Ayala

Ayala ist der Name eines Champagner-Herstellers aus Aÿ.


Hintergrund

Die Entstehung der Marke geht zurück auf die spanische Adelsfamilie Ayala. Ihr Weg in die französische Champagne verlief über einige Umwege und führte sie zunächst nach Kolumbien. Im Jahr 1750 wurde Don Antonio de Ayala Vergara vom spanischen König als Kanzler in die damalige Kolonie Neugranada entsandt. Auch dessen Sohn stand später in den Diensten Spaniens, unterzeichnete 1825 im Auftrag der Krone den Friedensvertrag mit dem südamerikanischen Freiheitskämpfer Simón Bolívar (dem Gründer von Groß-Kolumbien, woraus später die Länder Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Panama und Bolivien hervorgingen) und blieb nach der erkämpften Unabhängigkeit der jungen Nation Kolumbien treu.

 

Edmond de Ayala, der Enkel des Stammvaters Don Antonio, trat pflichtbewusst in die Fußstapfen seiner Väter und schlug eine Laufbahn als Diener des Staates ein. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er von der kolumbianischen Regierung als Konsul nach Frankreich geschickt, wo sich sein Leben vollkommen unerwartet für immer verändern sollte. In Frankreich angekommen, wurde der Konsul nach seiner Bekanntmachung mit dem Erbgrafen von Mareuil auf dessen Weingut in der Champagne eingeladen, um das Anwesen zu besichtigen und die Arbeit eines Winzers kennenzulernen. Bei dieser Gelegenheit lernte Edmond de Ayala die Nichte des Erbgrafen, Gabriele von Albrecht, kennen und verliebte sich bei ihrem Anblick sofort in die liebreizende Schönheit.

 

In 1860 heiratete Ayala des Grafen Nichte, die als Mitgift das prächtige Schloss von Aÿ mitsamt den dazugehörigen Weinbergen von Aÿ und Mareuil-sur-Aÿ in die Ehe einbrachte. Das somit entstandene Champagner-Haus Ayala erwarb dank familiärer Kontakte in London vor allem in England sehr schnell bedeutende Marktanteile. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde man gar zum Königlichen Hoflieferanten von England und Spanien ernannt. Lange Jahre verblieb das Unternehmen im Besitz der Familie Ayala, bis es 2005 vom ebenfalls privat geführten Champagner-Haus Jacques Bollinger übernommen wurde.

 

Das Haus Ayala verfügt heute über keine eigenen Weinberge mehr, sondern kauft die Trauben von Partnerbetrieben direkt aus der Region. Die Reifekeller, die direkt unter einen Weinberg in den Kreidefelsen getrieben wurden, befinden sich rund 25 m unter der Erde und erstrecken sich auf einer Länge von 3 km. Pro Jahr werden ca. 650.000 Flaschen Champagner produziert.


Produkte


Ayala Brut Majeur

Aus den Rebsorten Pinot Noir (45%), Chardonnay (30%) und Pinot Meunier (25%); 2 ½ Jahre auf der Hefe gereift; mit 10 g/l Restzucker


Ayala Rich Majeur

Aus der gleichen Cuvée wie der Brut Majeur, jedoch mit 40 g/l Restzucker; 2 ½ Jahre auf der Hefe gereift


Ayala Rosé Majeur

Roséchampagner aus den Rebsorten Chardonnay (50%), Pinot Noir (45%) und Pinot Meunier (5%), davon 8% rote Reservé-Weine; 2 ½ Jahre auf der Hefe gereift


Ayala Millésimé

Jahrgangschampagner aus den Rebsorten Pinot Noir (80%) und Chardonnay (20%) von Grand-Cru-Lagen; 6 Jahre auf der Hefe gereift


Ayala Blanc de Blancs

Ausschließlich aus Chardonnay-Trauben von Grand Crus der Côte de Blancs; 6 Jahre auf der Hefe gereift


Ayala Perle D'Ayala

Jahrgangschampagner aus Chardonnay- (80%) und gereiften  Pinot Noir-Weinen (20%) von Grand Cru-Lagen; nur in außergewöhnlich guten Erntejahren hergestellt; 6 Jahre auf der Hefe gereift


Ayala Zéro Dosage

Entspricht dem Brut Majeur, jedoch mit maximal 3 g/l Restzucker


Ayala Cuvée Rosé Nature

Roséchampagner aus Chardonnay-Trauben eines Jahrgangs und rot-gekelterten Pinot Noir-Trauben; 2 ½ Jahre auf der Hefe gereift; ohne Dosage


Ayala Perle D'Ayala Nature

Entspricht dem Perle D'Ayala, jedoch ohne Dosage


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