Boizel

Boizel ist der Name eines Champagner-Herstellers aus der Stadt Épernay.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1834 von Auguste Boizel und seiner Frau Julie in Épernay gegründet. Schnell erwarb das von dem Ehepaar begründete Haus den Ruf eines exzellenten  und zuverlässigen Champagner-Herstellers, der schon nach wenigen Jahren, wenn auch in bescheidenen Mengen, sogar ins Ausland exportierte.

 

In 1865 übernahm der Sohn Edouard die Geschäftsleitung und ließ die noch heute genutzten Kelleranlagen in den Kreidefelsen des Mont Bernon treiben sowie die darüber liegenden Firmen- und Privatgebäude errichten. Unter seiner Leitung wurden außerdem die ersten Brut- und Jahrgangschampagner gekeltert, von denen einige Flaschen bis auf den heutigen Tag in den Tiefen des erlesensten “Trésor”-genannten Bereichs des Kellers erhalten geblieben sind. Im Jahr 1887 wurde mit der Unterzeichnung eines Vertrags der Grundstein für die beiderseits vorteilhafte Partnerschaft mit dem namhaften englischen Handelshaus Hedges & Butler gelegt, das für die kommenden 102 Jahre die exklusiven Verkaufsrechte für Großbritannien innehaben sollte.

 

Nach den harten Jahren des Ersten Weltkriegs trat 1920 Jules Boizel in die Fußstapfen seines Vaters Edouard. Er baute die Exportmärkte noch weiter aus als seine Vorgänger und gewann bis in die entlegensten Winkel der Erde neue Kunden. Unter seiner Federführung wurden Kisten mit Boizel-Champagner bis nach Australien verschifft. Ihm folgte 1945 René, der das im Krieg teilweise zerstörte Anwesen wiederaufbaute, jedoch 1972 auf tragische Weise zusammen mit seinem Sohn Eric tödlich verunglückte. Seiner Witwe Erica blieb nun nichts anderes übrig, als die Zügel in die eigenen Hände zu nehmen. Zusammen mit ihrer Tochter Evelyne und ihrem Schwiegersohn Christophe führte sie das Haus durch die nun folgenden schwierigen Jahre. Als sie das Zepter 22 Jahre später an die beiden abgab, war die Krise jedoch keineswegs überstanden. Ein völliger Kontrollverlust konnte nur verhindert werden, indem man Teile der Firma an Bruno Paillard und Philippe Baijot verkaufte.

 

Bis heute wird das Haus Boizel von den Nachfahren Augustes und Julies geführt und es ist u. a. Teilhaber an den Champagner-Häusern Philipponnat und Abel Lepitre. Völlig eigenständig ist es seit 1994 jedoch nicht mehr. Mittlerweile verfügt man kaum noch über eigene Weinberge, sondern bezieht die Trauben von rund 50 Winzern aus der Umgebung. Für die Herstellung wird stets nur der Saft der ersten Traubenpressung verwendet. In Deutschland wird Champagner der Marke Boizel erst seit 2000 in größerem Umfang angeboten.


Produkte


Boizel Brut Réserve

Aus den Rebsorten Chardonnay (30%), Pinot Noir (55%) und Pinot Meunier (15%); 12 g/l Zucker und alc. 12% vol.; auch erhältlich als Demi-Sec (35 g/l Zucker)


Boizel Brut Rosé

Aus den Rebsorten Pinot Noir (50%, davon 8% nach Rotweinverfahren hergestellt), 30% Pinot Meunier und 20% Chardonnay; 12 g/l Zucker und alc. 12% vol.


Boizel Brut Chardonnay

Ausschließlich aus Chardonnay-Weinen hergestellt; 12 g/l Zucker und alc. 12% vol.


Boizel Tendre Réserve

Aus den Rebsorten Pinot Noir (50%), Chardonnay (25%) und Pinot Meunier (25%); 3 Jahre auf der Hefe gereift; 35 g/l Zucker und alc. 12% vol.


Boizel Brut Ultime

Aus den Rebsorten Pinot Noir (50%), Chardonnay (37%) und Pinot Meunier (13%); nur in besonders guten Erntejahren hergestellt; ohne Dosage


Boizel Brut Millésimé

Jahrgangschampagner; nur in besonders guten Erntejahren hergestellt; die Zusammensetzung der Rebsorten variiert je nach Jahrgang


Boizel Joyau de France Brut

Jahrgangschampagner; nur in besonders guten Erntejahren hergestellt; die Zusammensetzung der Rebsorten variiert je nach Jahrgang; es werden ausschließlich Grand und Premier Cru-Trauben verarbeitet; auch erhältlich als Rosé


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