Arak

Arak ist die allgemein übliche Bezeichnung für Spirituosen, deren Hauptgeschmackgeber Anis ist und die im Nahen Osten, vor allem den Ländern Israel, Irak, Jordanien, Libanon, Syrien und Palästina, hergestellt werden. Das EU-Recht legt derzeit noch keine bindende Definition für Arak fest, sodass an dieser Stelle keine genaueren, für alle Hersteller verpflichtenden Angaben gemacht werden können. Der Alkoholgehalt reicht für gewöhnlich von 38 – 80% vol. Siehe auch AnisArrak und Destillierter Anis.


Hintergrund

Der Arak spielt außerhalb der arabischen Welt praktisch keine Rolle und ist vielerorts sogar völlig unbekannt. Diese weitgehende Unbekanntheit tut ihm jedoch Unrecht, da man ihn mit Bestimmtheit als eine der ältesten Spirituosen überhaupt ansehen kann.

 

Seine Ursprünge liegen vermutlich im Gebiet des heutigen Irans begründet, wo er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon vor mehr als 1500 Jahren entstanden ist. Die Bewohner dieses Landstrichs hatten die Kenntnisse der Destillation bereits Jahrhunderte zuvor aus Indien erworben und ebenso die Bezeichnung für allerlei Gebranntes, “Arrak” bzw. “Araq”, übernommen.

 

Dem eigentlichen Wortsinn nach hat das ins Arabische übernommene Wort “Araq” die zunächst wenig appetitlich erscheinende Bedeutung “Schweiß”. Bei näherem Hinsehen erscheint dies jedoch durchaus einleuchtend, hat der Vorgang der Destillation doch nicht nur mit großer Hitze zu tun, sondern rinnt am Fortsatz des Brennkessels, dem Kondensator, der klare Alkohol Schweißtropfen gleich aus dem Apparat.

 

Der indische bzw. südostasiatische Arrak (mit zwei “r” geschrieben) hat heute zwar eine völlig andere Zusammensetzung, doch ist ein gemeinsamer Ursprung mehr als offenkundig. Wann sich ihre Wege trennten ist unbekannt, weshalb die genaue Entstehungszeit des Arak auch weiterhin ungewiss bleibt. Höchstwahrscheinlich nutzten die Bewohner des Orients irgendwann Anis, um damit gebrannten Wein zu aromatisieren, denn auch der Weinbau hat seine Wurzeln in dieser Region. Möglicherweise blieb aber auch Zuckerrohr über lange Zeit hinweg die vorwiegende Ausgangsbasis. Spätestens die Expansion des Osmanischen Reiches ab 1299 machte den Arak, bei den Türken abgewandelt in “Raki”, weithin bekannt. Der fast immer gewaltsame Zusammenstoß mit anderen Völkern, Kulturen und Religionen sorgte auch für die Übermittlung von neuem Wissen. Letztlich liegen in dieser Zeit der Ausdehnung und Eroberung die Wurzeln vieler in Europa heute sehr beliebter Spirituosen, darunter auch diejenigen der allbekannten Anis-Destillate Ouzo, Sambuca, Pastis usw.

 

Heute ist der Arak die klassische Spirituose des Nahen Ostens und wird auch fast ausschließlich dort konsumiert. Vor allem in den Ländern Israel, Syrien, Libanon, Jordanien, Irak und Iran erfreut er sich großer Beliebtheit und ist fester Bestandteil der dortigen Trinkkultur. In Mitteleuropa wie in der gesamten westlichen Welt hingegen begegnet man dem Arak nur äußerst selten.


Herstellung

Die EU hat aufgrund der untergeordneten Bedeutung bislang keine rechtliche Definition für eingeführten oder hier produzierten Arak festgelegt, weshalb sich eine exakte Beschreibung als schwierig erweist. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass stets Anis als die dominante Geschmacksnote anzusehen ist. Die alkoholische Ausgangsbasis kann sowohl Weinbrand als auch ein Destillat aus Rohrzucker oder sonst wie gebrannter Alkohol darstellen. Dem Destillat werden für gewöhnlich vor dem zweiten Brenndurchlauf Anissamen und weitere Zutaten beigemischt. Die weiterhin verwendeten Aromen und Geschmacksgeber sind ebenfalls Sache der Hersteller.


Die Region

Die Haupterzeugerländer von Arak sind die Staaten des Nahen Ostens Israel, Syrien, Libanon, Jordanien, Irak und Iran. Ein gesetzlich geregelter regionaler Schutz besteht derzeit jedoch nicht, weshalb die Bezeichnung Arak auch in anderen Ländern verwendet werden darf.