte Prinz Edward III. seinem Wohltäter am Tag der Abreise die wohlgehütete Rezeptur und verließ Schottland endgültig und für alle Zeit.

 

Bis zum Jahr 1906 stellte die seit vielen Generationen auf der Insel Skye lebende Familie MacKinnon den Whiskylikör Drambuie nach überliefertem Rezept ausschließlich für den privaten Gebrauch her, für Familie und Freunde. Dann entschloss man sich, die Whisky-Destillerie MacBeth in der Hauptstadt Edinburgh zu übernehmen und mit der kommerziellen Produktion des Whiskylikörs zu beginnen. Nur zehn Jahre später hatte sich die Marke bereits solch einen Namen erworben, dass sie als einziger Likör überhaupt in den Bestand des Getränkekellers des britischen Oberhauses aufgenommen wurde. Etwa im selben Jahr wurde ein Kontrakt mit der britischen Armee geschlossen, die fortan ihre weltweit stationierten Offiziere mit Drambuie versorgte – eine recht ironische Entwicklung, bedenkt man, dass es sich doch um den Wundertrank des Anführers des Anti-Englischen-Aufstands von 1745 handelte.

 

In den Jahrzehnten nach 1940 geriet die Marke allmählich in Vergessenheit, weshalb sich die Hersteller in den 80ern veranlasst sahen, das etwas angestaubte Image durch moderne Werbekampagnen aufzufrischen. Heute zählt Drambuie zu den bekanntesten klassischen Whiskylikören der Welt.

           

Der Name “Drambuie” hat seine Wurzeln in der Ursprache der Kelten, dem Gälischen: “An dram buidheach” bedeutet so viel wie “ein Trank, der zufrieden macht”. Zur Erinnerung an die Ereignisse vergangener Zeiten steht noch heute auf jeder Flasche Drambuie der Spruch “Remember the gift of the prince” - “Gedenket dem Geschenk des Prinzen”.


Produkte


Drambuie Prince Charles Edward Stuart's Liqueur

Hergestellt aus bis zu 17 Jahre altem schottischen Highland Malt Whisky, Grain-Whisky, Heide-Bienenhonig, verschiedenen Kräutern, u.a. Nelken und Safran, und Zucker; alc. 40% vol.


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