Bismarck

Bismarck ist der Name einer deutschen Wodka-Marke aus Reinbek in Schleswig-Holstein.


Hintergrund

Die berühmte und immer wieder auf der geschichtlichen Bühne agierende Familie Bismarck aus dem gleichnamigen Ort Bismarck in der Altmark wurde im Jahr 1150 erstmals urkundlich erwähnt. Als Gutsbesitzer verwalteten und bestellten sie das Land, bauten Getreide und in späteren Jahrhunderten Kartoffeln an. Im Jahr 1799 gründete Ferdinand von Bismarck auf dem Stammsitz der Familie, dem Rittergut in Schönhausen an der Elbe, eine Kornbrennerei, um einen Teil des eingefahrenen Getreides zu Schnaps zu verarbeiten.

 

Sein Sohn, Otto von Bismarck (1815 – 1898), der für die deutsche Geschichte schließlich von solch überragender Bedeutung werden sollte, trat in den Staatsdienst ein und wurde 1859 als diplomatischer Gesandter nach St. Petersburg versetzt (um ihn, wie er selbst behauptete, “politisch kaltzustellen”). Frustriert über die machtpolitisch unbedeutende Stellung, die man ihm zugewiesen hatte, hatte seine Aufgabe in der russischen Hauptstadt dennoch auch einiges für sich. So traf Bismarck im Jahr 1860 erstmals mit dem russischen Zaren Alexander II. (1818 – 1881) zusammen und bekam als Zeichen der Freundschaft eine kostbare Schmuckdose des Hofjuweliers Fabergé überreicht, die eine nicht weniger kostbare und alte Rezeptur für Wodka enthielt.

 

Durch seine politischen Aktivitäten der kommenden Jahre völlig eingenommen, schenkte Bismarck diesem Geschenk zunächst nur wenig Beachtung. Erst in 1874, als er in Anbetracht seiner Verdienste bei der Einigung des Deutschen Reiches drei Jahre zuvor mit dem Gutsbezirk Sachsenwald und dem zugehörigen Jagdschloss Friedrichsruh im Herzogtum Lauenburg beschenkt worden war, nahm er sich des Zaren Präsent erneut zur Hand. In diesem Jahr nämlich hatte Otto von Bismarck das nur wenige Kilometer von Friedrichsruh entfernt gelegene Hofgut Schönau samt zugehöriger Gutsbrennerei und rund 1200 ha Getreidefläche erworben. Neben Kornbrand ließ Bismarck nun auch Wodka nach der ihm vor Jahren überreichten Rezeptur brennen und verkaufte ihn an die umliegenden Gasthöfe, schenkte ihn aber auch im eigenen Haus bei Besuchen und festlichen Anlässen großzügig aus.

 

Der vergleichsweise kleine Familienbetrieb, der nach Bismarcks Tod im Jahr 1898 von dessen Söhnen und Enkelkindern weitergeführt wurde, überstand sowohl den Ersten als auch den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet. Heute wird die mittlerweile hochmoderne kleine Destillerie am neuen Produktionsstandort in Reinbek von Otto von Bismarcks Urenkel, dem Grafen Maximilian von Bismarck, in der Tradition des weltberühmten Ahnen weitergeführt.

 

Das genaue Herstellungsverfahren von Bismarck Vodka ist heute wie damals streng geheim und erfolgt getreu der alten Rezeptur von Zar Alexander II. Bekannt ist lediglich, dass der Wodka nach der Destillation für einige Monate in Fässern aus Eschenholz reift, was jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Farbe der Spirituose hat.


Produkte


Bismarck Vodka

Mehrere Monate in Eschenholzfässern gereift; alc. 40% vol.


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