Coca Cola

Coca-Cola ist der Name eines US-amerikanischen Softdrink- und Limonaden-Herstellers.


Hintergrund

Coca-Cola wurde von John Stith Pemberton in den 1880er Jahren in Atlanta erfunden. Pemberton war Apotheker und experimentierte, nach seiner Heimkehr aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, mit verschiedenen Zutaten, um ein Mittel gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen zu finden. Er orientierte sich hierbei eng am bereits 1863 erfundenen Mariani-Wein, einem Gemisch aus Bordeaux-Weinen und Extrakten des Coca-Strauchs, und nannte sein Getränk “Pemberton's French Wine Coca”. Erst sein Buchhalter Frank M. Robinson erfand den Namen “Coca-Cola” und den noch heute typischen Schriftzug. Pemberton verwendete für sein Rezept Wein, Kolanüsse (stark koffeinhaltig), Damiana (eine Heilpflanze) und Blätter des Coca-Strauchs (kokainhaltig; wirkt berauschend und belebend).

 

Im Jahr 1886 wurde in Atlanta jedoch die Prohibition für Alkohol gesetzlich beschlossen und Pemberton musste gezwungenermaßen den Wein aus seiner Rezeptur streichen. Im selben Jahr wurde das nunmehr alkoholfreie Coca-Cola, vermischt mit Sodawasser, zum ersten Mal in der Apotheke “Jacob's Pharmacy” in Atlanta als Medizin verkauft. Der Morphin-Süchtige Pemberton verkaufte aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten, die vermutlich auch auf seine Sucht zurückzuführen waren, in den folgenden Jahren an verschiedene Interessenten das Rezept für Coca-Cola. Unter ihnen war auch der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler, der sich 1888 die alleinigen Rechte an der Marke sicherte.

 

1892 gründete Candler die “Coca-Cola Company”, ein Jahr später ließ er die Marke rechtlich schützen. Bereits 1895 wurde Coca-Cola in den gesamten USA vermarktet, dazu gesellten sich ab 1896 die Märkte der benachbarten Länder Kanada, Mexiko und diejenigen einiger Karibikstaaten. Die Prohibition, die Pemberton einst veranlasst hatte, das ursprüngliche Rezept für Coca-Cola zu ändern, leistete der Marke nun unschätzbare Dienste. Viele, vor allem Angehörige der bessergestellten Gesellschaft, missbrauchten das kokainhaltige, aufputschende Getränk als legale Ersatzdroge. Umgangssprachlich wurde es zu damaliger Zeit sogar “Coke” (für Kokain) oder schlicht “Dope” genannt.

 

Einen weiteren Boom erlebte Coca-Cola durch die Erfindung des Kronkorkens im Jahr 1899. Konzessionäre konnten nun Lizenzen und damit die Rechte zur Abfüllung von Coca-Cola erwerben und schon bald war das Getränk in den typischen kleinen Fläschchen nicht nur in den Soda-Bars der Oberschicht verbreitet, sondern vor allem auch unter der einfachen Bevölkerung äußerst beliebt.

 

1919 verkaufte der Sohn Asa Candlers, Howard Candler, das Unternehmen an ein Bankenkonsortium um Ernest Woodruff und Eugene Stetson. 1926 setzte sich der neue Präsident der Coca-Cola Company, Robert W. Woodruff, das Ziel, die Marke nicht nur auf dem amerikanischen Doppelkontinent, sondern weltweit zu vertreiben. Zu diesem Zweck arbeitete das Unternehmen im 2. Weltkrieg eng mit dem Militär zusammen und errichtete 64 Abfüllanlagen in unmittelbarer Nähe zu den Kriegsschauplätzen in Europa und im Pazifik, um die vor Ort stationierten Soldaten mit Coca-Cola zu versorgen. Dieser schon fast geniale Schachzug bewirkte eine noch größere Bekanntheit und weitere Verbreitung der Marke, da praktisch kein GI während seiner Dienstzeit umhin kam, Bekanntschaft mit einer Flasche Coca-Cola zu machen. In diesem Zusammenhang wurde 1950 auch erstmals die Cola-Dose eingeführt, da sie, leichter und bruchfest, einfacher zu transportieren war als Flaschen.

 

In Deutschland wurde Coca-Cola erstmals 1929 abgefüllt, der endgültige Durchbruch gelang hier jedoch erst 1936 mit Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin. Die Internationale und vordergründig aufgeschlossene Atmosphäre ebnete dem Getränk von jenseits des Atlantiks den Weg in das Herz Europas. Der Ausbruch des Krieges hatte der Beliebtheit der Marke, als ein Getränk des Kriegsgegners USA, in Deutschland überraschenderweise nicht geschadet, doch war aufgrund des Handelsembargos bald kein Coca-Cola-Sirup mehr verfügbar, der aus dem Ursprungsland an die Abfüllbetriebe verschickt wurde und dort nur noch mit Soda verdünnt werden musste. Als Ersatz entwickelte die Coca-Cola GmbH in Essen “Fanta”, ein (damals) auf Molke basierendes, koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk.

 

Die Zusammenarbeit des Coca-Cola Konzerns mit dem US-Militär wurde auch zu Zeiten des Korea- und Vietnamkrieges, sowie für die gesamte Dauer des Kalten Krieges beibehalten. Auf diese Weise erschloss sich die Firma weit entfernte Märkte in Ländern wie Japan, Thailand und Südkorea. Im Jahr 1985 änderte Coca-Cola aus nicht näher bekannten Gründen seine Rezeptur (New Coke), was jedoch nach umgehend erfolgten umfangreichen Protesten der Verbraucher bald wieder rückgängig gemacht wurde (Coca-Cola Classic).

 

Der unglaubliche Erfolg der Marke ließ sehr bald zahlreiche Nachahmer aus dem Boden schießen, was gerade in den vergangenen Jahrzehnten zu mehreren Rechtsstreitigkeiten führte. Die bekannteste und auch langandauerndste dieser Auseinandersetzungen ist wohl zweifellos diejenige mit Pepsi-Cola. Pepsi versuchte seinerzeit mehrfach durch teils lustig gestaltete Werbespots Coca-Cola zu diffamieren; der Erfolg dieser Kampagne bleibt allerdings fraglich.

             

Heute ist Coca-Cola im Besitz mehrerer namhafter Marken, wie z. B. Bonaqa, Sprite, Fanta, Mezzo Mix, Apollinaris usw. Coca-Cola ist die wertvollste Getränkemarke und das zweitbekannteste Wort (nach “Okay”) der Welt. Die Produkte des Konzerns sind selbst in den entlegensten Winkeln der Welt zu finden.

 

Seitdem im Jahre 1902 das Suchtpotential erkannt worden ist, enthält Coca-Cola keine kokainhaltigen Substanzen mehr. Auch sonst hat es heute mit dem ursprünglichen Rezept von Pemberton nicht mehr viel gemeinsam. Die Rezeptur der 1880er Jahre ist in seiner Geschichte mehrfach abgewandelt worden und seit je her ein streng gehütetes Geheimnis. Noch heute soll es angeblich in einem Hochsicherheitstresor in Atlanta lagern, zu dem nur 2 Menschen des Konzerns Zugang haben. Die allgemein bekannten Hauptbestandteile von Coca-Cola sind: Vanille, Orangen-, Zitronen- und Zimtöle, Phosphorsäure für den sauren Geschmack, Zucker bzw. Süßungsmittel, Wasser und Kohlensäure.


Weiterführende Links