Bokma

Bokma ist der Name einer niederländischen Genever-Marke aus der Stadt Zoetermeer.


Hintergrund

Die Ursprünge des Unternehmens reichen zurück bis in das Jahr 1826, als der Müller Klaas Bokkeszoon neben seiner Getreidemühle in Leeuwarden eine kleine Schankstube einrichtete. Über den Tresen ging schon damals ein von Bokkeszoon aus überschüssigem Getreide gebrannter Genever, den er allerdings ohne eine Lizenz dafür zu besitzen selbst herstellte. Sein Sohn, Freerk Klazes Bokma, führte die Tradition seines Vaters weiter und erwarb schließlich 1894 die Konzession, um in Leeuwarden eine kleine Destille zu gründen.

 

Auch er blieb zunächst weiterhin hauptberuflich als Bäcker aktiv, doch entwickelte sich der ursprünglich als Nebenerwerb gedachte Brennbetrieb zusehends zur eigentlichen Leidenschaft der Familie Bokma. Freerk taufte die Brennerei auf den Namen “de bron”, was so viel wie “die Quelle” bedeutet. Ob damit der nun üppig zu fließen beginnende Strom aus Genever gemeint war, oder vielmehr der erste Schritt, der am Anfang einer der erfolgreichsten niederländischen Brennerfamilien stand, sei dahingestellt. Der zu dieser Zeit schon 53jährige Freerk gab den Betrieb allerdings nur 2 Jahre später aus gesundheitlichen Gründen an seinen Sohn Pieter weiter.

 

Im Jahr 1898 hatte das Unternehmen bereits mehrere Destillate erfolgreich im Vertrieb, wobei vor allem die Region Friesland den wichtigsten Markt darstellte. Bald darauf wurden die Erzeugnisse aber auch in alle anderen Provinzen der Niederlande und sogar nach Niederländisch-Ostindien (Indonesien) verkauft. Schon damals wurde bei Bokma die typische viereckige Flaschenform eingeführt, was den lukrativen Nebeneffekt hatte, dass diese auf den Frachtschiffen weitaus weniger Platz in Anspruch nahm als die sonst übliche runde Form. Sicher war auch diese Neuerung daran nicht ganz unbeteiligt, dass bis in die späten 1920er Jahre der Absatz in den Kolonien den der Heimat schon bald überflügelte. Etwa 6000 Flaschen Genever wurden alle drei Wochen von Leeuwarden nach Amsterdam transportiert, dort auf Hochseedampfer umgeladen und nach Asien zu den durstigen Kolonisten verschifft.

 

Das erfolgreiche Wachstum der Firma wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die sich kurz darauf anschließende Besetzung durch die Wehrmacht gewaltsam unterbrochen. Auch nach dem Krieg wurde die Situation nicht besser. Nicht nur, dass Indonesien in 1949 unabhängig wurde und die Niederländer die Inselgruppe räumen mussten, auch hatte man immer noch jahrelang mit argen Rohstoffproblemen zu kämpfen, die die Produktion des klassischen Oude Genever äußerst schwierig gestalteten. Nachdem 1961 Piet Coert Bokma seine vormalige Unentschlossenheit überwunden hatte und doch noch in das Familienunternehmen eingetreten war, begann man endlich die Konsequenzen aus all diesen Widrigkeiten zu ziehen.

 

1967 wurde dann der erste Jonge Genever produziert, der erfolgreicher als erwartet von den Kunden angenommen wurde. Im Jahr 1971 fusionierte die immer noch recht kleine, aber weithin bekannte Destillerie Bokma mit dem Unternehmen Gedistilleerd en Wijngroep (GWN) des Heineken-Konzerns, um den Vertrieb noch effizienter und in größerem Stil betreiben zu können. 1988 räumte man die traditionsreichen Gebäude in Leeuwarden und verlegte die Destillerie zu GWN nach ihrem heutigen Standort in Zoetermeer.

 

Im Jahr 1990 wurde Bokma Teil des Rémy-Cointreau-Konzerns. Die Rezepturen, die sich bis dahin stets nur im Besitz des jeweiligen Firmenoberhauptes befunden hatten, wurden an diesem Tag erstmals aus den Händen der Familie gegeben und dem neuen Destilliermeister der Brennerei ausgehändigt.


Produkte


Bokma Oude Friesche Genever

Das klassische Produkt des Hauses seit 1894; u. a. aromatisiert mit Angelika, Wacholderbeere, Süßholz, Sternanis, Gewürznelke und Dill; alc. 38% vol.


Bokma Jonge Graanjenever

Ausschließlich aus Roggen, Weizen und Mais gebrannt; mit zugesetztem Wacholderdestillat; alc. 35% vol.


Bokma De Vijf Jaren

Ein fünf Jahre im Eichenfass gereifter Oude Genever; alc. 38% vol.


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