Apollinaris

Apollinaris ist der Name einer deutschen Mineralwasser-Marke aus Bad Neuenahr-Ahrweiler.


Hintergrund

Die Ursprünge der Marke gehen zurück auf das Jahr 1851, als der Winzer Georg Kreuzberg einen Weinberg bei Bad Neuenahr in der Eiffel erworben hatte. Im Verlauf des Jahres fiel Kreuzberg auf, dass seine Weinreben aus unbekannten Gründen nicht richtig wachsen wollten. Ganz offensichtlich schien etwas nicht mit dem Berg als solchen zu stimmen, da die anderen Winzer der Gegend von keinen derartigen Problemen betroffen waren. Er beschloss, der Sache nachzuspüren, ließ Probebohrungen durchführen und stieß ein Jahr später in rund 15 Metern Tiefe auf mineral- und kohlensäurehaltiges Wasser, dessen Quelle sich in unmittelbarer Nähe befand. Der hohe Kohlenstoffdioxid-Gehalt des Wassers war ganz offensichtlich verantwortlich für die verkümmerten Reben, doch ergaben sich nun für Kreuzberg völlig neue Möglichkeiten.

 

Er ließ die Quelle einfassen und begann das Wasser aus den Tiefen der Vulkaneiffel zu fördern, abzufüllen und zu verkaufen. Einen passenden Namen für seine Quelle hatte er auch schon parat, so benannte er sie nach einer Statue des Heiligen Apollinaris von Ravenna, dem Schutzgott des Weines, die passenderweise am Fuße seines so unergiebigen Weingutes stand. Schon Georg Kreuzberg hatte in den darauffolgenden Jahren gutes Geld mit seiner Apollinaris-Quelle verdient, doch erst nach seinem Tod im Jahr 1873 gründeten seine Erben die Apollinaris Aktiengesellschaft, deren Exportzahlen sprunghaft anstiegen. Dies war vor allen Dingen den nach London emigrierten Deutschen Eduard Steinkopff zu verdanken, der ab 1874 das Exportgeschäft zunächst in Teilen, später komplett übernahm. Gerade England, wo man das Apollinaris-Wasser sogar mit der moussierenden Eigenschaft von Champagner verglich, entwickelte sich schnell zu einem der wichtigsten Märkte.

 

Es folgte der Schutz der Marke im Jahr 1895, mit dem typischen roten Dreieck als unverwechselbarem Warenzeichen. In 1897 ernannte die englische Königin Victoria die Firma Apollinaris zum königlichen Hoflieferanten, und spätestens seit diesem  Tag wurde in Anlehnung an diese Ernennung der Werbespruch “The Queen of Table Waters” geprägt. Noch im selben Jahr übernahm die Londoner Hotelgruppe Frederick Gordon das Unternehmen, wodurch Apollinaris nun noch enger an England gebunden wurde. Bis 1900 wurde die Marke ausschließlich in Tonkrügen verkauft und galt als Luxuswasser der besser betuchten Klassen. Erst danach ging man zur Benutzung von Glasflaschen über, wodurch die Kosten beträchtlich gesenkt werden konnten und die Marke nun auch für einfachere Leute erschwinglich wurde.

 

Bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs wurden jährlich bereits 40 Mio. Flaschen abgefüllt, wovon 90% in den Export in alle Welt gingen. Dieser Umstand wurde mit Kriegsausbruch jedoch in eine regelrechte Achillesferse umgemünzt, da die Handelsblockade durch die Alliierten natürlich ein umso größerer Wirtschaftlicher Schaden für die Apollinaris AG war. Sofort nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Firma aufgrund ihrer englischen Eigentümer vom deutschen Staat konfisziert und unter Zwangsverwaltung gestellt. Beide Kriege konnten mit größter Mühe überstanden werden, und nach 1945 begann auch in Bad Neuenahr der Wiederaufbau.

 

Nach umfangreichen Aufbau- und Modernisierungsarbeiten wurde 1955 die ebenfalls englische Schweppes Limited neuer Eigentümer, verkaufte jedoch schon 1956 weiter an die Dortmunder Union/Schultheiß Brauerei AG. Im Jahr 2002 wurde Apollinaris wiederum Teil von Cadbury Schweppes und gehört seit 2006 dem Coca-Cola-Konzern.

 

Apollinaris hat heute einen Anteil von ca. 50% am deutschen Mineralwasserexport und über 15% des  in Deutschland getrunkenen Mineralwassers. Über 90% aller Deutschen kennen die Marke. Der klassische Werbespruch “The Queen of Table Waters” ist übrigens, allerdings zum Nachteil der Marke, irreführend, da es sich bei Apollinaris nicht um ein Tafelwasser, sondern um ein Mineralwasser handelt. 


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