Bierbrand

Bierbrand (im französischsprachigen Raum auch “Eau de vie de Bière”) ist die Bezeichnung für Spirituosen, die durch  Destillation (bis max. 86% vol.) von frischem Bier hergestellt werden. Der Zusatz von Farb- oder Aromastoffen, mit Ausnahme von Zuckerkulör (Karamell) zur einheitlichen Farbgebung, ist nicht erlaubt. Der Alkoholgehalt muss mindestens 38% vol. betragen. Siehe auch Bier.


Hintergrund

Die Geschichte des Bierbrandes dürfte zumindest in ihrer Anfangsphase identisch mit der des Whisk(e)ys verlaufen sein. Bei ihren Experimenten mit einem aus dem Orient mitgebrachten Brennkessel destillierten irische Mönche spätestens ab dem 11. Jahrhundert das für Klöster dieser Zeit so typische Bier.

 

Der Produktionsablauf wird vermutlich lange Zeit mit dem Brauen gewöhnlichen Bieres begonnen haben, das anschließend ganz einfach in den Brennkessel gefüllt und destilliert wurde. Wann man sich darauf spezialisierte, extra für die Whiskey-Herstellung benötigtes Bier auf abgewandelte Art und Weise zu brauen (z. B. ohne den Gebrauch von Hopfen, unter Verwendung von Torf usw.) ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Während sich jedoch in Ländern wie Irland und Schottland nach und nach eigene Herstellungsverfahren für Whisk(e)y herausbildeten, blieb diese besondere Form des destillierten Bieres in anderen Ländern Europas unbekannt.

 

Vor allem in Regionen mit ausgeprägter Biertradition behielt man die urtümliche Produktionsweise bei, wobei der Bierbrand jedoch niemals die Bedeutung des Whiskys erreichen konnte. Auch heute sind Bierbrände nur lokal beschränkt anzutreffen und eine absolute Randerscheinung. In Restaurants und Bars sind sie leider nur selten zu bekommen und werden eher von Kneipen oder Wirtshäusern angeboten.