Asbach

Asbach ist der Name eines deutschen Weinbrand-Herstellers.


Hintergrund

Das Unternehmen wurde im Jahr 1892 von Hugo Asbach und seinem Schwager Franz Boltendahl in Rüdesheim am Rhein unter dem Namen “Asbach & Co.” gegründet. Der damals erst 24jährige Asbach hatte zuvor einige Jahre in der französischen Charente verbracht und dort seinen erlernten Beruf als Kaufmann und Destillateur bei einheimischen Cognac-Produzenten vervollkommnet. Gegen Ende dieser Zeit reifte in ihm der Entschluss, zurück nach Deutschland zu gehen und dort einen eigenen “Cognac” herzustellen, der den französischen Produkten in nichts nachstehen sollte. Zu diesem Zweck ließ Asbach Brennweine aus der Charente nach Rüdesheim am Rhein importieren, brannte sie und lagerte sie für mehrere Jahre zur Reife in den firmeneigenen Kellern ein.

 

Zunächst nur von Hugo Asbach und dessen Schwager geführt, trat ab 1905 der Weinhändler Albert Sturm der Firma als Partner bei. Im selben Jahr erwarb man eine zusätzliche Brennerei in der französischen Cognac-Region, um die bislang nach Deutschland transportierten Weine nun direkt vor Ort zu destillieren und somit Platz und Transportkosten einzusparen. Im Jahr 1907 dachte sich Hugo Asbach die neue Bezeichnung “Weinbrand” für deutschen Cognac aus, damit dieser deutlicher von den französischen Bränden unterschieden werden konnte. Zunächst nur als einfacher Zusatz auf den Flaschen der Firma Asbach vermerkt, wurden die Bezeichnungen “Weinbrand” und “Asbach uralt”, was für sehr lange gereiften Weinbrand stand, noch im gleichen Jahr als Warenzeichen beim Patentamt eingetragen.

 

Dennoch hielt man auch in den kommenden Jahren auf den Etiketten und in Werbeanzeigen an Bezeichnungen wie “Deutscher Cognac” oder “Weinbrand-Cognac” fest, da der Kundenkreis mit dem neu geschaffenen Begriff “Weinbrand” noch nicht allzu viel anfangen konnte. In 1919, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde Deutschland im Versailler-Vertrag die Benutzung der französischen Bezeichnung “Cognac” für seine Brände untersagt. Bei der Suche nach einer Alternative hatte die Regierung des Deutschen Reiches bereits 1917 Hugo Asbach als Sachverständigen engagiert und übernahm nun das von ihm geschaffene Wort “Weinbrand”, das sich praktisch von selbst erklärte und auf diese Weise zum allgemein gültigen Begriff für aus Deutschland stammende Destillate aus Wein wurde. Im Jahre 1923 wurde die Bezeichnung fest verankert und in das deutsche Weingesetz aufgenommen. Hugo Asbach selbst äußerte sich einmal in einem Zeitungsinterview, dass der Schutz des Wortes “Cognac” mit der Hoffnung der Franzosen verbunden sei, die Konkurrenz aus Deutschland auszuschalten. Stattdessen werde nun die allen Deutschen leicht und offenkundig verständliche Bezeichnung “Weinbrand” Produkte aus Deutschland deutlich kennzeichnen, das Vertrauen der Bevölkerung stärken und die heimische Wein- und Brennindustrie beflügeln.

 

Um sich auch Frauen, die für gewöhnlich eine natürliche Abneigung gegen puren Alkohol haben, als Zielgruppe zu erschließen, erfand Asbach 1924 mit Weinbrand gefüllte Pralinen – ein voller Erfolg, auch bei den Männer, wie sich schon bald herausstellte. Hugo Asbach starb 1935 im Alter von 67 Jahren. Das Unternehmen wurde von seinen beiden Söhnen, Hermann und Rudolf, sowie dem Geschäftspartner Franz Boltendahl weitergeführt.

 

Nachdem wenige Jahre später der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, erwies sich die Rohstoffbeschaffung zunehmend als schwierig, 1943 musste die Produktion schließlich kriegsbedingt eingestellt werden. Erst im Jahr 1950 konnte Asbach seine Türen wieder öffnen und schaffte es auch tatsächlich wieder an die Spitze der deutschen Weinbrenner. In den 1980ern jedoch sanken die Verkaufszahlen beträchtlich und der Familienbetrieb geriet in arge Schwierigkeiten. 1991 sah man sich schließlich gezwungen, an den englischen Spirituosen-Hersteller United Distillers zu verkaufen. 1999 erwarben die Firmen Underberg und Bols zu jeweils gleichen Teilen die Marke Asbach. Seit 2002 gehört das Unternehmen vollständig zu Underberg.

 

Auch heute noch werden zur Herstellung von Asbach vorwiegend klassische Brennweine aus der französischen Charente und zum geringeren Teil auch aus Italien importiert. Die Reife erfolgt für mindestens 24 Monate in für Cognac typischen Fässern aus Limousin-Eiche, die ein Fassungsvermögen von nur rund 300 l aufweisen. Die Marke Asbach hat einen der bekanntesten Namen überhaupt in Deutschland und wird im allgemeinen Sprachgebrauch mancherorts sogar als Synonym für etwas sehr Altes gebraucht (“Das ist doch Asbach!”). Die Bekanntheit schlägt sich auch in einem starken Verbrauchervertrauen nieder, das trotz des etwas angestaubten Images das Überleben der Marke gewährleistet.


Produkte


Asbach Uralt

Hergestellt seit 1892; mindestens 2 Jahre gereift; auch erhältlich als 5 Jahre gereift;  alc. 38% vol.


Asbach Urbrand

Die erste Kreation von Hugo Asbach; heute wird sie nur noch in kleinen 0,02  und 0,1 l Fläschchen angeboten; alc. 40% vol.


Asbach Privatbrand

8 Jahre gereift; alc. 38% vol.


Asbach Spezialbrand

15 Jahre gereift; alc. 40% vol.


Asbach Selection

Aus den Destillaten edler Spitzenjahrgänge; 21 Jahre gereift; alc. 40% vol.


Asbach Jahrgangsbrand 1972

Aus Weinen eines Spitzenjahrgangs gebrannt und im November 2000 abgefüllt (28 Jahre gereift); in limitierter Zahl erhältlich; alc. 40% vol.


Asbach A & A

“Asbach & Auslese”; Likör aus Auslese-Riesling und Asbach Uralt; alc. 19% vol. 


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