Amaretto

Amaretto ist die übliche, jedoch nicht geschützte Bezeichnung für italienische Liköre, die aus zerkleinerten und in Neutralalkohol mazerierten Mandel- und/oder Aprikosenkernen hergestellt werden. Der Geschmack der einzelnen Marken kann jedoch mehr oder weniger stark variieren, da viele Hersteller neben Mandel- bzw. Aprikosenkernen auch noch andere Aromastoffe zusetzen, wie z. B. Honig, Vanille, Aprikosenkernöl oder verschiedene Kräuterauszüge. Wie bei allen Likören muss der Zuckergehalt mindestens 100g/l und der Alkoholgehalt mindestens 15% vol. betragen.


Hintergrund

Der Amaretto gehört zu den ältesten Likören Italiens, seine Ursprünge reichen vermutlich zurück bis ins Mittelalter. Der Legende nach soll im Jahre 1525 der Künstler und Schüler der berühmten Leonardo da Vinci, Bernardino Luini, den Auftrag erhalten haben, eine Freske für die Kirche Madonna dei Miracoli im norditalienischen Städtchen Saronno zu malen. Als Modell für diese Freske erwählte Luini eine schöne Kellnerin aus dem Ort, deren sagenhafte Schönheit er sich nicht einmal in seiner Fantasie hätte ausmalen können. Zum Dank für diese Ehre beschenkte die Wirtin Luini mit einem Tongefäß, das einen bernsteinfarbenen, süßen Likör enthielt – den ersten Amaretto.

 

Nach diesem legendären Ereignis entwickelten viele Familien der Gegend ihre eigenen bzw. imitierten Rezepturen nach Vorbild ebenjenes Likörs. Im Laufe der Jahrhunderte etablierte sich gerade die Marke Di Saronno  als Marktführer und gilt längst als Sinnbild für erstklassigen Amaretto. In Deutschland ist der Likör allerdings erst sehr spät, seit Beginn der 1980er Jahre richtig bekannt geworden. Seither ist Amaretto jedoch auch hier ein fester Bestandteil jeder Bar geworden und praktisch überall zu haben.

 

Das Wort “Amaretto” selbst ist eine Verniedlichung des italienischen Wortes für Bitter, “Amaro”, und kann am besten mit “Bitterchen” oder “Kleiner Bitter” übersetzt werden. Der bei allen Marken deutlich wahrnehmbare Mandelgeschmack stammt nicht zwangsläufig auch tatsächlich von mazerierten Mandelkernen. Auch das in Aprikosenkernen beinhaltete Benzaldehyd erinnert geschmacklich stark an Mandeln bzw. Marzipan.