Dom Pérignon

Dom Pérignon ist der Name einer Champagner-Marke des Champagner-Herstellers Moët Chandon.


Hintergrund

Die Geschichte der Marke begann im Jahre 1668, als der junge Benediktinermönch Pierre Pérignon (“Dom” bedeutet in etwa “Herr” und wurde im damaligen Frankreich als Anrede für katholische Geistliche verwendet) zum Prokurator und Kellermeister der Abtei Hautvillers ernannt wurde. Der Verkauf von stillen Champagnerweinen stellte zu dieser Zeit eine der Haupteinnahmequellen des Klosters dar und so verwendete Pérignon in Zusammenarbeit mit Jean Oudart, dem Kellermeister einer anderen, nicht weit entfernten Abtei, viel Zeit und Mühe auf die Verbesserung der bis dahin gebräuchlichen Herstellungsverfahren. Nachdem etwa zur selben Zeit durch einen Zufall die Flaschengärung entdeckt worden war, spezialisierten sich die beiden Mönche, von Neugier und Forscherlust getrieben, auf die Kelterung prickelnder Schaumweine.

 

Sie waren es, die das später als “Méthode Champenoise” berühmt gewordene Champagner-Verfahren zwar nicht erfanden, aber dennoch entscheidend veränderten und perfektionierten. So verwendeten sie z. B. erstmals einen Wein-Verschnitt aus verschiedenen Rebsorten, verbesserten die Weißkelterung von dunklen Trauben, benutzten dickwandige Flaschen, um die Gefahr des Platzens zu minimieren, die sie mit einem am Flaschenhals verkordelten Korken verschlossen, und führten die 0,75-l-Flasche als Standardgröße ein (während einiger erstaunlich modern anmutender Studien hatten sie herausgefunden, dass dies die durchschnittliche, von einem männlichen Erwachsenen beim Abendessen verzehrte Menge Wein war).

 

Der von den Mönchen produzierte Champagner, der sich, was die Qualität betraf, deutlich von dem anderer Hersteller unterschied, erlangte schon bald einen weithin reichenden Ruf, der schließlich sogar die erlauchte Tafel des Sonnenkönigs Ludwig XIV. (1638 – 1715) erreichte. Spätestens seitdem der König selbst regelmäßig, wenn nicht nahezu täglich, einige Gläser Champagner aus Hautvillers zu sich nahm, mauserte sich die Marke zu einem der begehrtesten Getränke in Adelskreisen. Nach dem Tode Dom Pérignons im Jahr 1715 führte dessen langjähriger Kamerad Jean Oudart die Forschungsarbeit noch einige Zeit weiter und suchte unermüdlich nach Verbesserungsmöglichkeiten.

 

Die Französische Revolution von 1789, die letztlich das gesamte Weltbild der damaligen Epoche auf den Kopf stellte, beendete die goldene Ära des in Luxus schwelgenden Adels und stellte auch die Macht der nicht weniger dekadenten Kirche in Frage. Zahlreiche Klöster im Land wurden im Zuge des Umsturzes geplündert und die Mönche vertrieben, darunter auch die Abtei Hautvillers. Im Jahr 1823 kaufte das Champagner-Haus Moët & Chandon das leerstehende und verwüstete Kloster samt den dazugehörigen Weinbergen, doch dauerte es noch bis 1930 bis das Unternehmen auch die Markenrechte am Namen Dom Pérignon erwarb (diese hatten sich zwischenzeitlich im Besitz des Hauses Mercier befunden, das diese Rechte jedoch nicht zur Vermarktung eines eigenen Champagners genutzt hatte).

 

Moët & Chandon kümmerte sich denn auch in den 1930ern um die standesgemäße Wiederbelebung der altehrwürdigen Marke, die sehr schnell nach ihrer Wiedereinführung im Jahr 1936 international für Aufsehen sorgte und großes Ansehen erlangte. Auch heute noch ist Dom Pérignon einer der berühmtesten, beliebtesten und prestigeträchtigsten Champagner der Welt.

           

Obwohl Dom Pérignon-Champagner nur in besonders guten Erntejahren jahrgangsweise hergestellt wird, hat die Produktionsmenge inzwischen die Marke von 6 Millionen Flaschen im Jahr überschritten. Verwendet werden ausnahmslos die Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir.


Produkte


Dom Pérignon Vintage

Jahrgangschampagner unterschiedlicher Jahrgänge; 7 Jahre auf der Hefe gereift; 12,5% vol.


Dom Pérignon Rosé

Nur in außergewöhnlich guten Erntejahren in limitierter Anzahl hergestellt; 9 Jahre auf der Hefe gereift; 12,5% vol.


Dom Pérignon Œnothèque

Jahrgangschampagner unterschiedlicher Jahrgänge; nur in außergewöhnlich guten Erntejahren in limitierter Anzahl hergestellt; 13 Jahre auf der Hefe gereift; 12,5% vol.


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