Bitter Lemon

Bitter Lemon ist die Bezeichnung für alkoholfreie Bitter-Getränke, die aus Limonensaft, Zucker, Wasser, Kohlensäure, Aromastoffen und Chinin hergestellt werden.


Hintergrund

Der Ursprung der Bitter-Getränke liegt in Afrika. Dort versetzte man bereits im 19. Jahrhundert Getränke, vor allem mit Zitronensaft vermischtes Wasser, mit Chinin, um die dort immer wieder grassierende Malaria zu bekämpfen. Dies geschah weniger zur Heilung der einheimischen afrikanischen Bevölkerung, sondern vielmehr zum Schutz der Kolonialtruppen der europäischen Großmächte, die auf dem Schwarzen Kontinent stationiert und dem ungewohnten Klima hilflos ausgesetzt waren. Es existierten auch Chinin-Tabletten, doch waren diese derart bitter, dass man sie nur mit einiger Überwindung hinunterbekam. Also löste man sie einfach in etwas Flüssigkeit auf und vermischte das Ganze mit Zitronensaft, um den bitteren Geschmack ein wenig abzumildern.

 

Aus dem einstigen Vorbeuge- und Heilmittel entwickelte sich noch im ausgehenden 19. Jahrhundert ein in Europa recht beliebtes Getränk der Allgemeinheit, das jedoch stets hinter seinem Bruder, dem Tonic Water, zurückstand. Der eigentliche Trend begann erst mit Aufkommen eines Bitter Lemon der Marke Schweppes, das im Jahr 1957 auf den Markt kam. Es ist heute die wahrscheinlich beliebteste Bitter-Limonade der Welt und das Zugpferd des Unternehmens Schweppes. Für viele ist “ein frisches Schweppes” gleichbedeutend mit “ein frisches Bitter Lemon” geworden. Viele Hersteller haben seither versucht auf diesen Zug aufzuspringen, doch bleibt die Marke Schweppes unangefochten an der Spitze der Bitter Lemon-Produzenten.

 

Der Zusatzstoff “Chinin” wird aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen, der im Hochwald der Anden beheimatet ist. Der Namensursprung ist nicht eindeutig geklärt, er stammt entweder vom indianischen Wort für den Chinarindenbaum, Quina-Quina, ab, oder dessen lateinischer Bezeichnung “Cinchona”, welche wiederum auf die Gattin des Vizekönigs der spanischen Kolonie Peru, der Gräfin von Cinchona, zurückgeht. Diese erkrankte im Jahr 1639 angeblich an Malaria und wurde daraufhin erfolgreich mit einem Indianertrunk aus Chinarinde behandelt.

 

Chinin schmeckt bitter, wirkt schmerzstillend und fiebersenkend, und wird u. a. in der Medizin eingesetzt, um Malaria zu behandeln. In höheren Mengen wirkt Chinin giftig und kann sogar zum Tod führen. Die in Getränken wie Bitter Lemon enthaltenen Dosen sind jedoch kennzeichnungspflichtig und außerdem viel zu gering, um gesundheitsschädlich zu wirken. 


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