Black Bottle

Black Bottle ist der Name einer Blended-Scotch-Whisky-Marke.


Hintergrund

Die Marke wurde im Jahr 1879 von den Brüdern Charles, David und Gordon Graham in Aberdeen gegründet. Bereits zur Mitte des Jahrhunderts hatten sie in der wichtigen schottischen Hafenstadt ein Handelshaus eröffnet, das sich mit dem An- und Verkauf von Tee und anderen exotischen Waren aus aller Welt befasste.

 

Zügig nach Einführung ihres selbst gemischten Blended-Whiskys erwies sich die Marke als überaus erfolgreich und schon 2 Jahre später brachte es ein Wechsel des Firmensitzes mit sich, dass sich die Graham-Brüder ausschließlich auf die Herstellung ihres Blends verlegten. Somit stand fest, dass für sie nicht die Zukunft im Vertrieb von ausländischen Produkten lag, sondern im Verkauf des urschottischen Getränkes.

 

Den Markennamen hatte man ursprünglich aufgrund der unverwechselbaren, in Deutschland gefertigten Flasche aus schwarzem Glas gewählt. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 stand dieser Rohstoff jedoch aufgrund der Handelsblockade mit einem Mal nicht mehr zur Verfügung und man musste auf heimisches Grünglas zurückgreifen, behielt den bereits bekannten Markennamen jedoch bei.

 

Als der Krieg vorüber war, verblieb Charles Graham nach dem Tod seiner älteren Brüder Gordon (1889) und David (1919) als letzter überlebender des Gründertrios und ließ es sich trotz seines stattlichen Alters auch weiterhin nicht nehmen, seinen ursprünglichen Posten als Verkaufsleiter auszuüben und mit einem LKW voll Black-Bottle-Whisky von Ort zu Ort zu fahren. Nachdem auch Charles in 1926 verschieden war, übernahm dessen Frau Anne Jane “Granny” die Geschäftsleitung.

 

Selbst kinderlos geblieben, wurde ihr sehr bald klar, dass nach ihrem eigenen Tod kein männlicher Graham-Erbe mehr da sein würde und so überzeugte sie ihren Neffen Graham Horne, seinen Namen in Graham Innes Charles Graham umzuändern und nahm ihn in die Pflicht, sich für den Antritt des Erbes bereitzuhalten. Er wurde den in ihn gesetzten Erwartungen durchaus gerecht, hatte er die florierende Firma bis 1939 doch in eine vielversprechende Zukunft geführt und die Produktpalette um eine eigene Rum-Marke erweitert. Das konstante Wachstum machte einen erneuten Umzug in großzügigere Geschäftsräume notwendig, doch sollte sich dort nur wenige Jahre später eine Tragödie ereignen.

 

Krieg und Wirtschaftskrise überdauernd, fiel das neue Firmengebäude in Aberdeen 1951 einem tragischen Feuer zum Opfer, bei dem sämtliche Papiere und Aufzeichnungen, inklusive aller Original Marken-Rezepte, unwiederbringlich vernichtet wurden. Nur dem Gedächtnis des Master-Blenders war es zu verdanken, dass wenigstens die Rezepturen wieder vollständig rekonstruiert werden konnten.

 

Im Jahr 1955 wurde Gordon Graham neues und letztes Firmenoberhaupt aus der Linie der Grahams, doch konnte er an die Erfolgsgeschichte seiner Vorgänger nicht anknüpfen. Die Verkaufszahlen stagnierten und 1964 wurde das Unternehmen von Long John, einem anderen Spirituosen-Hersteller, aufgekauft. Unter der neuen Leitung sank die Qualität von Black Bottle beträchtlich ab und die Marke versank in der Bedeutungslosigkeit. Erst 1990, nach der Übernahme durch Allied Distillers, fand man wieder zu den gewohnt hohen Standards zurück. 1995 wurde Black Bottle unter Verwendung einer stark an das ursprüngliche Mischungsverhältnis angelehnten Rezeptur, mit einem besonders hohen Islay-Malt Anteil, wiederbelebt.


Produkte


Black Bottle Fine Old Scotch Whisky

Bestehend aus allen 7 Single Malts der Isle of Islay (Ardbeg,  Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain, Caol Ila, Lagavulin, Laphroaig) und Grain-Whiskys; auch erhältlich als 10 Years Old, aus mindestens 10 Jahre gereiften Whiskys; alc. 40% vol.


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